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Tierschutz in der Forschung

Das BMEL unterstützt die Entwicklung von Alternativ-Methoden zu Tierversuchen. Sollten Tierversuche in bestimmten Bereichen unvermeidbar sein, macht sich das BMEL dafür stark, Versuchstieren den größtmöglichen Schutz zu gewährleisten. Ziel bleibt es, Tierversuche auf ein unerlässliches Maß zu beschränken.

Die Suche nach alternativen Methoden zu Tierversuchen fördert das BMEL bereits seit 2001 mit dem Tierschutzforschungspreis. Zuvor wurde der Preis seit 1980 vom Bundesministerium für Gesundheit vergeben.

Darüber hinaus veröffentlicht das BMEL die jährlichen Tierversuchszahlen. Anhand dieser Zahlen analysiert und prüft das BMEL mit einem Expertengremium, in welchen Bereichen möglicherweise Einsparpotential besteht beziehungsweise die Bemühungen zur Alternativmethodenforschung intensiviert werden sollten.

Verwendung von Versuchstieren im Jahr 2014

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat der Europäischen Kommission die Daten über die Verwendung von Versuchstieren im Jahr 2014 übermittelt. In Deutschland wurden rund 2 Millionen Wirbeltiere und Kopffüßer in Tierversuchen eingesetzt.

Dabei schließt der Begriff Tierversuch eine Blutentnahme ebenso ein wie einen operativen Eingriff oder einen Arzneimitteltest. Bei über 80 Prozent der eingesetzten Versuchstiere handelt es sich um Nagetiere, vor allem Mäuse und Ratten, wobei Mäuse etwa 63 Prozent der eingesetzten Tiere ausmachten. Circa elf Prozent der Tiere waren Fische, fünf Prozent Kaninchen und etwa zwei Prozent Vögel. Zusätzlich zu den Wirbeltieren und Kopffüßern wurden etwa 563.600 Fischlarven für Tierversuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet.

Im Hinblick auf den Schweregrad der Versuche lässt sich feststellen, dass vorwiegend Versuche mit geringer Belastung (etwa 60 Prozent) durchgeführt wurden, während der Anteil an Tierversuchen mit mittlerer Belastung bei etwa 21 Prozent oder schwerer Belastung bei 6 Prozent lag. Der Anteil an Tierversuchen, die vollständig unter Vollnarkose durchgeführt wurden, aus der die Tiere nicht mehr erwacht sind, lag bei etwa 13 Prozent.

In Deutschland werden über die Vorgaben der EU-Versuchstierrichtlinie hinaus zusätzlich auch Tiere erfasst, die für wissenschaftliche Zwecke getötet werden, ohne dass an ihnen zuvor Eingriffe oder Behandlungen vorgenommen wurden - beispielsweise um Organe oder Zellmaterial dieser Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken zu verwenden. Hierzu wurden im Jahr 2014 etwa 789.000 Tiere verwendet.

Gesamtzahl der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere im Jahr 2014
VerwendungszweckAnzahl
Wirbeltiere und Kopffüßer, die in Tierversuchen eingesetzt wurden2.008.537
Larven von Wirbeltieren, die in Tierversuchen eingesetzt oder für wissenschaftliche Zwecke getötet wurden563.600
Wirbeltiere, die für wissenschaftliche Zwecke getötet wurden ohne vorherige Eingriffe oder Behandlungen789.926

Obwohl heute schon viele Fragen der Wissenschaft durch den Einsatz von Zellkulturen, computergestützte Verfahren und weitere Alternativmethoden beantwortet werden können, kann auf den Einsatz von Tieren für wissenschaftliche Zwecke - unter anderem in der medizinischen Forschung - noch nicht verzichtet werden. So dienten rund 43 Prozent der Tiere der Grundlagenforschung und etwa 16 Prozent der Erforschung von Erkrankungen von Menschen und Tieren. Etwa 11 Prozent der Tiere wurden bei der Herstellung oder Qualitätskontrolle von medizinischen Produkten verwendet. Für toxikologische Sicherheitsprüfungen wurden insgesamt etwa 14 Prozent der Tiere eingesetzt. 16 Prozent wurden für sonstige Zwecke, wie zum Beispiel zur Aus- oder Weiterbildung oder für die Zucht von genetisch veränderten Tieren benötigt.

Im Jahr 2014 wurden insgesamt 2.842 Affen und Halbaffen verwendet. Menschenaffen wurden in Deutschland zuletzt 1991 für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Bei den Hunden und Katzen beliefen sich die Zahlen der eingesetzten Tiere auf 4.627 bzw. 997, die insbesondere zur Erforschung von Tierkrankheiten sowie für die gesetzlich vorgeschriebene Toxizitäts- und Unbedenklichkeitsprüfung von Tier- und Humanarzneimitteln zum Einsatz kamen.

Langfristiges Ziel ist es, Tierversuche komplett zu ersetzen

Das BMEL ist bestrebt, die Anzahl verwendeter Tiere in Versuchen zu senken und fördert unter anderem die Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (set) finanziell und vergibt jährlich den mit 15.000 Euro dotierten Tierschutzforschungspreis zur Förderung methodischer Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen.

Außerdem ist das Engagement der Bundesregierung zur Senkung der Zahl der für Tierversuche verwendeten Tiere auch Teil der BMEL-Initiative "Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl". Im Rahmen dieser Initiative wurde die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) im Bundesinstitut für Risikobewertung zum "Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren" ausgebaut.

Hintergrund

Am 9. November 2010 ist die EU-Versuchstierrichtlinie 2010/63/EU in Kraft getreten. Deren Umsetzung in nationales Recht im Jahr 2013 hat auch eine Neufassung der Versuchstiermeldeverordnung mit einer Ausweitung der Meldepflicht über die Verwendung von Versuchstieren erforderlich gemacht. So ist nun auch die Verwendung von Kopffüßern (z.B. Kalmare, Kraken), Larven von Wirbeltieren und die Zucht genetisch veränderter Tiere zu melden. Außerdem ist auch der Schweregrad der Schmerzen, Leiden oder Schäden (keine Wiederherstellung der Lebensfunktion, gering, mittel, schwer), dem die Tiere durch die Verwendung insgesamt ausgesetzt waren, zu übermitteln. Die Erfassung der Verwendung von Tieren in Tierversuchen im Jahr 2014 erfolgte erstmals entsprechend den neuen Vorgaben.

Stand:
18.11.15

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei

Startbild für das Video „Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei“

Im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" fördert das BMEL das Verbundforschungsprojekt zur "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung" an der Universität Leipzig. Die Geschlechtsbestimmung am befruchteten Hühnerei stellt nach derzeitigem Kenntnisstand die Option mit dem größten Potential dar, um das Töten männlicher Küken zu beenden. Der Film erläutert die Hintergründe und erklärt das Verfahren.

Der Film als Text

zum Video: Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei …

Transparenz beim Tierwohl: Bürgerportal des BMEL

Auf der Startseite des Portals ist eine Kuh und das Logo der Tierwohl-Initiative zu sehen

Wie werden unsere Nutztiere gehalten? Wie kann man beim Einkauf erkennen, welche Tiere besonders tiergerecht gehalten wurden? Was unternehmen Politik und Wirtschaft, damit es den Tieren besser geht? Auf diese und weitere Fragen finden Sie Antworten auf dem Informationsportal www.tierwohl-staerken.de.

mehr: Transparenz beim Tierwohl: Bürgerportal des BMEL …

Informationen zum Veterinärwesen

Interview mit Dr. Schrader vom Friedrich-Loeffler-Institut, 2012

Filme des aid infodienst

Publikationen

Was Sie beim Einkaufen für mehr Tierwohl tun können

Titelbild der Broschüre "Haltung zeigen - Was Sie beim Einkaufen für mehr Tierwohl tun können"

In Deutschland gelten hohe Standards für die Nutztierhaltung. Unsere Landwirte arbeiten jeden Tag verantwortungsvoll dafür, dass die Tiere gesund sind und mit Respekt behandelt werden. Immer mehr Landwirte leisten darüber hinaus noch mehr fürs Tierwohl. Doch beim Einkauf ist es nicht immer leicht, unterschiedliche Haltungskonzepte zu erkennen. Label helfen. Diese Übersicht stellt die wichtigsten vor. Sie gibt Ihnen Orientierung, damit Sie beim Einkauf Ihre persönliche Haltung zum Tierwohl zum Ausdruck bringen können.

Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen

Cover der Broschüre Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl

Mit der vorliegenden freiwilligen Vereinbarung setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl" um. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen und Mastputen abzuschaffen. Daneben wurde eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Branche und dem BMEL unter anderem in den Bereichen Forschung, Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie Beratung vereinbart.

Bundesminister Christian Schmidt freut sich über das Ergebnis: "Ein weiterer Meilenstein beim Tierwohl ist uns gelungen. Einmal mehr zeigt sich, dass das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit trägt: miteinander sprechen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen entwickeln. Mein Ziel ist es, mehr Tierwohl in die Ställe zu bringen. Auf diesem Weg sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen."

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015

Cover der Broschüre: Tierschutzbericht 2015

Bereits zum zwölften Mal legt die Bundesregierung den Tierschutzbericht vor und verdeutlicht damit den Stellenwert des Tierschutzes in der Gesellschaft. Berichtszeitraum sind die Jahre 2011 bis 2014.

Neue Wege für mehr Tierwohl - Ein Magazin des BMEL

Titelbild des BMEL-Magazins "Neue Wege für mehr Tierwohl"

Es tut sich was in Sachen Tierwohl: Das Thema wird wichtiger, für Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie für die Landwirte. Immer mehr Menschen möchten dazu beitragen, dass es den Tieren, die für unsere Lebensmittel sorgen, im Stall und auf der Weide gut geht. Denn Ernährung ist auch eine Frage der Haltung: Wie halten wir Schweine, Kühe oder Legehennen? Wie halten wir es selbst beim Einkauf im Alltag, wenn wir an der Fleischtheke stehen?

Wir stellen Ihnen in diesem Magazin Menschen vor, die in ihrem Bereich Haltung zeigen: als Landwirt, Tierarzt oder Wissenschaftlerin. Wir erklären, warum manche Lösung schwieriger ist, als sie zunächst erscheint. Wir zeigen, welche faszinierenden Ideen es in Deutschland gibt, Tieren noch respektvoller zu begegnen. Und wir informieren, was Sie als Verbraucher tun können, wenn Sie selbst beim Einkauf auf eine besonders artgerechte Tierhaltung und auf Tierschutz achten wollen.

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