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Deutschland plant Meeresschutzgebiete in der Antarktis

Aigner: "Einzigartige Ökosysteme müssen wirksam geschützt werden"

Die Bundesrepublik Deutschland wird für die "Internationale Kommission zum Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis" (CCAMLR: Commission for the Conservation of Antarctic Living Resources) die Vorbereitungen zur Errichtung von Meeresschutzgebieten im Weddellmeer übernehmen.

Die Kommission, der 24 Mitgliedstaaten und die Europäische Union angehören, erarbeitet derzeit in einem mehrjährigen Prozess die wissenschaftlichen Grundlagen für ein repräsentatives Netzwerk mariner Schutzgebiete im Antarktischen Ozean. Das Weddellmeer ist eine von insgesamt neun Planungsregionen im CCAMLR-Vertragsgebiet des gesamten Antarktischen Ozeans und umfasst eine Fläche von rund 2,8 Millionen Quadratkilometern.

"Die Antarktis beherbergt einzigartige Ökosysteme. Deshalb wollen wir die internationalen Anstrengungen zum Schutz der Meeresgebiete in der Antarktis mit konkreten Maßnahmen aktiv unterstützen", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Die CCAMLR-Vertragsstaaten haben das Angebot der deutschen Delegation auf der aktuellen Sitzung der CCAMLR-Kommission im tasmanischen Hobart einstimmig unterstützt und in der Nacht zu Montag den Startschuss für das Projekt gegeben. Deutschland hatte die Konvention zum Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis von Anfang an unter der Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums zusammen mit Experten des von Thünen-Instituts für Seefischerei mitgestaltet.

Die wissenschaftlichen Arbeiten, die als Basis für eine Schutzgebietsausweisung im Weddellmeer notwendig sind, wird das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft (AWI) koordinieren. Das Alfred-Wegener-Institut hat seit seiner Gründung im Jahr 1980 intensiv im Weddellmeer geforscht. Der Forschungseisbrecher "Polarstern" ist jedes Jahr in der Region, unter anderem um die deutsche Forschungsstation "Neumayer III" in der Antarktis zu versorgen. Die Region, die zum atlantischen Sektor des Antarktischen Ozeans gehört, zählt deshalb zu den wissenschaftlichen "Hausmeeren" des international renommierten Forschungsinstituts.

"Im Weddellmeer finden sich marine Tiergemeinschaften und Ökosysteme, die sich über Jahrmillionen an die antarktischen Lebensverhältnisse angepasst haben. Die ozeanographischen Prozesse im Weddellmeer sind auch der Motor für globale Meeresströmungen, die für alle Weltozeane und unser Klima wichtig sind“, erläutert AWI-Direktorin Prof. Dr. Karin Lochte die ökologische Bedeutung der Region. „Das AWI und die deutsche Antarktis-Forschungsgemeinde sind deshalb gerne bereit, die umfangreichen Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten 30 Jahre zusammenzustellen, zu analysieren und als Basis für einen effektiven Schutz des Weddellmeeres aufzuarbeiten. In der Region befinden sich einige biologische Schatzkammern, die es zu bewahren gilt, außerdem ist die Region ein wichtiges Referenzgebiet für die wissenschaftliche Grundlagenforschung. Deshalb haben wir selbst großes Interesse daran, dass künftige Forschungsarbeiten in diesem einzigartigen und weitgehend unberührten Gebiet nicht durch zerstörerische menschliche Aktivitäten gefährdet werden."

Das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis war am 20. Mai 1980 von 14 Staaten unterzeichnet worden und ist am 7. April 1982 in Kraft getreten. Die 31. Sitzung der CCAMLR findet vom 23. Oktober bis 1. November 2012 in Hobart (Tasmanien) statt.

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"Landwirtschaft und Umwelt" Fachtagung zum Klimaschutzgutachten, 12.12.2016, Berlin

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