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Ergebnisse des ersten Deutschen Waldtags: Unser Wald - Klimaschützer und Multitalent

Am 18. Oktober eröffnete Bundesforstminister Schmidt die zweitägige BMEL-Konferenz zu den Themen nachhaltige Forstwirtschaft, Holz und Naturschutz. Als Auftakt zum ersten Deutschen Waldtag pflanzten 22 Waldarbeiter aus ganz Deutschland Bäume in Berlin. Rund 300 Teilnehmer erarbeiteten konkrete Schlussfolgerungen.

Der Wald ist Klimaschützer: Wald und die Verwendung von Holzprodukten entlasten die Atmosphäre jedes Jahr um mehr als 120 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht 14 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Denn der Wald speichert Kohlenstoffdioxid im Holz und Boden.

Waldfakten

  • Ein Drittel Deutschlands ist Wald.
  • Er besteht aus 54,2 Prozent Nadelwald, 43,2 Prozent Laubwald.
  • 47 Prozent der Wälder sind Landschaftsschutzgebiete.
  • Wald und Holzprodukte Wälder und Holprodukte entlasten die Atmosphäre jährlich um 127 Millionen Tonnen CO2.
  • Holz zu verwenden, reduziert die CO2-Emission um 66 Millionen Tonnen, weil dadurch fossile Rohstoffe ersetzt werden.
  • Nachhaltige Forstwirtschaft wurde vor 300 Jahren in Deutschland erfunden.

Rund 1,1 Millionen Menschen bietet er zudem einen Arbeitsplatz in der Holz- und Forstwirtschaft. Der Wald versorgt uns mit Holz, einem wichtigen nachwachsenden, klimafreundlichen Rohstoff. Zugleich erfüllt er vielfältige Aufgaben: Der Wald ist Schutz und Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Er ist Erholungsort für Bevölkerung und darunter unter anderem die Sportler.

Dabei geht es dem deutschen Wald im Vergleich zu den 80iger Jahren deutlich besser. Die deutsche, nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft wirkt, so die Ergebnisse der Bundeswaldinventur:

  • Die Waldfläche in Deutschland ist konstant.
  • Der Holzvorrat und damit die Gesamtbiomasse der Wälder haben weiter zugenommen. Es wächst mehr Holz nach als geerntet wird.
  • Die Artenmischung der Wälder wird größer. Damit wird der Wald für den Klimawandel vorbereitet und stabilisiert.
  • Wir finden mehr Totholz – auch eine wichtige Grundlage für Biodiversität. Der Natur- und vor allem Artenschutz entwickelt sich positiv.

Schutz durch Nutzung: Nachhaltige Forstwirtschaft vereint viele Interessen

Wissenschaftliche Studien weisen eindeutig nach, dass der nachhaltig genutzte Wald langfristig mehr zum Schutz des Klimas beiträgt als unbewirtschaftete Wälder.

Infografik Factsheet zum Wald, Quelle: BMEL

Insbesondere Nadelbäume mindern CO2. Für die Zukunft ist daher weiterhin ein ausgewogener Mix an Laub- und Nadelwald wichtig, um auch die Biodiversität, also die biologische Vielfalt, in den Wäldern weiter zu stärken.

Naturschutz und Waldwirtschaft sind keine Gegenspieler. Naturschutz und Waldwirtschaft sind zwei Seiten einer Medaille" Bundesminister Schmidt

Nutzungsverzichte in Form von zusätzlichen Nationalparks oder Wildnisgebieten sind angesichts der nachhaltigen deutschen Forstwirtschaft daher nicht zuträglich. Wildnisgebiete dürfen zudem von Waldspaziergängern nicht betreten werden und stünden daher für die Erholung der Menschen nicht zur Verfügung. "Ich bin für den Erhalt und den Schutz der Natur – doch Stilllegung bedeutet nicht Schutz, sondern Stillstand", sagte Bundesforstminister Christian Schmidt in seiner Eröffnungsrede zum Deutschen Waldtag.

Bundesforstminister Schmidt hatte zur Integration des Naturschutzes in die Waldbewirtschaftung erst kürzlich mit seinem tschechischen Kollegen eine internationale Konferenz in Prag abgehalten und die Prager Walderklärung zu nachhaltiger Forstwirtschaft und Biodiversität unterzeichnet.


Erster Deutscher Waldtag: Fortsetzung der Waldstrategie des Bundes

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veranstaltete am 18. und 19. Oktober erstmals den Deutschen Waldtag. Im Mittelpunkt der Konferenz standen die wichtigen Beiträge von Waldnutzung und Holzverwendung zum Klimaschutz und die Bedeutung des Waldes für Wirtschaft, Naturschutz und Erholung.

Politiker und Wissenschaftler aus Bund und Ländern kommen dazu in Berlin mit Akteuren aus Forst- und Holzwirtschaft, Umwelt- und Naturschutzverbänden zusammen. Ziel ist es, den Wert unserer Wälder für Gesellschaft, Umwelt, Klima, Wirtschaft und Eigentümer im Sinne nachfolgender Generationen zu erhalten.

Infografik Factsheet zum Wald, Quelle: BMEL

Damit bündelt der Deutsche Waldtag die Dialogforen der Waldstrategie 2020, die Bundesforstminister Christian Schmidt als konstruktive Dialogplattform für alle interessierten Gruppen ins Leben gerufen hat. Seit Juli 2015 wurden dort die forstpolitisch prioritären Felder der Waldstrategie 2020 ("Waldnaturschutz und Biodiversität", "Rohstoffe, Verwendung, Effizienz", "Eigentum, Arbeit und Einkommen") behandelt.

Schlussfolgerungen des Deutschen Waldtags: Wichtige Impulse für die weitere Umsetzung der Waldstrategie 2020

Die rund 300 Besucherinnen und Besucher diskutierten im Plenum und in Workshops intensiv über die Themenbereiche Sport/Erholung/Gesundheit, Holzverwendung und Waldnaturschutz. Die Clusterkonferenz "Forst und Holz – Innovation und Mehrwerte durch Netzwerke" vermittelte am Folgetag im Detail die Chancen einer verstärkten Kooperation des Sektors.

In einer Fachkonferenz nahmen am 19. Oktober 2016 die Leiterinnen und Leiter der Forstverwaltungen von Bund und Ländern zusammen mit Vertretern der Verbände der Forst- und Holzwirtschaft, des Naturschutzes, Erholung, Freizeit und Gesundheit die am Vortrag erarbeiteten Empfehlungen auf. Die Fachkonferenz zog folgende konkrete Schlussfolgerungen:

Bundesminister Schmidt nimmt „Roadmap Holzwirtschaft 2025“ entgegen Bundesminister Schmidt nimmt die "Roadmap Holzwirtschaft 2025" von Xaver Haas, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates, entgegen. Mit der Roadmap beschreibt der Dachverband der deutschen Holzwirtschaft seine Politikstrategie für die kommenden zehn Jahre., Quelle: BMEL/ photothek.net/

  • BMEL wird zusammen mit Ländern und relevanten Akteuren eine "Charta Holz 2.0" entwickeln. Ziel ist, den Beitrag der Holzverwendung für den Klimaschutz auszubauen und die "Ressourceneffizienz" bei Aufkommen und Verwendung von Holz zu optimieren.
  • Es wurde vorgeschlagen, dass BMEL eine Bundesplattform "Wald-Sport-Erholung- Gesundheit" (Arbeitstitel) einrichtet. Hierzu sollen die in diesem Bereich aktiven Partner zum Dialog eingeladen werden.
  • Es wurde angeregt, dass BMEL einen Runden Tisch einberuft, um Zielkonflikte im Wald unter Einbeziehung der Wissenschaft evidenzbasiert mit den relevanten Beteiligten zu diskutieren.
  • Alle Akteure wurden aufgerufen, die wichtigen Beiträge des Waldes und der Holzverwendung zum Klimaschutz in seiner Gesamtheit darzustellen und verstärkt zu kommunizieren.
  • Die Beteiligten betonten in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Forschung, Entwicklung und Lehre sowie des Innovations- und Wissenstransfers.
  • Der 1. Deutsche Waldtag hat sich als wichtige Plattform der Waldpolitik erwiesen. BMEL wird im Jahr 2018 einen 2. Deutschen Waldtag veranstalten.
  • Im Rahmen des Deutschen Waldtags wird BMEL eine Clusterkonferenz Forst und Holz organisieren

Weitere Informationen

Programm des ersten Deutschen Waldtags

Eröffnungsrede Bundesminister Schmidt

Pressemitteilung

Stand:
14.11.16

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Die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) weist ein potenzielles Rohholzaufkommen von jährlich 77,7 Mio. m³ Erntefestmaß im Durchschnitt der nächsten vier Jahrzehnte aus. Dabei steigt der Holzvorrat sogar noch an. Das Potenzial ist nach Baumarten getrennt im Vergleich mit der vergangenen Nutzung und mit der Vorratsentwicklung in Verbindung mit den waldbaulichen Modelleinstellungen differenziert zu bewerten. Dazu schätzt die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung die Entwicklung des Waldes und das Rohholzpotenzial für die nächsten vier Jahrzehnte als ein mögliches Szenario gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre und Erwartungen an die kommenden Jahre. Für Politiker, Verbände, Wissenschaft und Forst- und Holzwirtschaft ist sie ein Instrument zur Prüfung der Auswirkung waldbaulicher Entwicklungen und Ziele und zur Planung von Nutzung und Verarbeitung des Rohstoffes Holz und von Investitionen in dem Bereich.

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Die Bundeswaldinventur hat 11,4 Mio. Hektar Wald erfasst. Über 98 Prozent davon sind begehbar. Mit insgesamt rund 10,9 Mio. Hektar ist der sog. "Holzboden" (dauernd zur Holzproduktion verwendete Fläche) die größte Flächenkategorie (95 Prozent). Die meisten Ergebnisse der Bundeswaldinventur beziehen sich auf den Holzboden. Auf den "Nichtholzboden" entfallen die restlichen knapp 365.000 Hektar oder 3 Prozent der Waldfläche. Er erfüllt wichtige Funktionen für den Forstbetrieb (z. B. als Holzlagerplätze), für die Erholung (z. B. Waldwege) und als Lebensraum für licht- und wärmebedürftige Tier- und Pflanzenarten. Die vielfältigen Leistungen des Waldes gehen von seiner ganzen Fläche aus.

English version: The Forests in Germany - Selected Results of the Third National Forest Inventory

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