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Rückblick auf Aktivitäten und Informationen der Tierwohl-Initiative

Seit dem Start der Tierwohl-Initiative am 17. September 2014 haben wir über viele Termine und Aktivitäten berichtet, die im Rahmen der Inititative "Eine Frage der Haltung - neue Wege für mehr Tierwohl" stattgefunden haben. Eine Zusammenstellung der älteren Beiträge finden Sie in diesem Dossier.

Bundesminister Schmidt startete die Tierschutz-Initiative des BMEL mit den Worten: "Den Tieren muss es am Ende dieser Legislaturperiode besser gehen als heute."

Tierschutz: Wissenstransfer in die landwirtschaftliche Praxis

Am 21. April 2016 fand in Bonn ein Fachsymposium der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz statt. Die Beratungsinitiativen stellten erste Ergebnisse wie einen Leitfaden zum Verzicht auf das Schnabelkürzen und Empfehlungen für die Schweinemast mit Ringelschwanz vor.

Über 130 Projekteilnehmer und interessierte Fachleute diskutierten die vorgestellten Ergebnisse mit den Schwerpunktthemen Schweine- und Geflügelhaltung. Ziel waren Lösungsansätze für die untersuchten Fragestellungen wie Schwanzbeißen und Federpicken sowie die Medikamentenreduzierung in der Ferkelaufzucht.

Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums und betonte, dass die Ergebnisse der Beratungsinitiativen zeigten, dass das BMEL mit den Modell- und Demonstrationsvorhaben auf dem richtigen Weg sei.

Die Verbesserung des Tierwohls ist uns ein wichtiges Anliegen, aber auch ein anspruchsvoller Prozess. Dieser muss so gestaltet werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der tierhaltenden Betriebe erhalten bleibt.
Dr. Maria Flachsbarth

Schritt für Schritt zu mehr Tierwohl

Die Tierschutz-Beraterinnen und -Berater der Initiativen konnten auf allen Betrieben mit Hilfe von Checklisten Schwachstellen identifizieren, teilweise entdeckten sie Fehler in der Klimagestaltung oder der Futterlagerung. Durch Handlungsempfehlungen konnten die Berater Verbesserungen erreichen. Die Tierschutzberater entwickelten Maßnahmenpläne, die beispielsweise das Schwanzbeißen reduzierten. Die Landwirte reagierten durchweg positiv und machten deutlich, dass insbesondere der Austausch untereinander den Faktor "Betriebsblindheit" verändert hat. Ganz wesentlich ist die Tierbeobachtung auf dem Weg zu mehr Tierwohl.

"Wir wollen zeigen, wie Beratungsinitiativen landwirtschaftliche Betriebe erfolgreich dabei begleiten können, Tierschutz ganz konkret und unter spezifischen betrieblichen Bedingungen zu verbessern. An den Ergebnissen der Beratungsinitiative zur Medikamentenreduzierung, aber auch den anderen Initiativen, wird dies deutlich."

Dr. Hanns-Christoph Eiden am Rednerpult Quelle: BLE

Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Die Beratungsinitiativen kommen unter anderem auch zu dem Ergebnis, dass ein Kupierverzicht von Ringelschwänzen langsam anzugehen ist. Die Betriebe müssen Schritt für Schritt an den Kupierverzicht herangeführt werden, um langfristig Erfolg zu haben. Einigkeit gibt es darin, dass weiterhin Forschungsbedarf (beispielsweise zum Einfluss der Genetik) besteht, der jedoch nicht Gegenstand der MuD sein kann.

Leitfäden und Tipps

Alle Beratungsinitiativen werden Leitfäden mit konkreten Handlungsempfehlungen für Landwirte erstellen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat in ihrer Beratungsinitiative zur Minimierung des Federpickens bei Legehennen bereits einen ersten Leitfaden entwickelt, der beispielsweise Checklisten zum Junghennenbesuch und Übergabeprotokolle sowie einen Stallcheckbogen bietet. Damit erfüllt sich das Ziel der Beratungsinitiativen, eine Verbesserung des Tierschutzes durch den Transfer von neuen tierschutzrelevanten Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung in die breite landwirtschaftliche Praxis zu bringen.

Demonstrationsbetriebe sollen Erfahrungen weitergeben

In einem zweiten Schwerpunkt der MuD Tierschutz fördert das BMEL Netzwerke von Demonstrationsbetrieben, um umfangreiche Tierschutz-Maßnahmen umzusetzen, die weit über den gesetzlichen Standard hinausgehen. Derzeit bereiten sich 25 Betriebe in fünf Netzwerken schrittweise auf den Kupierverzicht bei Schweinen und Legehennen sowie die Gruppenhaltung ferkelführender Sauen vor.

Das Tierschutz-Kompetenzzentrum baut diese Netzwerke von Demonstrationsbetrieben auf. Das Kompetenzzentrum berät die Betriebe vor Ort. Diese sollen die praktische Umsetzung zeigen und ihre erworbenen Erfahrungen weitergeben.

Hintergrundinformationen zu den Beratungsinitiativen

Beratungsinitiativen zur Vermeidung von Federpicken

Derzeit gibt es zwei Beratungsinitiativen zur Geflügelhaltung.

Die Beratungsinitiative "Etablierung eines Managementtools bei Legehennen" fördert die Anwendung des Excel-basierten Beratungswerkzeuges "Managementtool" (MTool), das die tierorientierte Beurteilung des Managementerfolges und eine Systematisierung der komplexen betrieblichen Zusammenhänge ermöglicht. Ziel ist die Verbesserung des Wohlbefindens und der Gesundheit von Legehennen unter Verzicht auf das Schnabelkürzen. Die Entwicklung und bisherige Anwendung des MTool erfolgte auf ökologischen Betrieben und wird im Rahmen der MuD Tierschutz für konventionelle Betriebe angepasst. Teilnehmende Betriebe können mit Hilfe des MTool die komplexen Faktoren, die das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus auslösen, schneller und umfassender als mit den bisherigen Dokumentationsinstrumenten erfassen.

In der Beratungsinitiative "Minimierung von Federpicken bei Legehennen" ist das Ziel der Verzicht auf das Schnabelkürzen, die Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus in Geflügelbeständen und die Betreuung der landwirtschaftlichen Betriebe bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Die Beratung können sowohl konventionelle als auch ökologisch wirtschaftende Betriebe in Anspruch nehmen. Sie sollten bereit sein, unkupierte Hennen einzustallen. Ziel dieser Initiative ist die Optimierung der Herdenführung und Tierbetreuung während des gesamten Produktionszyklus von der Aufzucht über die Legephase bis zur Schlachtung durch ein eng vernetztes Beratungsteam.

Beratung in der Schweinehaltung

Ein Schwein schaut in die Kamera, daneben ein Ringelschwanz eines anderen Schweines Schweine mit intaktem Ringelschwanz, Quelle: BLE

Die vier Beratungsinitiativen zur Schweinehaltung befassen sich mit folgenden Themen:

  • Prävention von Schwanzbeißen beim Schwein
  • Reduzierung des Medikamenteneinsatzes in der Ferkelerzeugung
  • Optimierung des Stallklimas in der Mastschweinehaltung
  • Intervention bei akutem Schwanzbeißen beim Schwein

Bei der Beratungsinitiative "Prävention von Schwanzbeißen beim Schwein" werden die Schweine haltenden Betriebe einzeln ganzheitlich beraten. Das Ziel ist, eine Optimierung und Stabilisierung der Haltungsbedingungen sowohl in der Ferkelaufzucht als auch in der Maststufe zu erreichen.

Die Beratungsinitiative "Reduzierung des Medikamenteneinsatzes in der Ferkelerzeugung" richtet sich an Schweine haltende Betriebe, die ein geschlossenes System mit eigener Ferkelproduktion und -aufzucht sowie anschließender Mast betreiben. Es werden Strategien zur Reduzierung des Medikamenteneinsatzes in der Ferkelstufe entwickelt und die Auswirkungen auf den Aufzucht- und den Mastzeitraum beobachtet.

Bei der Beratungsinitiative "Optimierung des Stallklimas in der Mastschweinehaltung" sind Schweinemastbetriebe mit unterschiedlichen Be- und Entlüftungssystemen gefragt. Die teilnehmenden Betriebe werden zur Klimagestaltung beraten, es sollen Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Lüftungssysteme entstehen. Ziele der Klimaoptimierung sollen eine Senkung des Infektionsdrucks, des Medikamenteneinsatzes sowie die Reduzierung des Risikos für das Auftreten von unerwünschtem Verhalten der Tiere sein.

Die Beratungsinitiative "Intervention bei akutem Schwanzbeißen beim Schwein" verfolgt das Ziel, das Auftreten von Schwanzbeißen durch innovative Beratung und die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zu verhindern. Dadurch sollen die Betriebe auf das Kupieren der Schwanzspitze verzichten können. Die Beratung erfolgt durch ein enges Netz landwirtschaftlicher Beraterinnen und Berater sowie von Tierärztinnen und Tierärzten.

Modell- und Demonstrationsvorhaben im Rahmen der Initiative "Eine Frage der Haltung"

Die Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz (MuD) sollen einen schnellen und effektiven Transfer von Forschungsergebnissen in die landwirtschaftliche Praxis erzielen und somit die Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis schließen.

Die MuD Tierschutz dienen damit der Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren zur Steigerung des Tierschutzniveaus in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Umsetzung neuer Erkenntnisse und innovativer Maßnahmen, die Gesundheit und Wohl der Tiere, eine tiergerechte Haltung oder die Auswirkungen moderner Tierhaltungsverfahren auf die Umwelt betreffen.

Slogan der Initiative Eine Frage der Haltung - neue Wege für mehr Tierwohl

Die Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz sind in die Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" des Bundeslandwirtschaftsministeriums eingebettet. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist mit der Projektträgerschaft beauftragt.

Stand:
21.04.16

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

Geschafft: Mehr Tierwohl

Mit unserer Initiative "Eine Frage der Haltung" setzen wir neue Maßstäbe in der Nutztierhaltung und verbessern die Beratung zu Haustieren.

mehr: Geschafft: Mehr Tierwohl …

Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei

Startbild für das Video „Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei“

Im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" fördert das BMEL das Verbundforschungsprojekt zur "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung" an der Universität Leipzig. Die Geschlechtsbestimmung am befruchteten Hühnerei stellt nach derzeitigem Kenntnisstand die Option mit dem größten Potential dar, um das Töten männlicher Küken zu beenden. Der Film erläutert die Hintergründe und erklärt das Verfahren.

zum Video: Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei …

Informationen zum Veterinärwesen

Filme des aid infodienst

Publikationen

Schritte zu mehr Tierwohl

Per Click zur Broschüre "Schritte zu mehr Tierwohl"

Die Broschüre informiert über bereits getätigte und zukünftige Schritte hin zu mehr Tierwohl.

Der Fokus liegt auf den Planungen für ein staatliches Tierwohllabel und den Alternativen zum Töten männlicher Küken.

Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen

Cover der Broschüre Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl

Mit der vorliegenden freiwilligen Vereinbarung setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl" um. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen und Mastputen abzuschaffen. Daneben wurde eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Branche und dem BMEL unter anderem in den Bereichen Forschung, Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie Beratung vereinbart.

Bundesminister Christian Schmidt freut sich über das Ergebnis: "Ein weiterer Meilenstein beim Tierwohl ist uns gelungen. Einmal mehr zeigt sich, dass das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit trägt: miteinander sprechen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen entwickeln. Mein Ziel ist es, mehr Tierwohl in die Ställe zu bringen. Auf diesem Weg sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen."

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015

Cover der Broschüre: Tierschutzbericht 2015

Bereits zum zwölften Mal legt die Bundesregierung den Tierschutzbericht vor und verdeutlicht damit den Stellenwert des Tierschutzes in der Gesellschaft. Berichtszeitraum sind die Jahre 2011 bis 2014.

Neue Wege für mehr Tierwohl - Ein Magazin des BMEL

Titelbild des BMEL-Magazins "Neue Wege für mehr Tierwohl"

Es tut sich was in Sachen Tierwohl: Das Thema wird wichtiger, für Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie für die Landwirte. Immer mehr Menschen möchten dazu beitragen, dass es den Tieren, die für unsere Lebensmittel sorgen, im Stall und auf der Weide gut geht. Denn Ernährung ist auch eine Frage der Haltung: Wie halten wir Schweine, Kühe oder Legehennen? Wie halten wir es selbst beim Einkauf im Alltag, wenn wir an der Fleischtheke stehen?

Wir stellen Ihnen in diesem Magazin Menschen vor, die in ihrem Bereich Haltung zeigen: als Landwirt, Tierarzt oder Wissenschaftlerin. Wir erklären, warum manche Lösung schwieriger ist, als sie zunächst erscheint. Wir zeigen, welche faszinierenden Ideen es in Deutschland gibt, Tieren noch respektvoller zu begegnen. Und wir informieren, was Sie als Verbraucher tun können, wenn Sie selbst beim Einkauf auf eine besonders artgerechte Tierhaltung und auf Tierschutz achten wollen.

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