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Deutsch-chinesische Forstkooperation

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt Forstberater am Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) in Peking ein.

Mit Wirkung vom 1. März 2017 nimmt ein Forstberater am DCZ seine Tätigkeit auf.

Der Forstberater ist speziell damit beauftragt, die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Bundesministerium und der Staatlichen Forstverwaltung Chinas (State Forest Agency/SFA) zu unterstützen. Dies wird er mit Vor-Ort-Recherchen und vorbereitenden Gesprächen zu Themen der bilateralen Zusammenarbeit tun. Zudem wird es künftig zu seinen Aufgaben gehören, Schulungen und Workshops zu forstlichen und forstwissenschaftlichen Themen vor Ort am Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum zu organisieren. Auch für Partner außerhalb des Bundesministeriums und der State Forest Agency wird er als Ansprechpartner dienen können. Das Bundesministerium verfolgt damit das Ziel, die Wirkungen der deutschen Unterstützungsbeiträge im Forstsektor zu verbessern, teilweise auch stärker zu bündeln, und die Zusammenarbeit im Forstbereich weiter zu stärken. Der Forstberater ist - zunächst nur logistisch - am Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum angesiedelt, um Synergien mit den Tätigkeiten des Zentrums im Agrarbereich wo immer möglich nutzen zu können. Er hat einen nationalen chinesischen Experten unterstützend an der Seite. Kontakt zum Forstberater kann zunächst über Bundesministerium aufgenommen werden.

Seit 2007 unterhalten das Bundeslandwirtschaftsministerium und die State Forest Agency ein bilaterales Abkommen über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forstwirtschaft.

hügelige Berglandschaft Waldbewirtschaftung in der Provinz Fujian, Süd-China, Quelle: Thomas Huber

Diese Kooperation auf Ebene der Fachressorts beider Länder setzt dort ein, wo die bilaterale forstliche Entwicklungszusammenarbeit in China der letzten 25 Jahre aufgehört hat. Die Waldpolitik in China ist aufgrund der im weltweiten Maßstab großen Flächenausdehnung des Landes von globaler Bedeutung. Zudem hinterlässt der große Holzbedarf des Landes Spuren nichtnachhaltiger Waldnutzung in den Nachbarländern und anderen Teilen der Welt. Stabile Waldstrukturen in China dienen daher auch deutschen Interessen in der internationalen Waldpolitik. Das BMEL hat vor diesem Hintergrund positiv auf das große Interesse Chinas an der in Deutschland praktizierten nachhaltigen Waldbewirtschaftung und auf Intensivierung der Zusammenarbeit bei diesem Thema auch auf globaler Ebene reagiert.

China betreibt das größte Aufforstungsprogramm weltweit, um in den Genuss der in weiten Teilen des Landes dringend benötigten Schutzwirkungen von Wäldern zu kommen, z. B. gegen Ausbreitung der Wüste und gegen Erosion. Zudem soll die Holzproduktion in China, die weit unter dem Potential liegt, gesteigert und auch für Bioenergienutzung erschlossen werden. Gleichzeitig sollen die Wälder künftig stabiler und vielfältiger werden. Des Weiteren läuft in Süd-China, beginnend 1998, eine Landreform, bei der in ländlichen Regionen auf Gemeindeebene Waldbesitz an die ansässigen Familien übertragen wird. Die Landreform soll das Potential der Wälder für die Schaffung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten (Holz, Bambus, Non-Timber-Forest-Products, wie z. B. Pilze, Blumen und Wildkräuter) erschließen und dadurch einen Beitrag zur Eindämmung der Landflucht leisten.

Im Rahmen dieser Entwicklungen besteht seitens China Interesse, vom Erfahrungsschatz Deutschlands vor allem in Bezug auf forstliche Verwaltungsstrukturen, Selbsthilfeeinrichtungen für Privatwald und multifunktionale Forstwirtschaft zu lernen. Mit der Förderung eines regelmäßigen Expertenaustauschs und der wissenschaftlichen Kooperation zu diesen Themen kommt die Kooperation mit das BMEL diesem Interesse nach. Mit dem künftigen Forstberater am DCZ sollen diverse Hürden, die infolge der unterschiedlichen politischen, kulturellen und verwaltungstechnischen Voraussetzungen aber auch der Größe des Landes für die Kooperation bestehen, künftig leichter überwunden werden.

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