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Bundeslandwirtschaftsministerium entwickelt Strategie zum verstärkten Anbau heimischer Eiweißpflanzen

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz will die Entwicklung und Herstellung von neuen Lebensmitteln und Lebensmittelzutaten aus heimischen Eiweißpflanzen wie Erbsen und Ackerbohnen sowie den Anbau heimischer Eiweißpflanzen gezielt fördern.

Das ist eines der Ergebnisse des breiten gesellschaftlichen Dialogs, den das Bundesministerium vergangenes Jahr geführt und dessen Ergebnisse in der "Charta für Landwirtschaft und Verbraucher" festgeschrieben wurden. Als Konsequenz entwickelt das Bundeslandwirtschaftsministerium derzeit eine Eiweißpflanzenstrategie. Erste Eckpunkte wurden am Donnerstag auf einem Fachkongress in Berlin mit Experten diskutiert.

Ziel der Eiweißpflanzenstrategie des BMELV ist es, unter Berücksichtigung der internationalen Rahmenbedingungen die Wettbewerbsnachteile heimischer Eiweißpflanzen – sogenannter Leguminosen - zu verringern, Forschungslücken zu schließen und die erforderlichen Maßnahmen in die Praxis umzusetzen. Eine zielgerichtete Leguminosenforschung nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Außerdem sollen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Anbau bis zur Verwendung der Pflanzen neue Möglichkeiten aufgezeigt werden. Darüber hinaus werden agrarpolitische Instrumente wie attraktive Agrarumweltmaßnahmen (AUM) und mögliche Maßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 diskutiert.

Der heimische Anbau von Eiweißpflanzen ist nicht nur aus Aspekten der Versorgungssicherheit oder Wirtschaftlichkeit interessant, sondern auch im Hinblick auf den Schutz von Umwelt und Klima. Eine konsequente Einbeziehung von Leguminosen in Anbausysteme und Fruchtfolgen führt zu einer positiven Kohlenstoffbilanz und einer verbesserten Bodenfruchtbarkeit. Der Verbrauch an Stickstoffdünger und die Emission von Treibhausgasen in der Landwirtschaft können signifikant verringert werden – dies wäre auch ein wichtiger Beitrag zur biologischen Vielfalt unserer Agrarlandschaften. 

Deutschland deckte in den vergangenen zehn Jahren zwischen 35 und 45 Prozent der benötigten eiweißhaltigen Kraftfutterkomponenten durch Futtermittel-Importe. Heimische Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen, Futtererbsen, Lupinen- und Kleearten sowie Luzernen und Wicken werden bislang nur in geringem Umfang in der Tierernährung genutzt. In Deutschland werden derzeit auf rund 95.000 Hektar Körnerleguminosen und auf rund 250.000 Hektar kleinsamige Futterleguminosen angebaut. Das entspricht in etwa drei Prozent der gesamten Ackerfläche in Deutschland. Die Nettoimporte von Sojabohnen und Sojaextraktionsschrot nach Deutschland belaufen sich jährlich auf bis zu vier Millionen Tonnen Sojabohnen und rund zwei Millionen Sojaextraktionsschrot. Auf den internationalen Märkten hat gentechnisch verändertes Soja den mit Abstand größten Marktanteil. Nicht gentechnisch verändertes Soja wird nur in geringerem Maße und vor allem in Südamerika angebaut. Daraus ergeben sich interessante Marktnischen für in Deutschland erzeugtes Soja. Ob es gelingt, den Anbau von heimischen Eiweißpflanzen deutlich zu erhöhen, ist allerdings davon abhängig, ob das daraus erzielte Einkommen für die heimischen Landwirte auf Dauer das Einkommen aus dem Anbau von anderen Feldfrüchten erreichen kann.

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