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Ortstermin: Besuch im Schweinestall

Im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" fördert das BMEL unter anderem die Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Maria Flachsbarth besichtigte am 25. Juni 2015 einen Legehennen-Betrieb und einen Schweinehaltungs-Betrieb, die im Rahmen der MuD Tierschutz-Beratungsinitiative betreut werden.

MuD Tierschutz – Beratungsinitiative

Bisher profitieren rund 250 Betriebe unterschiedlicher Größenordnungen von einzelbetrieblicher und kostenloser Beratung innerhalb der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz. Die MuD-Beratungsinitiativen unterstützen die konventionellen oder ökologischen Tierhaltungsbetriebe durch intensive Begleitung zur Verbesserung des Tierwohls von Schweinen, Legehennen und Wiederkäuern.

Wir wollen Tierhaltung in Deutschland zukunftsfähig machen - mit den Landwirten zusammen.
Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth

Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Modell- und Demonstrationsvorhaben, um einen schnellen und effektiven Transfer von Forschungsergebnissen in die landwirtschaftliche Praxis zu erzielen und somit die Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schließen. Die MuD Tierschutz gliedern sich in drei Bereiche: Beratung, Demonstrationsbetriebe und Aquakultur.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen führt insgesamt drei MuD Tierschutz-Beratungsinitiativen durch:

  • Minimierung von Federpicken und Kannibalismus bei unkupierten Legehennen durch Optimierung der Herdenführung und Tierbetreuung unter Berücksichtigung der Junghennenaufzucht
  • Tierwohl, Tiergesundheit und Umwelt bei der Mastschweinehaltung verbessern durch Optimierung der Lüftungsanlagen
  • Einzelbetriebliche Intensivberatung Schweine haltender Betriebe zur Reduzierung des Risikos von Schwanzbeißen (kurz: Prävention von Schwanzbeißen beim Schwein)

Die Besichtigung führte auf die Betriebe Mardink in Wilsum und Schulte in Meppen.

Legehennenbetrieb Mardink

Landwirt Mardink weiß: "Ab 2017 muss der Schnabel dranbleiben." Aus diesem Grunde hat der 38-jährige Landwirt sich entschlossen, an dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Projekt teilzunehmen. Er ist froh, von der zusätzlichen Beratung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen profitieren zu können. Die Schnäbel der Legehennen sind ungekürzt.

Eckdaten Betrieb Mardink

Bestand: 20.000 Legehennen
Haltung: Freiland
Genetik: Novogen Brown Light
Besatzdichte: 7 Hennen pro Quadratmeter (inkl. Wintergarten)

Blick in den Stall

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Legehennen im Freilandbereich, mit einem Klick gelangen Sie zur Bildergalerie Freilandgelände auf dem Betrieb Mardink, Quelle: BLE

Als der Landwirt in die Legehennenhaltung im Jahr 2010 einstieg, hat er sich dazu entschieden, den Legehennen mehr Platz zu geben. Die Besatzdichte liegt bei sieben Legehennen pro Quadratmeter. Dank des größeren Platzangebotes können sich die Hennen in Stresssituationen besser aus dem Weg gehen. Das scheint nach Einschätzung des Landwirts ein wichtiger Faktor zu sein, um Verhaltensstörungen wie Federpicken vorzubeugen.

Ein zweiter wichtiger Faktor ist das Beschäftigungsmaterial, das der Landwirt den Legehennen gibt. Mehrmals am Tag rieselt Maissilage in den Stall, außerdem erhalten die Hennen Pickblöcke sowie Möhren, Luzerne (eine Pflanzenart, auch Schneckenklee oder Ewiger Klee genannt) und Stroh in Raufen und Netzen.

Ganz wichtig ist auch die Tierbeobachtung. Dazu nimmt sich Landwirt Mardink auch mal eine halbe Stunde Zeit, stellt sich in den Stall und beobachtet seine Tiere. Nur so kann er rechtzeitig eingreifen, falls in der Herde mal etwas nicht stimmen sollte.

Schweinehaltung und Ferkelaufzucht im Betrieb Schulte

Schwanzbeißen ist ein häufiges Problem in der Mastschweinehaltung. Um das Problem erfolgreich lösen zu können, bedarf es betriebsindividueller Ansätze, da es viele mögliche Einflussfaktoren gibt.

Eckdaten Betrieb Schulte

Bestand:
142.000 Hähnchenplätze
280 Sauenplätze
1.400 Ferkelaufzuchtplätze
1.600 Mastplätze

Landwirtschaftliche Nutzfläche:
100 Hektar

Blick in den Stall

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Frau Dr. Flachsbarth mit der Tierschutz-Beraterin Grothmann im Schweinestall, mit einem Klick gelangen Sie zur Bildergalerie Die Tierschutz-Beraterin Wilhelmine Grothmann erläutert der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth (r.) die vorgenommenen Maßnahmen im Schweinestall beim Betrieb Schulte, Quelle: BLE

Landwirt Hannes Schulte und seine Frau Ria nehmen als einer von derzeit 16 Betrieben aus ganz Niedersachsen an der Beratungsinitiative zur Risikominimierung von Schwanzbeißen teil. Ria und Hannes Schulte machen Versuche in kleinen Gruppen, die langen Schwänze bei den Schweinen dran zu lassen. Sie beobachten ihre Tiere besonders intensiv.

Prävention von Schwanzbeißen beim Schwein

Zur Erfassung und Beurteilung der einzelbetrieblichen Situation verwendet die Tierschutz-Beraterin das Programm SchwIP (Schwanzbeiß-Interventions-Programm), das vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zur Verfügung gestellt wurde. Mittels der Erfassungsbögen nimmt die Beraterin Daten zum Stallklima, zur Art der Aufstallung und der Ausgestaltung der Buchten sowie zum Zustand und Verhalten der Tiere auf. Aus dieser Datensammlung leitet die Beraterin die betriebsindividuellen Risikofaktoren für das Auftreten von Schwanzbeißen ab und erarbeitet zusammen mit dem Betriebsleiter Schulte praktikable Handlungsvorschläge.

"Besonders wichtig ist die Tierbeobachtung! Der Landwirt muss sofort das beißende Tier identifizieren. Wenn das Tätertier unverzüglich aussortiert und umgestallt wird und weitere begleitende Maßnahmen ergriffen werden, lässt sich das Schwanzbeißen in der Regel reduzieren.", so die Beraterin.

Die an der Beratungsinitiative teilnehmenden Betriebe bilden einen Arbeitskreis, in dem die Landwirtinnen und Landwirte sich intensiv mit dem Problem Schwanzbeißen und möglichen innovativen Lösungen auseinandersetzen.

Hofschild

Hofschild mit dem Logo der Tierwohl-Initiative und dem Hinweis, dass der betrieb an der beratungsinitiative der MuD Tierschutz teilnimmt Hofschild für Betriebe, die an der Beratungsinitiative der MuD Tierschutz teilnehmen, Quelle: BLE

Hintergrundinformationen zu den Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz

Die MuD Tierschutz dienen der Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren zur Steigerung des Tierschutzniveaus in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Umsetzung neuer Erkenntnisse und innovativer Maßnahmen, die Gesundheit und Wohl der Tiere, eine tiergerechte Haltung oder die Auswirkungen moderner Tierhaltungsverfahren auf die Umwelt betreffen.

Die Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz sind in die Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" des Bundeslandwirtschaftsministeriums eingebettet. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist mit der Projektträgerschaft beauftragt.

Weitere Informationen

Allgemeine Informationen zur Geflügel- und Schweinehaltung

Stand:
25.06.15

Zum Thema

Geschafft: Mehr Tierwohl

Mit unserer Initiative "Eine Frage der Haltung" setzen wir neue Maßstäbe in der Nutztierhaltung und verbessern die Beratung zu Haustieren.

mehr: Geschafft: Mehr Tierwohl …

Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei

Startbild für das Video „Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei“

Im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" fördert das BMEL das Verbundforschungsprojekt zur "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung" an der Universität Leipzig. Die Geschlechtsbestimmung am befruchteten Hühnerei stellt nach derzeitigem Kenntnisstand die Option mit dem größten Potential dar, um das Töten männlicher Küken zu beenden. Der Film erläutert die Hintergründe und erklärt das Verfahren.

zum Video: Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei …

Informationen zum Veterinärwesen

Filme des aid infodienst

Publikationen

Schritte zu mehr Tierwohl

Per Click zur Broschüre "Schritte zu mehr Tierwohl"

Die Broschüre informiert über bereits getätigte und zukünftige Schritte hin zu mehr Tierwohl.

Der Fokus liegt auf den Planungen für ein staatliches Tierwohllabel und den Alternativen zum Töten männlicher Küken.

Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen

Cover der Broschüre Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl

Mit der vorliegenden freiwilligen Vereinbarung setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl" um. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen und Mastputen abzuschaffen. Daneben wurde eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Branche und dem BMEL unter anderem in den Bereichen Forschung, Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie Beratung vereinbart.

Bundesminister Christian Schmidt freut sich über das Ergebnis: "Ein weiterer Meilenstein beim Tierwohl ist uns gelungen. Einmal mehr zeigt sich, dass das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit trägt: miteinander sprechen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen entwickeln. Mein Ziel ist es, mehr Tierwohl in die Ställe zu bringen. Auf diesem Weg sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen."

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015

Cover der Broschüre: Tierschutzbericht 2015

Bereits zum zwölften Mal legt die Bundesregierung den Tierschutzbericht vor und verdeutlicht damit den Stellenwert des Tierschutzes in der Gesellschaft. Berichtszeitraum sind die Jahre 2011 bis 2014.

Neue Wege für mehr Tierwohl - Ein Magazin des BMEL

Titelbild des BMEL-Magazins "Neue Wege für mehr Tierwohl"

Es tut sich was in Sachen Tierwohl: Das Thema wird wichtiger, für Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie für die Landwirte. Immer mehr Menschen möchten dazu beitragen, dass es den Tieren, die für unsere Lebensmittel sorgen, im Stall und auf der Weide gut geht. Denn Ernährung ist auch eine Frage der Haltung: Wie halten wir Schweine, Kühe oder Legehennen? Wie halten wir es selbst beim Einkauf im Alltag, wenn wir an der Fleischtheke stehen?

Wir stellen Ihnen in diesem Magazin Menschen vor, die in ihrem Bereich Haltung zeigen: als Landwirt, Tierarzt oder Wissenschaftlerin. Wir erklären, warum manche Lösung schwieriger ist, als sie zunächst erscheint. Wir zeigen, welche faszinierenden Ideen es in Deutschland gibt, Tieren noch respektvoller zu begegnen. Und wir informieren, was Sie als Verbraucher tun können, wenn Sie selbst beim Einkauf auf eine besonders artgerechte Tierhaltung und auf Tierschutz achten wollen.

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