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Auftauchender Wal vor einem Eisberg Quelle: © hecke71 - Fotolia.com

IGH verbietet japanischen Walfang in der Antarktis

In seinem Urteil vom 31. März 2014 kommt der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag zu dem Ergebnis, dass der so genannte wissenschaftliche Walfang Japans gegen die Walkonvention verstößt.

Das Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) geht auf eine Klage Australiens gegen Japan vom 31. Mai 2010 zurück. Darin hatte Australien Japan beschuldigt, gegen das im Rahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC) beschlossene Walfangmoratorium aus dem Jahr 1986 zu verstoßen, das jeglichen kommerziellen Walfang verbietet. Japan hat nach Inkrafttreten dieses Moratoriums das Walforschungsprogramm JARPA aufgelegt und in diesem Rahmen jährlich bis zu 1200 Wale gefangen.

Die Internationale Walfangkonvention lässt zwar grundsätzlich Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken zu. Allerdings hat Japan diese Ausnahmebestimmung nach Auffassung des IGH zu extensiv ausgelegt und damit gegen den entsprechenden Artikel VIII der Konvention verstoßen. Denn inzwischen kann in der Walforschung durch den Einsatz sogenannter nicht-tödlicher Methoden auf die Tötung von Tieren weitestgehend verzichtet werden.

Deutschland hatte bereits seit Jahrzehnten gefordert, den wissenschaftlichen Walfang Japans zu beenden. „Ich freue mich, dass der Internationale Gerichtshof mit seinem Urteil für rechtliche Klarheit gesorgt und dem kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft eine klare Absage erteilt hat. Damit haben wir einen neuen Meilenstein in der internationalen Walschutzpolitik erreicht“, begrüßte Bundesminister Christian Schmidt das Urteil nachdrücklich.

Ungeachtet dessen hat Japan bereits im November 2014 ein neues Walforschungsprogramm (NEWREP-A) aufgelegt, das eine jährliche Fangmenge von 333 Minkwalen im Südpolarmeer über einen 12-Jahres-Zeitraum vorsieht. Ende November 2015 teilte Japan der IWC mit, Sondergenehmigungen zum wissenschaftlichen Walfang nach diesem neuen Forschungsprogramm erteilen zu wollen. Gegen die geplante Wiederaufnahme des wissenschaftlichen Walfangs hat die EU gegenüber der japanischen Regierung Anfang Dezember 2015 im Rahmen einer Demarche scharf protestiert.

Stand:
23.02.16
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