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EU-Minister einigen sich auf Fischfangquoten in der Ostsee

Der Rat der EU-Fischereiminister hat sich am 10. September in Luxemburg über die neuen Fischfangquoten in der Ostsee für 2017 verständigt. Bundesminister Christian Schmidt wertete das Ergebnis als "Kompromiss mit Augenmaß, mit dem der Rat seiner Verantwortung gerecht geworden ist".

"Die Bestände werden sich weiter erholen können und unsere Ostseefischer haben eine wirtschaftliche Perspektive", erklärte der Minister weiter. Es brauche gute Bestände, um die wirtschaftliche Perspektive der Ostseefischerei erhalten zu können.

Der Einigung waren intensive Verhandlungen auf Basis eines von den Ostsee-Anrainerstaaten unter deutschem Vorsitz ausgehandelten Maßnahmenpakets vorangegangen. Das Paket umfasste beim Dorsch - dem auch für viele deutsche Fischereibetriebe wichtigsten Brotfisch - sowohl unvermeidbar drastische Quotenkürzungen als auch flankierende Begleitmaßnahmen. Es ist das erste Mal, dass der neu in Kraft getretene Ostsee-Mehrjahresplan den Rahmen für die einstimmige Einigung der Ministerinnen und Minister und der Europäischen Kommission setzte.

Dorsch: Quotenreduzierung wird von Maßnahmen flankiert

"Mit einem Maßnahmenpaket aus einer schmerzhaften, aber angesichts der Bestandssituation erforderlichen Quotenreduzierung, längeren Schließzeiten und einer Begrenzung der täglichen Fangmengen in der Freizeitfischerei ist es gelungen, bei dem für die deutsche Ostseefischerei so wichtigen Dorsch zu einem vertretbaren Ergebnis zu kommen", hob Schmidt hervor. Noch größere Quotenkürzungen seien so vermieden worden.

Sein Ziel sei es, Arbeitsplätze und Strukturen in der Berufs- und Freizeitfischerei an der Ostseeküste auch längerfristig zu erhalten. Dem trage das Ergebnis Rechnung.

Um die Erholung des Dorschbestands zu unterstützen, werden die Fangmengen in der westlichen Ostsee um 56 Prozent und in der östlichen Ostsee um 25 Prozent abgesenkt. Zudem wurden ergänzende Maßnahmen vereinbart: So wurde erstmals eine Höchstzahl von je nach Periode drei bis fünf Dorschen pro Tag für die Entnahme durch die Freizeitfischerei festgelegt. Darüber hinaus vereinbarten die Minister, die Sperrzeit zum Schutz der Laicherbestände in der westlichen Ostsee anzupassen: Der Dorschfang ist hier 2017 vom 1. Februar bis zum 31. März untersagt.

Schmidt kündigt Hilfen für betroffene Fischer an

Schmidt kündigte angesichts der deutlichen Einschnitte bei den Fangmengen für Dorsch in der westlichen Ostsee an, die betroffenen Fischer beim Überbrücken der schwierigen Situation zu unterstützen. Hierzu sollen Maßnahmen zur vorübergehenden und endgültigen Stilllegung aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds gefördert werden, kofinanziert mit Bundesmitteln. Schmidt: "Wir werden die Quotenkürzung mit einem großen Maßnahmenpaket begleiten, das wir bisher bei solchen Situationen nicht hatten. Die Fischer werden nicht allein gelassen. Sie werden in Deutschland kräftig unterstützt".

Bei den übrigen für Deutschland wichtigen Beständen sieht die Lage insgesamt positiv aus: Bei Hering wird die Fangmenge um acht Prozent erhöht. Bei Scholle erfolgt eine Erhöhung um 95 Prozent; bei Sprotte ist eine Quotenerhöhung um 29 Prozent vorgesehen.

Über die Gesamtfangmengen und Quoten entscheidet nach dem Lissabon-Vertrag allein der Rat. Eine Befassung des Europäischen Parlaments ist nicht vorgesehen. Grundlage der Vorschläge für die Fangmöglichkeiten 2017 sind die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES).

Im Einzelnen hat der Rat folgende Gesamtfangmengen und Quoten beschlossen:

Für Deutschland relevante TAC und Quoten Ostsee 2017
EU-Gesamtfangmenge 2017Deutsche Quote 2017Deutsche Quote 2016Änderung 2017/2016
in Tonnen (t), Lachs: Stückzahl
Hering westl. Ostsee (Gebiete 22-24)28.40115.67014.4968 %
Hering östl. Ostsee (Gebiete 25-27 etc.)191.1291.1151.0358 %
Dorsch westl. Ostsee (Gebiete 22-24)5.5971.1942.715-56 %
Dorsch östl. Ostsee (Gebiete 25-32)30.8572.8203.760-25 %
Scholle7.86262632195 %
Sprotte260.99316.31012.64429 %
Lachs Gebiete 22-3195.9282.2122.2120 %
Stand:
11.10.16

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