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Forschung für Gesundheit von Mensch und Tier

Ressortübergreifende Forschungsvereinbarung zu Zoonosen wird erneuert

Die Geflügelpest ("Vogelgrippe") im Jahr 2006 zeigte deutlich, welche gesundheitlichen Gefahren für Menschen und Tiere von Zoonosen ausgehen. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die von Erregern verursacht werden, die wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragbar sind.

Die Bundesregierung reagierte nachhaltig und ressortübergreifend und schloss im selben Jahr eine Forschungsvereinbarung zwischen Forschungs-, Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium.

Als Zoonosen bezeichnete Krankheiten verursachen weltweit etwa zwei Drittel aller Infektionskrankheiten beim Menschen, sind für erhebliches Tierleid verantwortlich und gefährden die Nutz- und Heimtierpopulationen. Die Erforschung von Zoonosen und die Entwicklung von Methoden zu deren Prävention, Diagnostik und Therapie sind daher von besonderer gesundheitspolitischer und gesellschaftlicher Bedeutung und erfordern eine koordinierte, interdisziplinäre und nachhaltige Zusammenarbeit.

Die 2006 geschlossene Forschungsvereinbarung wird deshalb zwischen den Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie für Gesundheit (BMG) erneuert und um das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) erweitert.

Leitgedanke der erneuerten Forschungsvereinbarung ist der "One Health Ansatz", denn Zoonosen zeigen eindrücklich, dass die Gesundheit von Mensch und Tier eng miteinander verbunden ist und sowohl wissenschaftlich als auch gesundheitspolitisch eine Einheit bilden. Um den "One Health Ansatz" in der Forschung umzusetzen, ist eine Zusammenarbeit zwischen Human- und Veterinärmedizin sowie weiterer Fachdisziplinen, wie Biologie, Umweltforschung, Agrarwissenschaften und Lebensmitteltechnologie notwendig. Mit dem One Health Ansatz zur Bekämpfung von Zoonosen folgt die Bundesregierung einem Prinzip, das auch wesentlich für die Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART2020) ist. Die DART2020 wurde im Mai 2015 vom Bundeskabinett verabschiedet und zielt auf nationaler Ebene mit der Stärkung des sektorübergreifenden Ansatzes auf die Eindämmung der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen ab.

Ergebnisse und Ziele des BMEL

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stellte anlässlich der Erneuerung der Forschungsvereinbarung Zoonosen fest: "Geflügelinfluenza, MERS und exotische Krankheiten wie Ebola lehren uns, dass die Gesundheit von Mensch und Tier untrennbar ist." Schon in der ersten Förderphase der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen konnten durch die unterstützten Forschungsvorhaben nützliche Ergebnisse für die breite Öffentlichkeit erzielt werden. Beispielsweise richtete das BMEL die Datenbank EpiFLU ein, die der weltweiten Erfassung und Auswertung von Influenza-Erregern dient. Dazu gehören auch neue Nachweisverfahren für Zoonosen wie der Vogelgrippe oder von EHEC sowie die Aufklärung der Übertragungsmechanismen bei diesen Erregern.

"Wir wollen fundierte Antworten auf die drängende Frage, wie mit neuen Krankheiten umzugehen ist, bevor sie in Deutschland Schaden anrichten können", so Schmidt weiter. "Das Landwirtschaftsministerium wird aus diesem Grund unter anderem ein bundesweites und interdisziplinäres wissenschaftliches Projekt zur Übertragung von hochgefährlichen Zoonosenerregern durch Stechmücken finanzieren. Auch ein umfangreiches Projekt zu Ebola steht auf der wissenschaftlichen Agenda."

Das BMEL initiiert zur Umsetzung der Forschungsvereinbarung eine thematisch dreigeteilte Forschungsförderung, die fachdisziplinübergreifende Fragestellungen und Querschnittsthemen zu Zoonosen zum Inhalt hat.

  • Als erstes Thema werden Erreger übergreifende interdisziplinäre, horizontale Projekte zur Entwicklung von innovativen Präventionsmaßnahmen, Impfstoffen, neuartigen Schlacht- und Verarbeitungs-Technologien, rascher Diagnostik und innovativer Therapie von zoonotischen Erkrankungen initiiert. Die Entwicklung von neuartigen Modellen zur Epidemiologie und Untersuchungen zur Rolle der Vektoren, z.B. Mücken, sollen die Methoden der effizienten Zoonosenbekämpfung vervollständigen. Dabei runden Forschungsvorhaben zu speziellen Tierpopulationen, wie der Begleittiere oder des jagdbaren Wildes einschließlich der Wildtierpopulationen, die sich zunehmend in menschlicher Besiedlung ausbreiten, die interdisziplinären horizontalen Themengebiete ab.
  • Eine neue thematisch übergreifende Gruppe "Forschung trifft Praxis", "Forschung und Öffentlichkeit" und "Kommunikation der Forschung" wird die Verbesserung der Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Schutz gegen Zoonosen vorantreiben.
  • Schließlich wird ein dritter Themenschwerpunkt in der Förderung spezifischer Themen zu einzelnen Krankheitserregern liegen.

Ergänzend hierzu bearbeitet die im Geschäftsbereich des BMEL liegende Ressortforschung eine Reihe von Fragen zur Bekämpfung der Zoonosen als Dauerthema ihrer Forschung.

Stand:
29.01.16

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