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Die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik

Die Gemeinsame Fischereipolitik wird durch die seit dem 1. Januar 2014 geltende neue Grundverordnung grundlegend reformiert.

Langwierige und schwierige Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament und Rat waren einer Einigung über dieses große Reformprojekt vorausgegangen.

Radikaler Kurswechsel

Die Reform bedeutet einen radikalen Kurswechsel in der europäischen Fischereipolitik, für den sich die Bundesregierung seit langem eingesetzt hatte: Nachhaltigkeit wird das wichtigste Prinzip in der Fischerei. In Zukunft werden deutlich strengere Maßnahmen für den Wiederaufbau der Fischbestände festgelegt. Angesichts der Überfischung der Meere setzt die europäische Fischereipolitik auf ein modernes Fischereimanagement.

In den nächsten Jahren sollen möglichst viele und bis spätestens 2020 alle Bestände nach dem Prinzip des maximalen Dauerertrages (MSY) bewirtschaftet und die mehrjährigen Bewirtschaftungspläne auf alle wirtschaftlich genutzten Fischbestände ausgedehnt werden. Dieses Prinzip sichert die nachhaltige Nutzung der Bestände und ist Grundlage einer wirtschaftlich tragfähigen Fischerei.

Auch sollen die Mitgliedstaaten mit Überkapazitäten bei ihren Fischereiflotten künftig stärker in die Verantwortung genommen werden. Damit wurden wichtige Weichenstellungen für eine beschleunigte Erholung der Fischbestände vorgenommen. Hinzu kommen neue Bestimmungen zur Regionalisierung, die den EU-Mitgliedstaaten eine stärkere Rolle und mehr Verantwortung bei der Ausgestaltung der Gemeinsamen Fischereipolitik zuweisen.

Einführung von Rückwurfverboten

Ein wesentlicher Bestandteil der Reform ist die Einführung von Rückwurfverboten und Anlandegeboten. Seit dem 1. Januar 2015 gelten diese bereits für alle Fischereien auf pelagische Arten, wie Hering, Makrele und Sprotte, sowie für alle Fischereien in der Ostsee. Für die Fischereien auf demersale Arten, wie Kabeljau, Seelachs und Schellfisch, hat die schrittweise Einführung des Rückwurfverbots am 1. Januar 2016 begonnen. Spätestens 2019 gilt es dann für alle Fischereien auf regulierte Arten.

Das Rückwurfverbot sieht vor, dass auch untermaßige Tiere der Zielart sowie Beifänge anderer Arten angelandet werden müssen und nur noch in bestimmten, eng begrenzten Ausnahmefällen über Bord geworfen werden dürfen.

Die bislang geltenden Regelungen der EU-Fischereipolitik führten dazu, dass Beifänge an unerwünschten oder untermaßigen Fischen wieder über Bord geworfen wurden. Mit diesen Rückwürfen (englisch "discards") werden wertvolle Meeresressourcen in einer inakzeptablen Art und Weise vergeudet. Denn nur wenige Fischarten überleben den Rückwurf. Besonders problematisch sind deshalb Beifänge von Jungfischen, gefährdeten Arten oder übernutzten Beständen.

Stand:
26.02.16

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