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Deutscher Biomarkt setzt Wachstumskurs weiter fort

Friedrich: "Umsatzplus von sieben Prozent zeigt Potenzial der Branche auf"

Der deutsche Biomarkt setzt seinen Wachstumskurs fort. Im Jahr 2013 gaben die deutschen Haushalte insgesamt 7,55 Milliarden Euro und damit rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr (2012: 7,04 Milliarden Euro) für Biolebensmittel und -getränke aus.

Das geht aus Berechnungen und Schätzungen eines Kreises von Marktexperten der Biobranche auf Basis von Daten der Marktforschungsinstitute GfK, Nielsen, BioVista und Klaus Braun Kommunikationsberatung hervor. Damit ist der Biomarkt 2013 in ähnlichem Maße gewachsen wie bereits im Jahr 2012. "Die Verbraucher achten beim Einkauf immer mehr auf Produkte, die ökologisch und besonders nachhaltig erzeugt wurden. Natürlich schätzen sie auch die Qualität und den Geschmack dieser Produkte. Das Umsatzplus von sieben Prozent zeigt, dass viel Potenzial in der deutschen Biobranche steckt. Die Vermarktung von ökologischen Produkten ist nach wie vor eine Erfolgsgeschichte mit guten Perspektiven für die Zukunft", sagte Bundesminister Hans-Peter Friedrich im Vorfeld der internationalen Leitmesse Biofach in Nürnberg, die am Mittwoch eröffnet wird.

Mit einem Umsatzanteil von rund 30 Prozent ist Deutschland der mit Abstand größte Absatzmarkt für Bioprodukte in Europa. "Unser Biomarkt boomt. Daraus ergeben sich gute Marktchancen für ökologisch erzeugte Lebensmittel 'Made in Germany'. Unser Ziel muss es sein, die in der Vergangenheit verloren gegangenen Marktanteile deutscher Bioprodukte wieder zu erhöhen. Das tut nicht nur unserer Umwelt und der Natur gut, sondern auch der Landwirtschaft in Deutschland. Wir sind auf einem guten Weg. Da viele Verbraucher immer gezielter zu Bioprodukten aus der Region greifen, ist das Potential jedoch noch lange nicht ausgeschöpft", sagte Friedrich.

Obwohl Deutschland auch bei der ökologisch bewirtschafteten Fläche mit einem Anteil von 6,2 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegt, reicht die Produktion von ökologisch erzeugten Lebensmitteln bei vielen Produkten bislang nicht aus, um mit der steigenden Nachfrage Schritt halten zu können. Das hat eine Studie der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) ergeben, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beauftragt hatte. Der Schwerpunkt lag dabei auf Frischeprodukten und Rohstoffen, die auch in Deutschland angebaut werden könnten.

Bei einigen Produkten wie Eiern, Schweinefleisch, Äpfeln oder Tomaten ist die inländische Erzeugung stärker gestiegen als die ebenfalls gestiegene Nachfrage und damit der Importanteil gesunken. Dennoch gibt es immer noch viel ungenutztes Potenzial im deutschen Biomarkt. "Wir müssen den Versorgungsanteil bei Bioprodukten aus heimischer Produktion weiter steigern. Mit der nun veröffentlichten Studie tragen wir zu einer Stärkung der Markttransparenz für alle Wirtschaftsbeteiligten bei und zeigen Entwicklungspotentiale auf", sagte Friedrich. Obst und Gemüse aus biologischer Erzeugung sind beispielsweise schon heute besonders beliebt bei den Verbrauchern. Frisches Bio-Obst und -Gemüse waren 2012 für 20 Prozent des deutschen Bio-Umsatzes verantwortlich. Fast zehn Prozent der deutschen Gemüsefläche, das sind knapp 11.000 Hektar, wurde 2012 bereits mit Bio-Gemüse bestellt. Damit gehen nach Analysen der AMI 55 Prozent der Bio-Gemüsemenge und 52 Prozent des Bio-Gemüseumsatzes auf inländische Ware zurück.

Um den Ökolandbau weiter voranzutreiben, setzt Friedrich auf die weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen. "Auf nationaler Ebene unterstützen wir die Biobranche, indem wir kleinere und mittlere Betriebe im Rahmen der Agrarreform durch eine Sonderförderung der ersten Hektare gezielt stärken und mehr Geld für die zweite Säule und damit auch für den Ökolandbau zur Verfügung stellen", sagte Friedrich. Außerdem erhöht der Bund im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes ab 2014 die Fördersätze für den Ökolandbau. "Wir schaffen auf Bundesebene gezielt verbesserte Anreize für die Biolandwirtschaft. Ich baue darauf, dass die Bundesländer diesen Spielraum nun nutzen", sagte Friedrich.

Hintergrundinformationen zum Markt

Je nach Warengruppe liegen den Umsatzsteigerungen unterschiedliche Ursachen zugrunde. Bei Kartoffeln, Obst und Gemüse stiegen die Preise im vergangenen Jahr aufgrund der ungünstigen Wetterlage und dem damit verbundenen knapperen Angebot. Dadurch erzielte diese Warengruppe, die bereits sehr etabliert ist und in den vergangenen Jahren deshalb nur noch geringere Wachstumsraten verzeichnet hatte, 2013 das größte Umsatzplus.

Balkendiagramm: Bio-Anteile verschiedener Produkte am jeweiligen Gesamtmarkt Bio-Anteile am jeweiligen Gesamtmarkt (in Prozent, 2013), Quelle: Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI)

Zu den Gewinnern zählte mit einem Plus von elf Prozent auch die Vermarktung von Trinkmilch. Zuwächse gab es außerdem bei Fleisch- und Wurstwaren, Trockenprodukten, Fetten und Ölen, Feinkost, Trockenfertigprodukten, Tiefkühlkost und Süßwaren mit dem Biosiegel. Einbußen von insgesamt fünf Prozent verzeichnete die Biobranche hingegen bei der Vermarktung von Eiern. Mit knapp 14 Prozent Markanteil gehören Eier jedoch nach wie vor zu den Produkten mit den höchsten Bio-Anteil am jeweiligen Gesamtmarkt. Weitere Umsatzrückgänge gab es beim Verkauf von Käse, aber auch von Fleisch, was nicht zuletzt auf den Trend zu einer fleischärmeren Ernährung zurückzuführen ist.

Aber nicht nur bei den Produktgruppen kam es zu Verschiebungen, sondern auch bei den Marktanteilen der einzelnen Verkaufsstätten. Während die Discounter Marktanteile verloren, bauten der Naturkosthandel, größere Hofläden und vor allem auch die Drogeriemärkte ihre Marktanteile durch ein überdurchschnittliches Wachstum aus. Die "sonstigen Verkaufskanäle", zu denen Bäckereien, Metzgereien, Obst/Gemüse-Fachgeschäfte, Wochenmärkte, Abo-Kisten, Versandhandel, Tankstellen und Reformhäuser zählen, entwickelten sich mit durchschnittlichem Wachstum.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmel.de/oekolandbau und www.oekolandbau.de

Wichtige Mitteilung

"Landwirtschaft und Umwelt" Fachtagung zum Klimaschutzgutachten, 12.12.2016, Berlin

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