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BMELV und FAO starten neues Waldschutz-Projekt

Eigenverantwortliche Waldbewirtschaftung verbessert weltweit die Lebenssituation von Millionen Menschen

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und die UN-Welternährungsorganisation (FAO) haben ein neues Projekt zur Waldbewirtschaftung in Schwellen- und Entwicklungsländern gestartet.

Ziel ist eine nachhaltige Waldwirtschaft im Privatwald. Diese trägt weltweit zur Verbesserung der Lebensbedingungen, der Ernährung und der Einkommenssituation der Menschen in ländlichen Regionen bei. Dabei sind freiwillige Zusammenschlüsse für die Waldbesitzer oftmals der Schlüssel zum Erfolg. "Das gemeinsame Ziel der Staatengemeinschaft muss es sein, den Wäldern und ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung weltweit eine stärkere Stimme zu geben. Der Wald muss auch künftigen Generationen zur Sicherung der Lebensgrundlagen zur Verfügung stehen - ganz so, wie es der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz bereits vor 300 Jahren in seinem Grundsatzwerk zur Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft angestoßen hat", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Geschäftsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Peter Bleser, anlässlich des Projektstarts.

Im Vordergrund des Projektes stehen die Menschen, die von der Ressource Wald leben. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt das Vorhaben in den nächsten zwei Jahren mit einer Millionen Euro. Zum Auftakt des Projekts hatte die FAO Anfang Dezember gemeinsam mit der chinesischen Forstverwaltung Waldbesitzer und Experten aus Amerika, Asien, Afrika und Europa zu einer Konferenz mit dem Titel "Strength in numbers" - auf Deutsch in etwa "Gemeinsam sind wir stark" - nach Guilin im Süden Chinas eingeladen. Rund 140 Teilnehmer berieten darüber, wie die Rolle der forstlichen Selbsthilfeorganisationen weltweit gestärkt werden kann, um die Lebensbedingungen und die Ernährungssituation in den oft von Armut und Landflucht geprägten ländlichen Räumen zu verbessern. "Mit dem Konzept 'Schutz durch Nutzung' haben wir in Deutschland gute Erfahrungen gemacht. Außerdem profitieren wir von dem hierzulande gut organisierten Privat- und Kommunalwald. An diesen Erfahrungen wollen wir andere Regionen der Welt teilhaben lassen", sagt Bleser.

Im Verlauf der Konferenz haben private Waldbesitzer und Vertreter von Zusammenschlüssen aus vielen Teilen der Welt von ihren Erfahrungen und Schwierigkeiten bei der Etablierung von regionalen Selbsthilfeorganisationen berichtetet. Das Gastgeberland China hat in einer groß angelegten Landreform in den vergangenen fünf Jahren Waldbesitz an über 90 Millionen Familien übertragen. Parallel dazu haben sich 115.000 Kooperativen gebildet. "Die Bewirtschaftung unserer Wälder ist eine Aufgabe ersten Rangs für die Entwicklung einer ökologisch verantwortungsvollen Gesellschaft in China", sagte die Vizeministerin der Chinesischen Forstverwaltung Yin Hong.

Ausgehend von der ersten weltweiten Bestandsaufnahme auf der Konferenz in Guilin wird das Projekt wichtige Ansätze zur Selbstorganisation und zur Förderung von kleinen Privatwaldbesitzern vertiefen und optimieren. Im Fokus stehen dabei ausgesuchte Pilotländer auf drei Kontinenten. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung geleistet. Das deutsche Projekt markiert außerdem den Start einer neuen Einrichtung bei der FAO, der "Forest and Farm Facility", die sich der Frage widmen wird, wie die Landbevölkerungen bei der Waldbewirtschaftung besser einbezogen werden kann.

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