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BMEL unterstützt ein eigenständiges Tierschutzlabel

Bei der Produktion tierischer Lebensmittel sind hohe Tierschutzstandards immer mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern besonders wichtig. Um das Vertrauen in die landwirtschaftliche Nutztierhaltung zu stärken, gilt es, realitätsnah zu informieren und Prozesse zu erklären. Offenheit und Transparenz über die gesamte Produktionskette hinweg kann Vertrauen stärken.

Die freiwillige Tierschutzkennzeichnung soll Verbrauchern die Möglichkeit eröffnen, Produkte, bei deren Erzeugung besonders hohe Tierschutzstandards eingehalten wurden, zu erkennen. Den Erzeugern bietet sie wiederum die Möglichkeit, die Nachfrage nach derartigen Erzeugnissen zum einen zu bedienen, zum anderen aber auch den aufgrund der getätigten Investitionen erforderlichen höheren Preis zu erzielen. Auf diese Weise können sich für die heimischen Erzeuger auch neue Marktsegmente beziehungsweise Absatzmärkte erschließen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat diese Chance erkannt und im Verbund mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Beratung die Initiative zur Entwicklung eines zweistufigen Tierschutzlabels (Einstiegsstufe, Premiumstufe) ergriffen. Die Entwicklung der Einstiegstufe des freiwilligen Tierschutzlabels für Mastschweine hat das BMEL im Rahmen eines Forschungsprojektes mit einer Millionen Euro gefördert. Mit dem Label "Für Mehr Tierschutz" werden – mittlerweile bundesweit – Produkte tierischen Ursprungs gekennzeichnet. Der Kennzeichnung liegen hohe Standards zugrunde, die für mehr Tierschutz im Stall sorgen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher schafft das Tierschutzlabel beim Einkauf im Supermarkt mehr Transparenz und Wahlfreiheit. Langfristig sollen für alle Bereiche der tierischen Erzeugung Kriterien für die Vergabe des Tierschutzlabels erarbeitet werden.

Auf der Internetseite zum Tierschutzlabel können Bürgerinnen und Bürger über eine Suche nach Ort und Postleitzahl feststellen, wo sie in ihrer Nähe Produkte mit dem Label "Für Mehr Tierschutz" kaufen können.

Mehr Produkte mit dem Tierschutzlabel

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt,  Mark Rosenkranz und Thomas Schröder halten das Tierschutzlabel  im Großformat in den Händen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mit Mark Rosenkranz (Sprecher des Vorstandes der EDEKA Minden-Hannover) und Thomas Schröder (Präsident des DeutschenTierschutzbundes) (v.l.) während der Zertifizierung, Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Anlässlich der Zertifizierung weiterer Schweinemastbetriebe für die Premiumstufe des Deutschen Tierschutzbundes am 14. Januar 2015 in Berlin sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: "Verbraucher in Deutschland wissen: Tierschutz ist seinen Preis wert. Ich freue mich, dass immer mehr Produkte mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes angeboten werden, auch mit der Premiumstufe. Damit können sich Verbraucher beim Einkauf bewusst für mehr Tierschutz entscheiden."

Im Beisein von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stellten der Deutsche Tierschutzbund und EDEKA Minden-Hannover ihre Zusammenarbeit vor. Das Handelsunternehmen hat mit zunächst acht schweinehaltenden Bio-Betrieben, die ihre Erzeugung zusätzlich auf die Kriterien der Premiumstufe des Tierschutzlabels des Deutschen Tierschutzbundes umstellen, Lieferverträge abgeschlossen.

Die Haltungsverbesserungen bedeuten für die Schweine vor allem ein deutlich höheres Platzangebot und eine tiergerechtere Strukturierung der Haltungseinrichtungen.

Ab 2016: Tierschutzlabel für Legehennen

Seit Januar 2016 können Verbraucherinnen und Verbraucher das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes auch auf Eierverpackungen finden. Betriebe, die ihre Eier vorher unter "KAT Tierschutz geprüft" vermarktet haben, können das zweistufige Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes führen.

Die Übertragung des "Tierschutz geprüft"-Siegels des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) auf das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes bedeutet für den Verbraucher, dass er sich in diesem Fall statt an zwei unterschiedlichen Siegeln nur noch an einem einheitlichen Siegel orientieren muss: dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes.

Kriterien, die in der Legehennenhaltung für das Führen des Tierschutzlabels erfüllt sein müssen, sind beispielsweise: Beschäftigungsmaterial muss den Tieren in beiden Labelstufen angeboten werden, Schnabelkürzen ist in beiden Labelstufen verboten, die Besatzdichte liegt bei sieben (statt bei neun) Tieren pro Quadratmeter, in der Einstiegstufe ist ein Kaltscharraum vorgeschrieben und in der Premiumstufe kommt noch ein Auslauf im Freien von vier Quadratmetern pro Tier hinzu.

BMEL für europäisches Tierschutzlabel

Das BMEL wird sich auch weiterhin auf europäischer Ebene für die Einführung eines Tierschutzlabels einsetzen. Eine EU-Tierschutzkennzeichnung hätte den Vorteil, auf dem gemeinsamen Markt einen einheitlichen und für alle Verbraucher glaubwürdigen Rahmen zu setzen und international die hohe Qualität der EU-Agrarproduktion zu verdeutlichen. Außerdem könnte die EU auf diese Weise ihre Vorreiterrolle für den internationalen Tierschutz unterstreichen.

Stand:
03.02.16

Zum Thema

Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei

Startbild für das Video „Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei“

Im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" fördert das BMEL das Verbundforschungsprojekt zur "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung" an der Universität Leipzig. Die Geschlechtsbestimmung am befruchteten Hühnerei stellt nach derzeitigem Kenntnisstand die Option mit dem größten Potential dar, um das Töten männlicher Küken zu beenden. Der Film erläutert die Hintergründe und erklärt das Verfahren.

Der Film als Text

zum Video: Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei …

Transparenz beim Tierwohl: Bürgerportal des BMEL

Auf der Startseite des Portals ist eine Kuh und das Logo der Tierwohl-Initiative zu sehen

Wie werden unsere Nutztiere gehalten? Wie kann man beim Einkauf erkennen, welche Tiere besonders tiergerecht gehalten wurden? Was unternehmen Politik und Wirtschaft, damit es den Tieren besser geht? Auf diese und weitere Fragen finden Sie Antworten auf dem Informationsportal www.tierwohl-staerken.de.

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Informationen zum Veterinärwesen

Interview mit Dr. Schrader vom Friedrich-Loeffler-Institut, 2012

Filme des aid infodienst

Publikationen

Haltung zeigen - Was Sie beim Einkaufen für mehr Tierwohl tun können

Titelbild der Broschüre "Haltung zeigen - Was Sie beim Einkaufen für mehr Tierwohl tun können"

In Deutschland gelten hohe Standards für die Nutztierhaltung. Unsere Landwirte arbeiten jeden Tag verantwortungsvoll dafür, dass die Tiere gesund sind und mit Respekt behandelt werden. Immer mehr Landwirte leisten darüber hinaus noch mehr fürs Tierwohl. Doch beim Einkauf ist es nicht immer leicht, unterschiedliche Haltungskonzepte zu erkennen. Label helfen. Diese Übersicht stellt die wichtigsten vor. Sie gibt Ihnen Orientierung, damit Sie beim Einkauf Ihre persönliche Haltung zum Tierwohl zum Ausdruck bringen können.

Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen

Cover der Broschüre Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl

Mit der vorliegenden freiwilligen Vereinbarung setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl" um. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen und Mastputen abzuschaffen. Daneben wurde eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Branche und dem BMEL unter anderem in den Bereichen Forschung, Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie Beratung vereinbart.

Bundesminister Christian Schmidt freut sich über das Ergebnis: "Ein weiterer Meilenstein beim Tierwohl ist uns gelungen. Einmal mehr zeigt sich, dass das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit trägt: miteinander sprechen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen entwickeln. Mein Ziel ist es, mehr Tierwohl in die Ställe zu bringen. Auf diesem Weg sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen."

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015

Cover der Broschüre: Tierschutzbericht 2015

Bereits zum zwölften Mal legt die Bundesregierung den Tierschutzbericht vor und verdeutlicht damit den Stellenwert des Tierschutzes in der Gesellschaft. Berichtszeitraum sind die Jahre 2011 bis 2014.

Neue Wege für mehr Tierwohl - Ein Magazin des BMEL

Titelbild des BMEL-Magazins "Neue Wege für mehr Tierwohl"

Es tut sich was in Sachen Tierwohl: Das Thema wird wichtiger, für Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie für die Landwirte. Immer mehr Menschen möchten dazu beitragen, dass es den Tieren, die für unsere Lebensmittel sorgen, im Stall und auf der Weide gut geht. Denn Ernährung ist auch eine Frage der Haltung: Wie halten wir Schweine, Kühe oder Legehennen? Wie halten wir es selbst beim Einkauf im Alltag, wenn wir an der Fleischtheke stehen?

Wir stellen Ihnen in diesem Magazin Menschen vor, die in ihrem Bereich Haltung zeigen: als Landwirt, Tierarzt oder Wissenschaftlerin. Wir erklären, warum manche Lösung schwieriger ist, als sie zunächst erscheint. Wir zeigen, welche faszinierenden Ideen es in Deutschland gibt, Tieren noch respektvoller zu begegnen. Und wir informieren, was Sie als Verbraucher tun können, wenn Sie selbst beim Einkauf auf eine besonders artgerechte Tierhaltung und auf Tierschutz achten wollen.

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