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Bestäuber wie die Honigbiene sichern in erheblichem Umfang die landwirtschaftlichen Erträge sowie den Erhalt vieler Pflanzen

Datum:
19.04.16
Ort:
Mayen
Redner:
Parlamentarischer Staatssekretär Peter Bleser

Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Peter Bleser zur Fachtagung "Bienen in der Kulturlandschaft" am 19.04.2016 in Mayen.

Es gilt das gesprochene Wort

Anrede!

Es ist mir eine große Freude Sie, verehrte Anwesende, heute zu unserer Fachtagung zum Thema "Bienen in der Kulturlandschaft" ganz herzlich begrüßen zu dürfen.
Mein besonderer Dank geht an die Stadt Mayen und in Person an Sie – Herr Oberbürgermeister – sowie an den Verband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V., die uns heute – wie ich meine – ein sehr gutes Tagungsumfeld zur Verfügung gestellt haben.

Nachdem wir schon 2013 in einem ähnlichen Format die Akteure rund um die Biene zusammengebracht und Möglichkeiten für einen besseren Schutz der Biene in Deutschland beraten haben, wird es in den geplanten drei Veranstaltungen in diesem Jahr darum gehen, den erfolgversprechend begonnenen Prozess weiter zu vertiefen.

Dabei wollen wir die Akzente dieses Mal stärker darauf legen, was die Akteure außerhalb des Sektors Landwirtschaft tun können, um z. B. zu einer besseren Ernährung der Bienen während der gesamten Vegetationsperiode beizutragen und wo Maßnahmen ansetzen müssen, um die Bienengesundheit weiter zu verbessern.

Dabei ist es kein Zufall, meine Damen und Herren, dass die diesjährige Auftaktveranstaltung ausgerechnet in Mayen stattfindet, hat diese Stadt beim Thema Bienenschutz doch bereits Hervorragendes vorzuweisen. Auch ist die Stadt Mayen Sitz des "Fachzentrums Bienen und Imkerei im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz". Das Institut, das mit seiner Arbeit weit über die Grenzen des Landes Rheinland-Pfalz große Anerkennung genießt, ist auch für das BMEL ein langjähriger und wichtiger fachlicher Partner in Sachen Bienengesundheit, so auch im Rahmen des Deutschen Bienenmonitorings – "DeBiMo".

Über die städtischen Initiativen rund um die Biene mit Vorbildcharakter wird im Laufe dieser Veranstaltung sicher noch einiges berichtet werden, was – und da bin ich mir sicher – auch für andere Städte und Kommunen in Deutschland Vorbildcharakter haben dürfte.

In diesem Sinne freue ich mich auf eine sicherlich sehr interessante Veranstaltung!

Ich persönlich habe mich in jüngster Zeit sehr intensiv mit Spezialfragen im Bereich Bienen auseinandergesetzt und engagiert. [So überlege ich schon selbst Bienen zu halten.]
Doch was macht die Bedeutung des Themas Bienen heute aus?

Was ist der Grund und woraus ergibt sich aus unserer Sicht die Notwendigkeit, eine so große Zahl ausgewiesener Experten zu dieser Fachtagung nach Mayen einzuladen?

Etwa, weil durchschnittlich jeder Einzelne in unserem Land ungefähr ein Kilogramm Honig im Jahr verzehrt? Oder weil mehr als 100.000 deutsche Imker nur 26 Prozent der benötigten Menge in Deutschland herstellen?

Das sind sicher gute Gründe für eine Fachtagung, aber die Bedeutung dieses Themas erschöpft sich sicherlich nicht nur im rein wirtschaftlichen Aspekt der Erzeugung von Honig, Wachs und anderer klassischer Bienenprodukte.

Wichtig für uns ist vor allem die Bestäubungsleistung der Honigbiene, aber auch der vielen anderen Bestäuber wie Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge, Fliegen usw., die insgesamt als bestäubende Insekten den Ertrag in der Landwirtschaft und vor allem im Obst- und Gemüsebau sichern.

Diese Bestäuber erbringen aber nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Landwirtschaft, sondern auch für die Wildpflanzen und damit für das gesamte Ökosystem.

Insgesamt sind etwa 80 Prozent unserer 2.000 bis 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Bienen und andere Nutz- und Wildinsekten als Bestäuber angewiesen. Damit sichern Bestäuber in erheblichem Umfang die landwirtschaftlichen Erträge sowie den Erhalt vieler Pflanzen.
Der wirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung wird in Deutschland auf jährlich 2-4 Milliarden Euro geschätzt. Daneben sind auch die Erzeugnisse der Honigbiene wie Honig, Wachs, Pollen etc. bedeutsam. Die weiteren ökosystemaren Leistungen der Bestäuber in den Agrar- und Landschaftssystemen sind bislang noch nicht beziffert.

Diesem großen Nutzen stehen mehrere Faktoren gegenüber, die in der Vergangenheit in ihrem Zusammenwirken zu einer Schädigung der Bestäuberpopulationen und zu einer existentiellen Bedrohung der Bestäuber, insbesondere des Fortbestandes der Honigbiene als Nutztier geführt haben.

Als zentrale Faktoren sind dabei die Ernährung der Bienen über die gesamte Vegetationsperiode und der Befall der Bienenvölker mit Krankheits- und Schaderregern zu nennen. Um konkret die Ernährungslage der Bienen zu verbessern, rücken neben einer verbesserten Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen, z. B. durch Bestäuber fördernde Ackerrandstreifen, auch städtische bzw. kommunale Flächen – sogenannte Eh-da-Flächen – sowie Kleingärten und das "Balkongrün" in den Focus, um das Potenzial geeigneter Habitate für Bestäuber zukünftig besser in der Praxis ausschöpfen zu können.

Das BMEL hat bereits eine Vielzahl an Initiativen ergriffen, um zu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation beizutragen.

Mit dem Fachprogramm zur Erhaltung und Nachhaltigen Nutzung genetischer Ressourcen von Mikroorganismen und Invertebraten, das vom BMEL beauftragt wurde und derzeit erarbeitet wird, werden Wissenslücken geschlossen und notwendige Maßnahmen zur Erhaltung der Bestäuber identifiziert.

Hervorzuheben sind auch das Deutsche Bienenmonitoring und die Bienen-App sowie die Bienenkonferenzen 2013 oder der Runde Tisch, an dem Landwirtschaft, Imkerei, Industrie und Wissenschaft auf Einladung des landwirtschaftlichen Berufsstandes regelmäßig effizient zusammenarbeiten.

Um das Thema "Bienenschutz" auch in wissenschaftlicher Hinsicht besser zu koordinieren, hat das BMEL in seiner Ressortforschung zum 1.1.2016 ein Bieneninstitut des Bundes gegründet, das den Länder-Bieneninstituten zur Seite stehen und deren Bemühungen bündeln soll.

Mit dieser Bienenkonferenz in Mayen verbinde ich die Erwartung, dass der Status, aber auch die weiteren Potenziale zur Verbesserung der Situation für die Bienen und für die anderen Bestäuber herausgearbeitet werden können.

Mit Blick auf die von mir genannten zentralen Gefährdungsfaktoren für die Bienen sollen Ansatzpunkte für einen noch besseren Schutz der Bienen sowie für die Verbesserung ihrer Ernährungsgrundlage im Mittelpunkt stehen.

Angesichts der zunehmenden Flächennutzungskonkurrenzen in unserer Kulturlandschaft können Städte und Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger wichtige Hilfestellungen geben, um den Erhalt unserer Wild- und Honigbienen nachhaltig zu sichern.

Hierbei moderiert das BMEL die Akteure nach dem Motto "viele Akteure – ein Ziel", um an Hand von "best practice Beispielen", wie z. B. dem von der Stadt Mayen geschaffenen Beispiel, zu einem Erfolg versprechenden Handeln in ganz Deutschland zu animieren.

In diesem Sinne freue ich mich heute auf konstruktive und spannende Beiträge und danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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