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Neue EU-Fischfangquoten: "Verhandlungen besonders schwierig"

Datum:
11.10.17

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt spricht im NWZ-Interview über die anstrengenden Verhandlungen zur Fischfangquote - und warum sie trotz deutlicher Kürzungen ein Erfolg sein sollen.

Frage: Herr Minister, fast 40 Prozent weniger Heringe, auch deutlich weniger Schollen und Dorsche dürfen die deutschen Ostseefischer aus dem Meer holen. War bei den EU-Verhandlungen nicht mehr herauszuholen?

Christian Schmidt: In diesem Jahr waren die Verhandlungen besonders schwierig. Teilweise lagen die Vorstellungen einzelner Staaten und der Kommission sehr weit auseinander. Die Belastbarkeit der wissenschaftlichen Empfehlungen wurde in Zweifel gezogen - es war ein sehr schwieriges Umfeld. Das wir da größere Kürzungen verhindern konnten, darf durchaus als Erfolg gewertet werden.

Frage: Der WWF sieht trotz der Quoten die Bestände von Dorsch und Hering nicht gesichert. Reichen die Begrenzungen womöglich für eine dauerhaft nachhaltige Fischerei nicht aus?

Christian Schmidt: Die Quoten orientieren sich an der jeweiligen Bestandssituation und den Prognosen. Das waren jetzt die vierten Verhandlungen in meiner Amtszeit, da geht es mal rauf und wieder runter. Langfristig ist klar: nur gute Bestände sichern die wirtschaftliche Perspektive der Ostseefischer. Mit diesem Beschluss leisten wir einen Beitrag für gesunde Bestände und Nachhaltigkeit in der Ostseefischerei.

Frage: Viele Fischer fürchten angesichts der niedrigeren Quoten um ihre Existenz. Wie kann ihnen geholfen werden?

Christian Schmidt: Natürlich sind die Kürzungen beim Hering schmerzhaft für die Fischer. Zum Glück konnten wir die Dorschquoten für die westliche Ostsee konstant halten. Dennoch müssen wir den Fischern auch im kommenden Jahr mit finanziellen Hilfen unter die Arme greifen, zum Beispiel bei der freiwilligen befristeten Stilllegung von Schiffen. Wir wollen, dass Arbeitsplätze und Strukturen erhalten bleiben, dafür brauchen die Fischer unsere Unterstützung in schwierigen Zeiten.

Frage: Beim Aal haben die Minister ein von der EU-Kommission gefordertes Fangverbot blockiert. Wird dies auf Dauer abzuwenden sein, oder müssen sich die Fischer auch hier auf schmerzhafte Einbußen einstellen?

Christian Schmidt: Die Kommission kann die einzelnen Staaten hier nicht über einen Kamm scheren. In Deutschland haben wir einen Managementplan für den Aal, das sollte Berücksichtigung finden. Ein pauschales Verbot der Aalfischerei wäre deshalb unangemessen. Es ist gut, dass wir das Thema nochmal separat diskutieren werden. Deutschlands Haltung ist in dieser Frage klar gegen ein pauschales Verbot.

Quelle: NWZonline.de vom 11.10.2017

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