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Bundesjagdgesetz

Das Bundesjagdgesetz (BJG) regelt in Deutschland das Jagdrecht. Es enthält Vorschriften zur Jagdausübung und sagt wer wann, wo und wie jagen darf.

Das BJG stellt allerdings nur Rahmenbedingungen auf. Nähere Einzelheiten regeln die Länder in ihren jeweiligen Landesjagdgesetzen. Das BJG stammt aus dem Jahr 1952, wurde 1976 neu gefasst und mehrfach aktualisiert, zuletzt 2013, 2015 und 2016.

Jagdgenossenschaften und Bejagung von Grundflächen

Nach dem Bundesjagdgesetz bilden Eigentümer von land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Grundstücken mit einer Fläche von weniger als 75 Hektar eine Jagdgenossenschaft, die die Ausübung der Jagd in der Regel verpachtet. Die Jagdgenossenschaft wird von Amts wegen gebildet, die Eigentümer müssen die Bejagung ihrer Flächen dulden. Hiergegen hatte sich 2012 ein Grundstückseigentümer gewandt, der die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat seiner Beschwerde stattgegeben und eine unverhältnismäßige Belastung des Eigentums festgestellt.

Mit dem Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften, das am 6. Dezember 2013 in Kraft getreten ist, wurde dieses Urteil in deutsches Recht umgesetzt. Mitglieder einer Jagdgenossenschaft, die die Bejagung ihrer Flächen aus ethischen Gründen ablehnen, können seither auf Antrag aus der Jagdgenossenschaft ausscheiden und damit die Bejagung ihrer Flächen grundsätzlich unterbinden.

Da die Nichtbejagung einzelner Flächen eines gemeinschaftlichen Jagdbezirks in mehrfacher Hinsicht erhebliche Auswirkungen auf die übrigen Flächen haben kann (insbesondere in Bezug auf die Regulierung des Wildbestandes und die Vermeidung von Wildschäden), sind bei der Entscheidung über den Antrag neben den Interessen des Antragstellers auch verschiedene Allgemeinwohlbelange sowie die Interessen betroffener Dritter (insbesondere die Land- und Forstwirtschaft) von der Behörde gegeneinander abzuwägen.

Verantwortung für Wild und Lebensräume

In Deutschland jagen, heißt Verantwortung für das Wild und seine Lebensräume zu übernehmen. Das Bundesjagdgesetz legt diese Verantwortung in die Hände der Jägerinnen und Jäger sowie der Jagdgenossen und Eigenjagdbesitzer. Sie haben die Pflicht und die Fähigkeit, das Wild zu hegen, die Artenvielfalt seiner Lebensräume zu bewahren und den Wildbestand so zu regulieren, dass Wildschäden möglichst vermieden werden.

Jagd mit halbautomatischen Waffen geregelt

Am 23. September 2016 hat der Bundesrat dem vom Deutschen Bundestag am 8. Juli 2016 verabschiedeten Ersten Gesetz zur Änderung des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. Mit dieser Gesetzesänderung wird die jagdliche Verwendung halbautomatischer Langwaffen geregelt, um die infolge der Urteile des Bundesverwaltungsgerichts entstandene Rechtsunsicherheit zu beseitigen (siehe Pressemitteilung). Nach Inkrafttreten der Jagdrechtsnovelle darf gemäß § 19 Abs. 1 Bundesjagdgesetz (BJagdG) mit halbautomatischen Langwaffen, die mit insgesamt nicht mehr als drei Patronen geladen sind, auf Wild geschossen werden.

Zusätzlich hat der Bundesrat eine Entschließung gefasst, in der die Länder bundeseinheitliche Regelungen für die Ausbildung und Prüfung von Jägern und Falknern, für die Jagd an Wildunterführungen und Grünbrücken, bezüglich des persönlichen Erscheinens des Bewerbers bei der Jagdscheinerteilung sowie für eine bundeseinheitliche Regelung des Verbotes bleihaltiger Jagdmunition fordern.

Darüber hinaus ermöglicht die Gesetzesänderung eine notwendige, gesetzliche Anpassung der Bundeswildschutzverordnung (BWildSchV) hinsichtlich des Besitz- und Handelsverbots besonders geschützter, dem Jagdrecht unterliegender Wildarten an geltendes EU-Recht (Umweltstrafrechtsrichtlinie).

Stand:
07.10.16

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