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Mäßige Kartoffelernte 2015: Rückläufige Anbauflächen und niedrige Hektarerträge lassen die Erntemenge schrumpfen

Erzeuger- und Verbraucherpreise höher als 2014

Die deutsche Kartoffelernte kann 2015 nicht an die Rekordergebnisse des Vorjahres anknüpfen.

Wie der Sachverständigenausschuss von Bund und Ländern zur "Besonderen Ernte und Qualitätsermittlung" auf der Basis der vorliegenden Rodungsergebnisse in seiner heutigen Sitzung festgestellt hat, wird die Erntemenge in diesem Jahr voraussichtlich bei rund 9,9 Millionen Tonnen liegen. Damit würde die Vorjahresernte um 15,1 Prozent unterschritten, der mehrjährige Durchschnitt um 9,9 Prozent. Die endgültigen Ergebnisse können davon abweichen, da die Ernte der späten Kartoffelsorten noch aussteht.

Ursächlich für die deutlich geringere Erntemenge war einerseits die Entscheidung vieler Erzeuger, die Anbauflächen nach der unbefriedigenden Entwicklung der Erzeugerpreise in der letzten Kampagne einzuschränken. Mit Ausnahme der Bundesländer Niedersachsen und Rheinland-Pfalz wurden überall weniger Kartoffeln gepflanzt. Für Deutschland insgesamt lag die Anbaufläche bei rund 234.000 Hektar und somit 4,4 Prozent unter der Vorjahresfläche bzw. 6,5 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Der Anteil des Kartoffelanbaus an der Ackerfläche in Deutschland sank erstmals unter 2 Prozent.

Wesentlichen Einfluss auf das Ernteergebnis hatten zudem die Wetterkapriolen während der Vegetationsperiode. Während regional nach reichlichen Winterniederschlägen die Auspflanzung von Frühkartoffeln erschwert war und ein ungewöhnlich heftiger Frühjahrssturm Folienabdeckungen zerstörte, waren weite Phasen der Vegetationsentwicklung durch Hitze und extreme Trockenheit geprägt. Erst ab Mitte August sorgten ergiebige Niederschläge für eine Entspannung der Wasserbilanz, sodass sich für die späten Kartoffelsorten, vor allem auch für die Verarbeitungsware, die Wachstumsbedingungen verbesserten.

Aufgrund des Wassermangels liegen die Hektarerträge im Bundesdurchschnitt nach aktuellem Informationsstand mit rund 421 Dezitonnen pro Hektar um 11,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau und um 3,6 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Besonders stark ausgeprägt waren die Ertragsrückgänge (um mehr als 20 Prozent) auf den Trockenstandorten in der Mitte und im Süden Deutschlands, insbesondere auch in Bayern, dem zweitgrößten Anbaugebiet in Deutschland. Dem Trend konnte sich lediglich Niedersachen, das flächenmäßig bedeutendste Kartoffelanbauland, entziehen, da auf den dortigen leichten Böden in großem Stil beregnet wurde. Mit rund 472 Dezitonnen pro Hektar wurden dort die höchsten Durchschnittserträge im Bundesvergleich erzielt und der Vorjahreswert nur um 1,4 Prozent verfehlt.

Das im Vergleich zum Vorjahr kleinere Angebot an Kartoffeln spiegelt sich in der Preisentwicklung auf allen Ebenen wider. Die Erzeugerpreise liegen nahezu doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr, bleiben aber unter dem Niveau von 2013. Die Verbraucher müssen für Kleingebinde etwa 25 Prozent mehr als im Vorjahr ausgeben.

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"Landwirtschaft und Umwelt" Fachtagung zum Klimaschutzgutachten, 12.12.2016, Berlin

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