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Nachwachsender Rohstoff Holz

In den deutschen Wäldern steht so viel Holz wie seit Jahrhunderten nicht mehr – und das bei einer hohen Nutzung. Der Holzvorrat im deutschen Wald ist in den vergangenen zehn Jahren um sieben Prozent gestiegen. Deutschland verfügt aktuell über einen Holzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmetern.

Nicht nur die Holzvorräte sind auf Rekordniveau – auch die Nachfrage ist rege. Der Bedarf nach umweltverträglich erzeugten Rohstoffen nimmt weltweit zu. Da liegt Holz voll im Trend. Umso erfreulicher ist es, dass die Wälder heute vielfältiger sind denn je und mehr Holz nachwächst, als wir nutzen. Die Holznutzung in Deutschland ist nachhaltig.

Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch Holz als nachwachsenden Rohstoff und erneuerbaren Energieträger in vielfältiger Weise. Auch heute sind Holzerzeugnisse in unserem Leben allgegenwärtig. Die stoffliche Holznutzung wird vom Bausektor dominiert. Dabei werden Schnitthölzer wie z.B. Bretter, Bohlen oder Latten sowie Holzwerkstoffe (z.B. Spanplatten, Sperrholz) und Holzfasern in nahezu allen Bereichen in- und außerhalb von Gebäuden eingesetzt: von der Konstruktion und im Dachbereich, Türen und Fenster, Innenausstattung wie z.B. Fußböden, Paneele oder Deckenverkleidungen, Dämmstoff, Fassadengestaltung, Carports bis hin zur Gartenmöblierung.

In Deutschland sind gut 15 Prozent aller Wohnbauten und über 18 Prozent der Nichtwohnbauten mit Holz errichtet. Spektakuläre Sonderkonstruktionen wie das weltgrößte freitragende EXPO-Holzdach der Weltausstellung 2000 in Hannover belegen eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit modernen Holzbaus. Weitere Beispiele sind das weltweit erste Windkraftwerk der Multimegawattklasse, das seit 2012 auf einem 100 Meter hohen Holzturm in Hannover-Marienwerder steht und Strom für 1.000 Haushalte produzieren kann oder das mit 60 Metern Höhe höchste Holzgebäude Deutschlands, der "Jahrtausendturm" in Magdeburg. Bei der Instandhaltung und Modernisierung von Altbauten kann das Holz technische Stärken ausspielen (z.B. bei der Gebäudeaufstockung, die wegen vergleichsweise niedriger Rohdichten des üblicherweise verwendeten Nadelholzes oft ohne Änderung der jeweils vorliegenden Statik möglich ist). Weitere Verwendungsbeispiele für Holz sind Zellstoff, Papier und Pappe, Hygieneartikel, Bedarfsgegenstände des täglichen Lebens, Holzpackmittel oder Möbel.

Grafik zum O2- und CO2-Austausch im Wald

Nachwachsende Rohstoffe wie Holz haben hervorragende Eigenschaften. Sie sind strapazierfähig, atmungsaktiv, gesundheitsverträglich, sichern ein angenehmes Raumklima und punkten mit umweltverträglicher Rohstofferzeugung. Nur wenige Rohstoffe haben ähnlich gute Ökobilanzen wie Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft: Bäume erzeugen aus Sonnenlicht und CO2 Biomasse und Sauerstoff, dabei wird Kohlenstoff im Holz dauerhaft gebunden. Der deutsche Wald ist ein wirksamer Kohlenstoffspeicher und bindet im Durchschnitt ca. 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr. Auch die Holzverarbeitung ist umweltfreundlich: von der Gewinnung über die Verarbeitung bis hin zur Entsorgung ist der Energieverbrauch vergleichsweise gering. Zudem entsteht kaum Abfall, denn Holzreste sind einer sinnvollen Weiterverwertung zuzuführen (z.B. Holzwerkstoffe, Papiererzeugung) und nach mehrfacher Wiederverwendung am Ende des Lebensweges der Produkte energetisch zu verwerten. Dadurch werden zugleich fossile Energiequellen geschont. Das dabei frei werdende CO2 ist Teil des Kreislaufes, der von den nachwachsenden Pflanzen und deren CO2-Bedarf dauerhaft aufrechterhalten wird. Insgesamt tragen der Wald und Holzprodukte in Deutschland zu einer Reduktion von Treibhausgasen in der Größenordnung von jährlich 130 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten bei (ca. 13 Prozent der jährlichen nationalen CO2-Emissionen).

Stand:
12.03.15

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Grafik des Ablaufes (verweist auf: Funktionsweise einer Lignocellulose-Bioraffinerie)

Biobasierte Wirtschaft - Wie aus Holz biobasierte Produkte entstehen (Klick auf das Bild zur interaktiven Grafik)

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Wald und Rohholzpotenzial der nächsten 40 Jahre - Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Cover der Broschüre "Wald und Rohholzpotential der nächsten 40 Jahre"

Die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) weist ein potenzielles Rohholzaufkommen von jährlich 77,7 Mio. m³ Erntefestmaß im Durchschnitt der nächsten vier Jahrzehnte aus. Dabei steigt der Holzvorrat sogar noch an. Das Potenzial ist nach Baumarten getrennt im Vergleich mit der vergangenen Nutzung und mit der Vorratsentwicklung in Verbindung mit den waldbaulichen Modelleinstellungen differenziert zu bewerten. Dazu schätzt die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung die Entwicklung des Waldes und das Rohholzpotenzial für die nächsten vier Jahrzehnte als ein mögliches Szenario gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre und Erwartungen an die kommenden Jahre. Für Politiker, Verbände, Wissenschaft und Forst- und Holzwirtschaft ist sie ein Instrument zur Prüfung der Auswirkung waldbaulicher Entwicklungen und Ziele und zur Planung von Nutzung und Verarbeitung des Rohstoffes Holz und von Investitionen in dem Bereich.

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