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"Das Landwirtschaftsministerium ist das Wirtschaftsministerium des ländlichen Raums"

Datum:
03.01.14

In seinem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" äußert sich der Landwirtschafts- und Ernährungsminister Dr. Hans-Peter Friedrich zu Schwerpunkten seiner Amtszeit in der Landwirtschaftspolitik. Wir dokumentieren das Interview in Auszügen.

[...]

Frage: Eine der Forderungen der CSU in der Europapolitik lautet: mehr Subsidiarität. Fordern Sie in der Agrarpolitik auch weniger Europa?

Dr. Hans-Peter Friedrich: Die gemeinsame Agrarpolitik ist eine der tragenden Säulen Europas. Aber ich wehre mich auch hier gegen eine Überregulierung aus Brüssel, die versucht, die vielseitigen Agrarstrukturen in Europa über einen Kamm zu scheren. Jetzt steht die Umsetzung der Agrarreform an. Hier werden wir unsere nationalen Spielräume ausschöpfen.

Frage: Zum Beispiel?

Dr. Hans-Peter Friedrich: In Deutschland wollen wir die bäuerlichen kleinteiligen Strukturen stärken. Das erreichen wir, indem wir die ersten Hektar stärker fördern. Das heißt, auch wer weniger Fläche hat, profitiert in Zukunft stärker. Das hilft vor allem den Familienbetrieben.

Frage: Wird die Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft der Schwerpunkt Ihrer Amtszeit?

Dr. Hans-Peter Friedrich: Die unternehmerische Landwirtschaft mit den vielen Familienbetrieben muss in Deutschland erhalten bleiben. Ich möchte der Bevölkerung, gerade der städtischen, klarmachen, dass wir eine leistungsfähige, nachhaltige und qualitativ hochwertige Landwirtschaft haben. Unsere Bäuerinnen und Bauern haben mehr Wertschätzung verdient. Meine Verantwortung endet aber nicht an den Grenzen der Höfe. Das Landwirtschaftsministerium ist das Wirtschaftsministerium des ländlichen Raums. Die Bauern klagen über die Regulierung. So müssen sie etwa teure Geruchsgutachten erstellen lassen, wenn sie einen Stall bauen wollen. Mancher Landwirt darf dann in dem Dorf, wo er seit Jahrhunderten ansässig ist, nicht mehr bauen. Das gefährdet Existenzen und gewachsene Strukturen.

Frage: Sind das Auswüchse?

Dr. Hans-Peter Friedrich: Die Landwirtschaft braucht Akzeptanz bei der Bevölkerung. Dazu gehört auch, unnötige Emissionen zu vermeiden. Aber die damit verbundene Regulierung, darf die Landwirtschaft nicht in Bürokratie ersticken.

Frage: Die Behörden kümmern sich offenbar mehr um den Schutz vor den Bauern und nicht um den Schutz der Bauern vor den Interessen anderer. Wird der Landwirt nur noch geduldet?

Dr. Hans-Peter Friedrich: Die Landwirtschaft ist ein essenzieller Teil der Kultur in den ländlichen Räumen. Und sie ist die Voraussetzung für die Produktion hochwertiger gesunder Lebensmittel in unserem eigenen Land. Deswegen setze ich mich mit großer Überzeugung für eine starke Landwirtschaft ein.

Frage: In Deutschland boomen Magazine und TV-Sendungen, die ein heiles Landleben inszenieren. Stört Sie das?

Dr. Hans-Peter Friedrich: Nein, überhaupt nicht. Ich habe den Eindruck, dass es eine Rückbesinnung auf Werte gibt, die sich mit einem Leben auf dem Land verbinden. Die Lebensqualität außerhalb der Ballungsräume steht für mich außer Frage. Die Herausforderung ist, die heile Welt, nach der sich manche sehnen, mit den ökonomischen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten zusammenzubringen. Dazu gehört zum Beispiel eine gute Infrastruktur für Bildung, Gesundheit und Kommunikation sowie eine stabile und gesunde Wirtschaft und Landwirtschaft.

Quelle: Ausgabe "Die Welt" vom 3. Januar 2014

Das vollständige Interview können Sie unter der folgenden Internetadresse nachlesen:
Die Welt - Interview "Der Erfolg gibt uns recht"

Fragen von:
Thomas Vitzthum und Claudia Ehrenstein
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