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Rückblick auf Aktivitäten und Informationen der Tierwohl-Initiative

Seit dem Start der Tierwohl-Initiative am 17. September 2014 haben wir über viele Termine und Aktivitäten berichtet, die im Rahmen der Inititative "Eine Frage der Haltung - neue Wege für mehr Tierwohl" stattgefunden haben. Eine Zusammenstellung der älteren Beiträge finden Sie in diesem Dossier.

Bundesminister Schmidt startete die Tierschutz-Initiative des BMEL mit den Worten: "Den Tieren muss es am Ende dieser Legislaturperiode besser gehen als heute."

Symposium "Forschung für mehr Tierwohl"

Aktuelle Forschungsansätze und innovative Lösungen präsentierten und diskutierten am 9. Dezember in Bonn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums "Forschung für mehr Tierwohl".

Zu dem Forum im Rahmen der Tierwohl-Initiative hatte das BMEL und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Fachleute aus Wissenschaft, Politik sowie Verbände- und Wirtschaftsvertreter eingeladen.

Tiergerechte Lösungen müssen zugleich auch praxistauglich und ökonomisch tragfähig sein. Was bringt es dem Schwein, wenn der Schwanz nicht kupiert, er aber von einem anderen Tier angebissen wird? Nicht nur in dieser Frage ist die Forschung gefordert, praktikable Wege des Übergangs aufzuzeigen.

Tierwohl ist ein rasant wachsendes Forschungsfeld

"Das Symposium ist ein wichtiger Beitrag zu einer besseren Vernetzung aller, die im Bereich Tierwohl forschen. Die Stärken unserer Forschung werden nur dann voll wirksam, wenn sich alle sehr intensiv austauschen und voneinander lernen. Auf dem Symposium wurde ganz deutlich: Das Tierwohl ist in Deutschland und darüber hinaus ein rasant wachsendes Forschungsfeld. Entscheidend ist jetzt, dass wir die wissenschaftlichen Ergebnisse in der Praxis umsetzen", so Bundesagrarminister Christian Schmidt.

BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden steht am Rednerpult BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden begrüßt die Teilnehmer des Symposiums, Quelle: BLE

Nach Ansicht von BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden sollten innovative Forschungsprojekte auch dazu beitragen, dass die Nutztierhaltung in der Gesellschaft wieder eine größere Akzeptanz erfährt. "Die Themen Tierwohl und Tierhaltung sind fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Dabei ist es unsere Aufgabe, die Art und Weise der Produktion tierischer Lebensmittel am Tierwohl auszurichten. Eine besondere Herausforderung ist es hierbei, dies ökonomisch zu gestalten, um nachhaltige Verbesserungen zu erreichen", so Eiden.

Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes, des Deutschen Bauernverbandes und der Fleischwirtschaft stellten die Erwartungen gesellschaftlicher Gruppen aus unterschiedlichen Blickwinkeln dar.

Beispiele für Forschungsaktivitäten

Geschlechtsbestimmung bei Küken

Jedes Jahr werden rund 45 Millionen männliche Küken getötet, nur weil sie das falsche Geschlecht haben. Eine frühe Geschlechtsbestimmung im Ei könnte Abhilfe schaffen. Der Bund fördert unter anderem ein Verbundprojekt mit dem Ziel einer sogenannten "in ovo – Geschlechtsbestimmung". Die Zwischenergebnisse sind bereits jetzt vielversprechend. Die Forschung ist hier auf gutem Wege, ein solches Verfahren auch für die breite Praxis zu entwickeln.

Reduzierung des Schwanzbeißens

Slogan der Initiative Eine Frage der Haltung - neue Wege für mehr Tierwohl mit drei Tierköpfen

Ein anderer Forschungsschwerpunkt dient dem Ziel, konkrete Schritte für den Ausstieg aus nicht-kurativen Eingriffen aufzuzeigen. Über Modell- und Demonstrationsvorhaben fördert das BMEL deshalb die intensive Beratung unter anderem von Schweinehaltern. Ziel ist es, das Risiko des Schwanzbeißens durch eine Optimierung der Haltungsbedingungen zu reduzieren.

Federpicken und Kannibalismus minimieren

Ein weiteres, vom Bund gefördertes Projekt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat zum Ziel, durch gezielte Managementmaßnahmen und Herdenführung das Federpicken und den Kannibalismus bei Legehennen zu minimieren. Diese Erkenntnisse sind wichtig, um schon bald die Praxis des Schnabelkürzens zu beenden. Lösungsansätze des Modellprojekts werden in Form eines Leitfadens für die Praxis veröffentlicht.

Züchtung hornloser Rinder

Ein ähnliches Ziel verfolgt ein an der Universität Kassel durchgeführtes Zuchtprogramm für hornlose Milch- sowie Zweinutzungsrinder. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass Rindern künftig keine Hörner mehr kupiert werden müssen.

Erkenntnisse aus Forschung und Praxis kombinieren

Bundesminister Schmidt, BLE-Präsident Dr. Eiden, Vorsitzender des Kompetenzkreises Tierwohl Lindemann und Staatssekretärin Dr. Flachsbarth Bundesminister Schmidt, BLE-Präsident Dr. Eiden, Vorsitzender des Kompetenzkreises Tierwohl Lindemann und Staatssekretärin Dr. Flachsbarth (vordere Reihe von links nach rechts), Quelle: BLE

"Wir müssen jetzt die Erkenntnisse aus der Forschung und der Praxis in den Betrieben kombinieren. Wenn wir über mehr Tierschutz diskutieren, müssen wir die Folgen und Perspektiven für Tiere, Tierhalter, Verarbeiter, Lebensmittelhandel und Verbraucher gründlich herausarbeiten und innovative Lösungsansätze anbieten. Wir brauchen neue Wege für mehr Tierwohl, die auf gesicherten Forschungsergebnissen fußen und den gesellschaftlichen und ökonomischen Zielen Rechnung tragen", betonte Bundesminister Schmidt.

Ausbau der Forschungsförderung

Der Ausbau der Forschungsförderung ist ein wichtiger Teil der Mitte September gestarteten Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl". So sieht der Haushalt des BMEL für das Jahr 2015 Mittel im Bereich des Tierschutzes von über 33 Millionen Euro vor. Seit 2010 hat das BMEL allein über Projektmittel rund 142 Millionen Euro für die Forschung im Bereich der Tierhaltung und des Tierschutzes bereitgestellt. Der bestehende Forschungsbedarf wird fortlaufend geprüft und angepasst. Auf großes Interesse stieß unter anderem eine Förderrichtlinie im BMEL-Innovationsprogramm für verbesserte Haltungsbedingungen insbesondere bei Rindern, Schweinen und Geflügel. Nach deren Ausschreibung im Oktober 2012 wurden fast 100 Projektvorschläge mit 425 Beteiligten und einem Förderbedarf von über 96 Millionen Euro eingereicht. 33 Skizzen mit einer Fördersumme von insgesamt rund 30 Millionen Euro wurden als förderwürdig bewertet und nunmehr umgesetzt.

Übergabe eines Zuwendungsbescheides

Im Rahmen des Symposiums überreichte die Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dr. Flachsbarth einen Zuwendungsbescheid für das Forschungsprojekt "Untersuchungen zum Anteil von Trächtigkeiten bei geschlachteten Tieren und zu den Ursachen zum Anteil von Trächtigkeiten bei geschlachteten Tieren und zu den Ursachen für die Abgabe trächtiger Schlachttiere unter Berücksichtigung der verschiedenen Tier- und Nutztierarten".

Frau Prof. Dr. Riehn von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg erläuterte das Projekt und betonte insbesondere, dass es um die Schlachtung trächtiger "Nutztiere" gehe. Sie nahm gemeinsam mit Herrn Maurer von der Universität Leipzig die Urkunden entgegen.

Stand:
09.12.14

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

Geschafft: Mehr Tierwohl

Mit unserer Initiative "Eine Frage der Haltung" setzen wir neue Maßstäbe in der Nutztierhaltung und verbessern die Beratung zu Haustieren.

mehr: Geschafft: Mehr Tierwohl …

Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei

Startbild für das Video „Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei“

Im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" fördert das BMEL das Verbundforschungsprojekt zur "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung" an der Universität Leipzig. Die Geschlechtsbestimmung am befruchteten Hühnerei stellt nach derzeitigem Kenntnisstand die Option mit dem größten Potential dar, um das Töten männlicher Küken zu beenden. Der Film erläutert die Hintergründe und erklärt das Verfahren.

zum Video: Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei …

Informationen zum Veterinärwesen

Filme des aid infodienst

Publikationen

Schritte zu mehr Tierwohl

Per Click zur Broschüre "Schritte zu mehr Tierwohl"

Die Broschüre informiert über bereits getätigte und zukünftige Schritte hin zu mehr Tierwohl.

Der Fokus liegt auf den Planungen für ein staatliches Tierwohllabel und den Alternativen zum Töten männlicher Küken.

Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen

Cover der Broschüre Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl

Mit der vorliegenden freiwilligen Vereinbarung setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl" um. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen und Mastputen abzuschaffen. Daneben wurde eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Branche und dem BMEL unter anderem in den Bereichen Forschung, Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie Beratung vereinbart.

Bundesminister Christian Schmidt freut sich über das Ergebnis: "Ein weiterer Meilenstein beim Tierwohl ist uns gelungen. Einmal mehr zeigt sich, dass das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit trägt: miteinander sprechen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen entwickeln. Mein Ziel ist es, mehr Tierwohl in die Ställe zu bringen. Auf diesem Weg sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen."

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015

Cover der Broschüre: Tierschutzbericht 2015

Bereits zum zwölften Mal legt die Bundesregierung den Tierschutzbericht vor und verdeutlicht damit den Stellenwert des Tierschutzes in der Gesellschaft. Berichtszeitraum sind die Jahre 2011 bis 2014.

Neue Wege für mehr Tierwohl - Ein Magazin des BMEL

Titelbild des BMEL-Magazins "Neue Wege für mehr Tierwohl"

Es tut sich was in Sachen Tierwohl: Das Thema wird wichtiger, für Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie für die Landwirte. Immer mehr Menschen möchten dazu beitragen, dass es den Tieren, die für unsere Lebensmittel sorgen, im Stall und auf der Weide gut geht. Denn Ernährung ist auch eine Frage der Haltung: Wie halten wir Schweine, Kühe oder Legehennen? Wie halten wir es selbst beim Einkauf im Alltag, wenn wir an der Fleischtheke stehen?

Wir stellen Ihnen in diesem Magazin Menschen vor, die in ihrem Bereich Haltung zeigen: als Landwirt, Tierarzt oder Wissenschaftlerin. Wir erklären, warum manche Lösung schwieriger ist, als sie zunächst erscheint. Wir zeigen, welche faszinierenden Ideen es in Deutschland gibt, Tieren noch respektvoller zu begegnen. Und wir informieren, was Sie als Verbraucher tun können, wenn Sie selbst beim Einkauf auf eine besonders artgerechte Tierhaltung und auf Tierschutz achten wollen.

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