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Junge und ältere belaubte Bäume in einer Waldlichtung Buche und Eiche nehmen zusammen rund ein Viertel der Waldfläche ein, Quelle: Uwe Messner - Fotolia.com

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2016

In jährlichen Stichprobenerhebungen wird der Kronenzustand deutscher Wälder bewertet. Dadurch können Veränderungen und Risiken erkannt und wichtige Entscheidungen zum Schutz des Waldes getroffen werden. Der Kronenzustand der Eiche hat sich 2016 weiter verbessert. Hingegen ist bei der Buche eine starke Verschlechterung des Kronenzustandes eingetreten.

Zusammenfassung

Ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald (11,4 Millionen Hektar). Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (26 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent).
(Quelle: Bundeswaldinventur, 2012; Bezug: bestockter Holzboden, begehbarer Wald).

Während die Eiche sich weiter erholt hat, hat sich der Kronenzustand der Buche 2016 gegenüber dem Vorjahr stark verschlechtert. Maßgeblich hierfür war die erneute starke Fruktifikation , die sich ungünstig auf den Kronenzustand auswirkt. Blühen und Fruchten gehören eigentlich zum normalen Lebenszyklus der Bäume; sie sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Fortpflanzung, die Erneuerung des Waldes und einen reich gedeckten Tisch für eine Vielzahl von Tierarten. Allerdings treten sogenannte Mastjahre, in denen ein großer Teil der Buchen Früchte (Bucheckern) trägt, ungewöhnlich häufig auf. In den vergangenen 20 Jahren wurden Buchenmasten alle zwei bis drei Jahre beobachtet. Im Durchschnitt aller Baumarten haben der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen und die mittlere Kronenverlichtung leicht zugenommen.

Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 sind die Anteile der Schadstufen 2 bis 4 und die mittlere Kronenverlichtung bei den Laubbäumen stark angestiegen. Der Kronenzustand von Fichte und Kiefer zeigt keinen deutlichen Trend; andere Nadelbäume haben sich verbessert. Im Durchschnitt aller Baumarten ergibt sich kein klarer Trend.

Die Einschätzung der Kronenverlichtung erfolgt im Vergleich zu einem voll benadelten beziehungsweise voll belaubten gesunden Baum der jeweiligen Art in fünf-Prozent-Stufen. Diese werden zu Schadstufen von null bis vier zusammengefasst. Die Schadstufen zwei, drei und vier werden dabei der Kategorie "deutliche Kronenverlichtungen" zugeordnet, sie entspricht einer Kronenverlichtung von mehr als 25 Prozent. Schadstufe null umfasst Kronenverlichtungen von null bis zehn Prozent. Schadstufe eins mit Kronenverlichtungen zwischen elf und 25 Prozent gilt als Warnstufe. Die mittlere Kronenverlichtung ist der Mittelwert der Kronenverlichtung aller Probebäume.

Im Durchschnitt aller Baumarten betrug im Sommer 2016 der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen (Schadstufen zwei bis vier) 28 Prozent (2015: 24 Prozent). Auf die Warnstufe entfielen 41 Prozent (2015: 43 Prozent). Ohne Verlichtung waren 31 Prozent (2015: 33 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 20,0 Prozent auf 21,2 Prozent gestiegen.

Die Ergebnisse im Einzelnen

  • Bei der Fichte ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 28 Prozent auf 31 Prozent gestiegen. Auf die Warnstufe entfielen 34 Prozent (2015: 37 Prozent). Ohne Verlichtung waren wie im Vorjahr 35 Prozent. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 20,6 Prozent auf 21,0 Prozent gestiegen.
  • Bei der Kiefer betrug der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen 14 Prozent (2015: 13 Prozent). Auf die Warnstufe entfielen, wie schon im Vorjahr, 51 Prozent. Ohne Kronenverlichtung waren 35 Prozent (2015: 36 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 16,9 Prozent auf 17,5 Prozent gestiegen.
  • Bei der Buche hat sich der Kronenzustand gegenüber 2015 deutlich verschlechtert. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen ist von 33 Prozent auf 52 Prozent gestiegen. Auf die Warnstufe entfielen 36 Prozent (2015: 45 Prozent). Der Anteil ohne Verlichtung betrug nur noch zwölf Prozent (2015: 22 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 23,3 Prozent auf 28,6 Prozent gestiegen.
  • Bei der Eiche ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen gegenüber dem Vorjahr um acht Prozentpunkte von 36 Prozent auf 28 Prozent gefallen. Damit setzt sich die seit 2013 zu beobachtende Erholung fort. Der Anteil der Warnstufe betrug 48 Prozent (2015: 40 Prozent). Ohne Verlichtung waren wie schon im Vorjahr 24 Prozent. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 24,1 Prozent auf 21,4 Prozent gesunken.

Die bundesweite Waldzustandserhebung wird seit 1984 jährlich von den Ländern basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben vorgenommen. Das Bundesergebnis wird aus den von den Ländern bereitgestellten Rohdaten am Institut für Waldökosysteme des Thünen-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, berechnet.

Hintergrundinformation zur Waldzustandserhebung

Durch die regelmäßigen Stichprobenerhebungen beim Kronenzustand können Veränderungen erkannt und Risiken bewertet werden. Die Informationen sind eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz des Waldes.

Rechtsgrundlage für die Waldzustandserhebung

Die Waldzustandserhebung ist Teil des forstlichen Umweltmonitorings und eine der Walderhebungen nach § 41a Bundeswaldgesetz. Die auf § 41 a Absatz 6 BWaldG gestützte Verordnung über Erhebungen zum forstlichen Umweltmonitoring (ForUmV) ist am 1. Januar 2014 in Kraft getreten.

Waldzustand hängt von verschiedenen Faktoren ab

Auf den Waldzustand wirken verschiedene Faktoren ein, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Hierzu gehören das Baumalter und die Veranlagung der einzelnen Bäume, die gegenwärtige und frühere Bewirtschaftung, Standortfaktoren, das Auftreten von Schadorganismen, der Eintrag von Luftschadstoffen und anderes. Einen starken Einfluss hat die Witterung. Abhängig vom Ausmaß und von der Geschwindigkeit, mit der sie sich vollzieht, führt die Klimaänderung zu zusätzlichen Risiken für den Wald.

Wälder spielen wichtige Rolle im Klimaschutz

Die Wälder reagieren nicht nur sensibel auf den Klimawandel sondern spielen zugleich eine wichtige Rolle im Klimaschutz: Die deutschen Wälder leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie gehören mit 337 Kubikmetern Holz pro Hektar zu den vorratsreichsten in Europa. In lebenden Bäumen und im Totholz sind derzeit 1.169 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden. Die Bodenzustandserhebung im Wald gibt für die Streuauflage und den Mineralboden bis 30 Zentimeter Tiefe einen Vorrat von weiteren 850 Millionen Tonnen Kohlenstoff an. Bezieht man den darunter liegenden Boden bis 90 Zentimeter Tiefe mit ein, dann übertrifft der Kohlenstoffvorrat im Boden sogar jenen, der in den Bäumen gespeichert ist. Der Wald in Deutschland wirkt derzeit als Senke und entlastet die Atmosphäre jährlich um rund 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Durch die Speicherung von Kohlenstoff in langlebigen Holzprodukten wird diese positive Klimawirkung der Wälder weiter verstärkt. Jeder Kubikmeter Holz enthält etwa 0,3 Tonnen Kohlenstoff, der in Produkten wie Gebäuden oder Möbeln jahrzehntelang gebunden ist. Wenn Holz dabei energieintensive Materialien ersetzt, werden Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion anderer Materialien entstehen, in erheblichem Ausmaß eingespart. Hinzu kommt die energetische Verwendung von Holz, die einen wichtigen Beitrag zur Verringerung fossiler Brennstoffe leistet.

Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft trägt somit bedeutsam zur Erreichung der von der Bundesregierung beschlossenen Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen bei. Die Wälder für den Klimawandel zu rüsten, ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, bei der die Forstwirtschaft der Unterstützung bedarf.

Der Waldzustand in den Bundesländern

Das Bundesergebnis wird aus den Daten berechnet, die von den zuständigen Stellen der Länder auf dem bundesweiten 16 Kilometer-mal-16 Kilometer-Netz erhoben werden. Die meisten Länder haben das Stichprobennetz verdichtet, um auch auf Landesebene zu gesicherten Ergebnissen zu kommen. Ein Überblick über die Länderergebnisse wurde in das Dokument "Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2016" aufgenommen (Tabelle 10 "Waldzustand in den Ländern").

Die ausführlichen Waldzustandsberichte 2016 der Länder finden Sie über folgende Links.

Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2016 zum Herunterladen

Stand:
24.03.17

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