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"Der Erhalt landwirtschaftlicher Vielfalt ist kein Luxus, sondern eine überlebenswichtige Notwendigkeit"

Datum:
17.01.14
Ort:
Berlin
Redner:
Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth

Das BMEL will die Förderung der Nutzpflanzenvielfalt durch den Internationalen Saatgutvertrag weiterhin kräftig unterstützen, betonte Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, auf einer Sitzung des Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR) am Rande des "Global Forum for Food and Agriculture" (GFFA) am 17. Januar 2014 in Berlin.

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede

1. Begrüßung und Einleitung

Herzlich willkommen in Berlin! Herzliche Grüße von Herrn Bundesminister Dr. Friedrich, zugleich beste Wünsche für ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014.

Ich begrüße Sie zum GFFA 2014: "Landwirtschaft stärken: Krisen meistern - Ernährung sichern".

Der Schlüssel für die Überwindung von Hunger und Mangelernährung liegt in der Entwicklung einer leistungs-, anpassungs- und widerstandsfähigen Landwirtschaft. Hierbei spielen insbesondere die drei Bereiche Vielfalt, Nachhaltigkeit und Produktivität eine ausschlaggebende Rolle.

Die zunehmende Konkurrenz um knappe natürliche Ressourcen, die Folgen des Klimawandels sowie der Verlust an Vielfalt sind zentrale Hindernisse für die Nutzung und Ausschöpfung landwirtschaftlicher Produktionspotenziale.

2. Bedeutung der Vielfalt

Einmal verloren gegangene biologische Vielfalt ist nicht wieder herstellbar! Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist deshalb zentral für die Politik des BMEL. Für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft benötigen wir eine große Vielfalt an Nutzpflanzen.

Der Erhalt von Biodiversität ist eine überlebenswichtige Notwendigkeit! Deshalb ist mir der Schutz der Vielfalt an Arten und Sorten, also der sogenannten pflanzengenetischen Ressourcen, ein wesentliches Anliegen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Wir investieren gut, wenn wir die Bauerinnen und Bauern vor Ort dabei unterstützen, die Vielfalt der Nutzpflanzen zu sichern und die Versorgung mit leistungsfähigem Saatgut zu verbessern.

Lokale Pflanzensorten sind bestens an die örtlichen klimatischen Bedingungen und Böden angepasst. Durch Züchtung können sie noch leistungs- und widerstandsfähiger gemacht werden.

3. Das globale System für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung genetischer Ressourcen

Deutschland setzt sich seit langem für ein kohärentes und effizientes globales System für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung genetischer Ressourcen ein. Deshalb haben wir die Kommission für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft der FAO seit ihrer Gründung unterstützt. In dieser Kommission haben wir uns intensiv für die Entwicklung des Internationalen Saatgutvertrags eingesetzt.

Mit der Schaffung des Globalen Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt sind es nun drei stabile Säulen, auf denen das globale System für pflanzengenetische Ressourcen ruht.

Der unermüdliche Einsatz der Mitarbeiter in diesen Organisationen - vor und hinter den Kulissen - ist immer wieder beeindruckend. Dafür möchte ich Ihnen, Herr Dr. Bhatti, und Ihren Kolleginnen und Kollegen, an dieser Stelle einmal ganz ausdrücklich danken!

Und natürlich danke ich auch Ihnen, Frau Semedo für die kontinuierliche Unterstützung der FAO in diesem Prozess.

Meine Damen und Herren, der langfristige Erfolg der Arbeit der Internationalen Organisationen beruht immer auch auf dem Engagement ihrer Mitglieder. Ich möchte deshalb Seiner Exzellenz Dr. Fuad (Oman) und Seiner Exzellenz Mr. Suswono (Indonesien) für ihren überwältigenden Einsatz bei der Ausrichtung der letzten beiden Treffen der Vertragsstaaten des Saatgutvertrages danken. Sie haben damit die Grundsteine für die wichtigen Weichenstellungen gelegt, die auf diesen Treffen getroffen wurden.

4. Zugang zu genetischen Ressourcen

Meine Damen und Herren, Verfügbarkeit von Nutzpflanzen bedeutet aber nicht nur, dass die Arten als solche erhalten bleiben. Der Zugang zu den genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft muss weiterhin für alle offen stehen! Nur so können die Bäuerinnen und Bauern in aller Welt weiterhin selbst an der Verbesserung ihrer Nutzpflanzen mitwirken.

Das wichtigste Instrument dazu ist das Multilaterale System des Internationalen Saatgutvertrages. Damit wurde eine weltweite virtuelle Genbank geschaffen, die den Forschern und Züchtern hilft, unsere Nutzpflanzen an die sich immer schneller ändernden Umweltbedingungen anzupassen. Diese virtuelle Genbank wächst beständig und das ist ein Erfolg für uns alle! Allein Deutschland hat bis heute mehr als 100.000 gut dokumentierte Akzessionen eingebracht.

Gemeinsam mit den deutschen Pflanzenzüchtern haben wir außerdem im Projekt "Varieties for Diversity" leistungsstarke Pflanzensorten der privaten deutschen Züchter in das Multilaterale System gegeben. Auf diese Weise wollen wir die bei uns entwickelten Sorten als Basis für die weitere Züchtung allen zur Verfügung stellen.

5. Der Projektfonds des Saatgutvertrags

Meine Damen und Herren, eine weitere Erfolgsgeschichte im Saatgutvertrag ist die Arbeit seines Projektfonds. Der Fonds arbeitet heute mit über 130 Organisationen in 34 Ländern zusammen. Gemeinsam unterstützen sie die Landwirte bei der Anpassung ihrer Nutzpflanzen an die Herausforderungen des Klimawandels und der Hungerbekämpfung.

Deutschland hat ebenfalls Mittel für diesen Fonds zur Verfügung gestellt. Damit werden vor allem Kleinbauern in Trockengebieten Kenias und Namibias unterstützt.

Der Projektfonds wird in wenigen Tagen in die dritte Runde gehen. Ca. 15 Millionen USD stehen für neue Projekte zur Verfügung. Das bedeutet beinahe eine Verdreifachung gegenüber der letzten Runde. Dafür danke ich denjenigen, die dies durch ihre großzügigen Beiträge möglich gemacht haben.

Neben dem finanziellen wird auch der im Saatgutvertrag vereinbarte nicht-finanzielle Vorteilsausgleich an Bedeutung zunehmen. Für uns ist dabei auch der verbesserte Informationsaustausch von großer Bedeutung. Genetische Ressourcen können ihr Potential nur dann wirklich entfalten, wenn die relevanten Informationen für alle verfügbar sind. Deshalb werden wir die im Oman vereinbarten Konsultationen zu dem im Saatgutvertrag beschriebenen Globalen Informationssystem nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell unterstützen.

6. Schlusswort

Meine Damen und Herren, ich hatte es bereits Eingangs dargelegt: der Erhalt landwirtschaftlicher Vielfalt ist kein Luxus, sondern eine überlebenswichtige Notwendigkeit. Und gerade weil dies eine der zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft handelt, wird die Frage auch auf dem morgigen 6. Berliner Agrarministergipfel diskutiert.

Ich bin überzeug davon, dass auch der Gipfel dazu Stellung nehmen und die Aktivitäten zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung genetischer Ressourcen unterstützen wird.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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