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Gesundheitsgefährdung durch Blei im Wildbret

Das BMEL hat umfangreiche Untersuchungen zum Einsatz bleifreier Jagdmunition sowie eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingesetzt. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die Anwendung von Munition, die keine Bleipartikel in das Wildbret abgibt, schnellstmöglich zu verbessern.

Untersuchungen zeigen, dass das Fleisch von Wildtieren, die mit bleihaltiger Jagdmunition erlegt werden, mehr Blei enthält als Wildfleisch beziehungsweise Wildbret, das mit bleifreier Munition gewonnen wurde. Die höheren Bleigehalte sind nicht nur in der Nähe des Schusskanals in der Brust nachzuweisen, sondern teilweise auch in weiter entfernten Fleischstücken wie dem Rücken oder der Keule. Das sind die ersten Ergebnisse der Analyse von zahlreichen Proben aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, die im vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) koordinierten Projekt "Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnenem Wildbret" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) untersucht wurden.

Aus der sogenannten Verzehrstudie des BfR ergibt sich, dass eine gesundheitliche Gefahr durch die Bleibelastung im Wild nur in Jägerhaushalten oder bei Vielverzehrer und dort nur für die Risikogruppe gebärfähige Frauen und Kinder besteht.

Hinsichtlich des Einsatzes bleifreier Jagdmunition wurden auch weitere Fragenkomplexe untersucht:

  • die Gefährdung bei der Jagdausübung (Abprallverhalten),
  • die Tötungswirkung (Tierschutz) und
  • die Unbedenklichkeit der alternativen Materialien für den menschlichen Verzehr (Gesundheit) und die Umwelt.

Die Untersuchungsergebnisse wurden am 10. März 2014 auf einem Symposium des BfR vorgestellt und diskutiert. Die wissenschaftlichen Untersuchungen haben folgendes gezeigt:

  • Das mit bleihaltiger Jagdmunition erlegte Wild weist nicht nur am Schusskanal sondern auch in Rücken und Keule deutlich höhere Bleiwerte auf, als die mit bleifreier Munition erlegten.
  • Eine Gesundheitsgefährdung von mit Bleimunition erlegtem Wildbret beschränkt sich wegen der besonderen Empfindlichkeit im Wesentlichen auf Schwangere und Kleinkinder. Für Erwachsene (ohne Schwangere) mit durchschnittlichem (Normalverzehrer) oder hohem Wildbret- Verzehr (Vielverzehrer) ist die zusätzliche Aufnahme an Blei über Wildfleisch gegenüber der Gesamtaufnahme an Blei über alle anderen Lebensmittelgruppen toxikologisch unbedeutend.
  • Die Gefährdung von Spaziergängern und des Jagdbetriebs durch die Verwendung bleifreier Munition wird nicht signifikant erhöht.
  • Nach der BfR-Studie ergab sich kein statistisch nachweisbarer Unterschied bei den Fluchtstrecken von bleihaltig und bleifrei erlegten Tieren.
  • Die Lebensmittelsicherheit und die Vermeidung von Schadstoffeinträgen in die Umwelt müssen gegen eine ausreichende Tötungswirkung und die Sicherheit im Jagdbetrieb abgewogen werden.

Das BMEL strebt an, die Bleibelastung durch Munition zu reduzieren. Dazu hat es einen Gesetzesvorschlag unterbreitet, mit dem die Zulässigkeit von Jagdmunition nach dem ALARA- Prinzip "As Low As Reasonably Achievbable" (englisch für so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar) geregelt werden soll. Weiter sollen Anforderungen an die Jagdmunition definiert werden, die eine zufriedenstellende Tötungswirkung gewährleisten Diese Vorschläge werden derzeit im parlamentarischen Raum diskutiert.

Stand:
15.08.16

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