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Der Dreiklang der Zukunft heißt: Gute Ernährung, starke Landwirtschaft, lebendige Regionen

Datum:
19.01.17
Ort:
Berlin
Redner:
Bundesminister Christian Schmidt

Rede des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt zur Eröffnung der Internationalen Grünen Woche 2017 am 19. Januar 2017 in Berlin:

Es gilt das gesprochene Wort

Anrede,

Diese 82. Internationale Grüne Woche, ist eine ganz besondere, eine außergewöhnliche internationale Grüne Woche. Wir hier in Deutschland sind in diesem Jahr Gastgeberland für die führenden Industrie- und Schwellenländer, die G20 – mit dem Höhepunkt, dem Treffen der Staats- und Regierungschefs im Juli in Hamburg. "Eine vernetzte Welt gestalten" – das ist das Motto unserer G20-Präsidentschaft. Und es ist mir eine besondere Freude, dass wir Agrarpolitiker parallel zur Grünen Woche das erste Ministertreffen der G20 Treffen in Deutschland abhalten!

Am kommenden Sonntag werde ich mit meinen G 20-Ministerkollegen - hier in Berlin - über eines der Mega-Themen unserer Zeit beraten: "Landwirtschaft und Wasser" - denn ohne Wasser gibt es kein Leben, ohne Wasser gibt es keine Lebensmittel, ohne Wasser gibt es Hunger und Durst. Der Zugang zu Wasser verhindert Kriege, verhindert Flüchtlingsströme und ist die Grundvoraussetzung für jede Form von Landwirtschaft und damit für die Ernährung der Menschen. 2050 werden rund 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Damit - und das müssen wir uns bewusst machen - erhöht sich die weltweite Nachfrage an Nahrungsmitteln um voraussichtlich 60 Prozent. Um diese 10 Milliarden Menschen satt zu bekommen, müssen wir also 60 Prozent mehr Nahrungsmittel erzeugen.

Aber was heißt hier wir? Die Bauern weltweit, die müssen das leisten: Eine enorme Herausforderung. Aber nicht nur das: Dahinter steckt auch viel Gutes: Die Landwirtschaft - und in Folge dessen die Ernährungswirtschaft – sind damit Branchen der Zukunft! Mit großen Chancen, aber auch mit riesigen Aufgaben: Nämlich der Verpflichtung für Nachhaltigkeit, großen Anstrengungen im Klimaschutz und viel viel Arbeit.

Sie, liebe Bäuerinnen und Bauern, Sie sind im Kern die wichtigste Berufsgruppe, die es gibt, weil Sie die Grundlage für unser aller Leben schaffen. Sie sichern unser täglich Brot und pflegen auch noch unsere einzigartigen Kulturlandschaften. Wir alle können Ihnen dafür nur dankbar sein.

Meine Damen und Herren, ich freue mich sehr, dass die schon zur Tradition gewordene größte Konferenz der Landwirtschaftsminister, die 9. Berliner Welternährungskonferenz, mit jetzt über 80 meiner Kollegen aus der ganzen Welt, ebenfalls hier – und zwar am Samstag - stattfindet. Auch dann sprechen wir über international vernetzte Lösungen, um mehr Lebensmittel mit effektiv weniger Wasser zu produzieren.

Ich erwarte, dass von diesen beiden anstehenden Konferenzen wesentliche Bausteine zur Sicherung der Welternährung geliefert werden. Denn: Ernährungssicherung ist eine globale Herausforderung, ist unser aller Aufgabe und Teil der internationalen Sicherheitsarchitektur.

Sehr geehrte Damen und Herren, mein besonderer Willkommensgruß gilt meinem ungarischen Kollegen.
Lieber Sandor, ich freue ich mich sehr, Ungarn zum zweiten Mal als Partnerland der Internationalen Grünen Woche willkommen zu heißen! Gerade wir Deutschen haben allen Grund, Ungarn zu danken: Es waren die Ungarn, die den Eisernen Vorhang durchschnitten haben. Vor 25 Jahren, genau am 6. Februar 1992, haben unsere beiden Länder einen Freundschaftsvertrag unterzeichnet, der heute noch Grundlage unserer Beziehungen ist. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind traditionell sehr intensiv. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der ungarischen Wirtschaft: 2014 wurde mehr als ein Viertel des ungarischen Außenhandels mit Deutschland abgewickelt.

Sehr geehrte Damen und Herren, auch daran sehen wir: Europa kann funktionieren. Lasst uns Agrarleute in diesen schwierigen Zeiten zusammenstehen, lasst uns den Gedanken der Europäischen Union leben und ihre Chancen nutzen! Der Binnenhandel innerhalb der europäischen Union und der Export in Drittländer bleibt eine der notwendigen Grundlagen für den Erfolg der Landwirtschaft in Deutschland. Deshalb ist der freie Warenverkehr mit überprüfbaren und sicheren Qualitätsstandards so wichtig! In den letzten drei Jahren haben wir die politischen Weichen dafür gestellt: Ich habe das Personal in meinem Haus für diese Fragen deutlich verstärkt. Exportförderung ist ein klarer Schwerpunkt meiner Arbeit. Und ich freue mich, dass die Exportzahlen für die Landwirtschaft und die Ernährungswirtschaft steigen! – trotz der vielen Unsicherheiten auf dem Weltmarkt, trotz beispielsweise des Russlandembargos.

Ein Wort zu Russland: Unsere Bereitschaft zum Dialog bleibt bestehen. Ich würde mir wünschen, dass die Landwirtschaft Deutschlands und der europäischen Union dort wieder intensiver vertreten ist. Es wäre auch sehr schön, wenn Russland wieder als starker Aussteller auf die Grüne Woche zurückkommt!

Liebe Bäuerinnen und Bauern, die gute Qualität unserer deutschen Lebensmittel

  • ihre Aufgabe!

zusammen mit vernünftigen Rahmenbedingungen

  • meine Aufgabe!

Aus diesen beiden ergeben sich die richtigen Rezepte für ein erfolgreiches, globales Wirtschaften! Ich sehe nämlich überhaupt nicht ein, dass dort, wo in China, oder in Brasilien ein Audi in der Garage steht, nicht auch deutsche Fleischwurst im Kühlschrank liegen kann.

Meine Damen, meine Herren, damit wir international gut aufgestellt sind, müssen wir wissen, was wir hier, zu Hause, tun. Wir müssen definieren, wie die Zukunft der Landwirtschaft aussieht, damit wir die Zukunft gut meistern. Deshalb habe ich vor zwei Wochen ein Grünbuch vorgelegt.

Das Grünbuch ist der Fahrplan für die zukünftige deutsche Ernährungs- und Agrarpolitik. Wie es das G20 Motto sagt: Es muss vernetzt gedacht werden. Genau deswegen beschreibt das Grünbuch eine Politik für zukunftsfeste Agrarstrukturen und lebendige ländliche Räume. Im Grünbuch steht: 75 Prozent der Menschen assoziieren mit Heimat immer noch ländliche Räume.

Die Menschen in den ländlichen Regionen dürfen sich aber nicht abgehängt fühlen. Wir müssen die Potentiale der ländlichen Regionen heben und deswegen ein besonderes Augenmerk darauf richten! Wir haben die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und Küstenschutz ausgebaut hin zu einer Gemeinschaftsaufgabe ländliche Entwicklung. Dafür stehen Bundesmittel von insgesamt 765 Mio. € zur Verfügung, 30 Prozent mehr als noch vor 2 Jahren. Und: Ich habe ein Bundesprogramm Ländliche Entwicklung ins Leben gerufen, dessen Volumen sich in diesem Jahr verfünffacht hat! Unsere ländlichen Räume sollen Zukunftswerkstätten für die Entwicklung unserer Gesellschaft werden. Gute Lebensbedingungen in den ländlichen Räumen sind eine entscheidende Frage für die Zukunft unserer Gesellschaft. Die ländlichen Räume müssen eine Schwerpunktaufgabe der deutschen Politik werden - deswegen richte ich mein Ministerium auf diese Aufgabe aus.

Der Dreiklang der Zukunft heißt: Gute Ernährung, starke Landwirtschaft, attraktive Ländliche Räume.

Lieber Phil Hogan, ich freue mich auf unsere gemeinsame Veranstaltung morgen Nachmittag: Cork 2.0 – genau zu diesem Thema. Du bist als der zuständige EU-Kommissar ein absolut verlässlicher Partner für ein besseres Leben im ländlichen Raum. Denn auch das ist eine europäische Aufgabe, auch das ist eine gemeinsame Aufgabe! Wir müssen auch die europäische Förderpolitik auf das Ziel Attraktivität ländlicher Regionen ausrichten. Zur GAP ist aber noch mehr zu sagen: Ich sehe einen enormen Vereinfachungsbedarf, um die öffentliche Akzeptanz der GAP zu erhalten, an der Kompliziertheit mancher Regelungen kann man irre werden.

Auch nach 2020 bleibt die GAP ein Fundament der ökonomischen und ökologischen Potentiale der Landwirtschaft. Deutschland wird sich zeitnah und intensiv an dieser Diskussion beteiligen. Die Krisenfähigkeit der GAP muss verbessert werden und eines ist ganz eindeutig: Gemeinsames Ziel ist, die Position der Erzeuger in der Wertschöpfungskette weiter zu stärken: Es darf nicht mehr sein, dass die Markrisiken allein auf den Schultern der Landwirte lasten!

Meine Damen und Herren, unsere Bauernfamilien versorgen uns mit hochwertigen, mit gesunden und sicheren Lebensmitteln. Dafür gebührt Ihnen Dank! Es gebührt Ihnen aber auch ein fairer Preis! Wir alle wissen, dass die Landwirtschaft durch schwierige Zeiten geht. Gerade die Milchkrise hat gezeigt: Das Prinzip "wachse oder weiche" ist hier eine Scheinlösung. Auch große Betriebe hatten in der Milchkrise große Sorgen. Die gesamte Wertschöpfungskette ist in der Verantwortung: Für Marktbeobachtung, Mengendisziplin und Preisbildung! Ich habe Wort gehalten und ein Paket aus Beitrags- und Steuerentlastungen, Liquiditätshilfen und einem Bürgschaftsprogramm von mehr als eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zur Unterstützung der Bauern im Land mobilisiert. Damit haben wir einen Beitrag zur Existenzsicherung der deutschen Bauernfamilien geleistet! Aber auch wenn der Milchpreis im Augenblick wieder steigt, es sind bei weitem noch nicht alle Aufgaben gelöst: Wir brauchen strukturelle Veränderungen in der Wertschöpfungskette. Damit wir nicht aus einer Krise in die nächste Krise rutschen! Und das gilt bei weitem nicht nur für die Milchwirtschaft!

Sehr geehrte Damen und Herren, ich sehe mit Sorge die zunehmenden Investitionen in Grund und Boden durch große, außerlandwirtschaftliche Investoren. Diese Entwicklung und andere bodenpreistreibende Faktoren machen den kleinen und mittleren Betrieben das Leben sehr schwer - gerade den Betrieben, die besonders Landschaftskultur und damit Kulturlandschaft prägen. Das heißt für mich: In den Mittelpunkt der Agrarstruktur-förderung soll das Bild des regional verwurzelte, bäuerliche Betriebe rücken. Und nicht außerlandwirtschaftliche Hedgefonds!

Liebe Gäste, der Ökolandbau ist neben der konventionellen Landwirtschaft zu einer wichtige Säule geworden. Wo vorher eine Nische war, ist heute ein dynamischer, ein stark wachsender Markt. Ich will mit der Zukunftsstrategie Ökolandbau dazu beitragen, dass mehr Bauern die kontinuierlich steigenden Vermarktungschancen des Ökolandbaus nutzen. Mein Dank gilt hier den Ökobauern und dem Deutschen Bauernverband für die ergebnisorientierte Zusammenarbeit! Öko, das bedeutet heutzutage Transparenz und Verbrauchervertrauen. Und keine Grenzwertdiskussion! Dafür müssen in der EU - Kommission, Rat und Parlament an einem Strang ziehen! Und zwar in dieselbe Richtung. Mich wissen Sie dabei an Ihrer Seite!

Meine Damen und Herren, zu lebendigen ländlichen Regionen gehört ohne Frage auch unser Wald. Es ist nicht die Stilllegung, sondern die nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung des Waldes, die Kohlenstoff bindet. Damit trägt der Wald maßgeblich zum Klimaschutz bei. Wir werden unseren Waldeigentümern, Forstbetrieben und der Holzwirtschaft mit der "Charta für Holz 2.0" neue Perspektiven geben. Denn wir wollen die nachhaltige Wertschöpfung dieser Branche stärken. Machen Sie also mit, bringen Sie sich ein, helfen Sie mit, unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten!

Sehr geehrte Damen und Herren, viele von Ihnen haben die jahrelange Diskussion um die Nitratrichtlinie verfolgt. Ich freue mich sehr, dass uns endlich mit der neuen Düngeverordnung ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Umweltinteressen und einer praxistauglichen Lösung für die Landwirte gelungen ist. Der Nährstoff aus dem Dünger muss bei den Pflanzen ankommen und soll nicht im Grundwasser landen. Dafür schaffen wir mit dem Düngemanagement jetzt die Grundlage. Und: Wir haben damit alles getan, um die Landwirtschaft vor Schlimmerem aus Brüssel zu bewahren!

Sehr geehrte Damen und Herren, mein Ernährungsreport 2017 ist ein Spiegel unserer Gesellschaft.

  • 89 Prozent der Deutschen finden es wichtig, oder sehr wichtig, dass Kinder bereits in der Grundschule die Grundlagen einer gesunden Ernährung erlernen.
  • Neun von zehn Deutschen sehen den Ernährungsunterricht auf einer Stufe mit Fächern wie Mathematik, Deutsch oder Englisch.

Das dokumentiert deutlich, dass ich mit meiner Forderung nach einem Schulfach Ernährungsbildung auf dem richtigen Weg bin! Ich habe das Bundeszentrum für Ernährung als zentrale Stimme für alltagstaugliche, wissenschaftsbasierte Ernährungsempfehlungen ins Leben gerufen. Hier laufen Themen wie gesundes Aufwachsen, ausgewogene Ernährung, Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung zusammen. Und noch mehr: 90 Prozent der Deutschen wünschen sich verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung unserer Kinder. Zu recht! Die Qualität von Kita- und Schulessen muss besser werden, sie kann auch besser werden. Und das überall!

Was heißt das? Wir denken Ernährungsbildung völlig neu! Wir etablieren jetzt das Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule in neuer Form – als Scharnier zwischen Bund und Land und gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Gute Schulverpflegung ist so elementar, dass Sie meiner Meinung nach sogar von der Mehrwertsteuer befreit werden sollte – und damit erheblich bezahlbarer wird für alle Beteiligten!

Liebe Gäste, im Ernährungsbericht wird außerdem noch eines klar: artgerechte Tierhaltung ist auf Platz Nummer 1 der Erwartungen an die Landwirtschaft gerückt.

  • 87 Prozent der Befragten wollen bessere Standards in der Tierhaltung.
  • 82 Prozent wollen mehr Transparenz in der Tierhaltung.
  • 88 Prozent wären bereit, mehr auszugeben, wenn die Tiere besser gehalten werden.

Diese Stimmung müssen wir nutzen, in dieser Entwicklung steckt eine große Chance! Deutschland soll Trendsetter beim Tierwohl werden! Deutschland soll Vorreiter beim Tierwohl werden! Ein Großteil der Verbraucher ist bereit, mehr für Lebensmittel zu zahlen, wenn die Tiere besser gehalten werden. Und natürlich muss dieses Geld bei den Landwirten ankommen. Dafür schaffe ich eine klare und verlässliche Kennzeichnung: Ein staatliches Tierwohllabel als Qualitätssiegel.

Produkte mit Tierwohllabel müssen bezahlbar sein. Tierwohl zum Nulltarif gibt es nicht. Mehr Tierwohl bedeutet höhere Kosten für unsere Bauern - die müssen wir Verbraucher zahlen. Mit dem staatlichen Tierwohl-Label erhalten die Kunden eine, glaubhafte, eine verständliche und einfache Entscheidungshilfe beim Einkauf. Genau das, was sie wollen. Denn: Wie man sich ernährt, ist eine höchst persönliche Entscheidung. Das staatliche Tierwohllabel wird für die Landwirte eine gute Möglichkeit sein, ihre Einnahmen zu stabilisieren. Aber wir knüpfen auch an die Brancheninitiative Tierwohl an, denn die hat es geschafft, Geld dahin zu bringen, wo es hingehört, zu Ihnen liebe Bäuerinnen und Bauern!

Nicht zuletzt müssen wir durch gezielte Förderungen den Investitionsbedarf der viehhaltenden Betriebe stärker unterstützten. Dazu werde ich eine Nutztierhaltungsstrategie als Schwester des Tierwohllabels vorlegen! Schließlich wollen wir alle eine gute, erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung.

Liebe Gäste, mir geht es darum, gesellschaftlich erwünschte Veränderungen wissenschaftlich fundiert und wirtschaftlich tragfähig zu erreichen. Sie alle kennen die Diskussion um das Töten männlicher Küken. Ich will, dass das ein Ende hat. Ich will aber auch, dass eine solche Veränderung keine Existenzbedrohung für die Betriebe in Deutschland ist – und sich damit die Eierproduktion ins Ausland verlagert. Also sind wir den wissenschaftlichen Weg gegangen, haben die Forschung angestoßen und mit Millionen gefördert. Mit Erfolg! Sie können in der Sonderschau meines Ministeriums hier auf der Grünen Woche die Anwendung besichtigen. Ich lade Sie alle herzlich ein: Kommen Sie vorbei, um sich den Einstieg in den Ausstieg des Tötens männlicher Küken anzusehen!

Aber nicht nur die Küken haben in letzter Zeit die Gemüter erhitzt. Auch der Wolf sorgt für Schlagzeilen. Vielen von Ihnen macht er Angst, viele von Ihnen sind in Sorge um ihre Tiere, wenn die Anzahl der Wölfe überhand nimmt. Und genau darum geht es mir: Auf der einen Seite ist es doch erfreulich, dass unser Ökosystem offensichtlich wieder so gut ist, dass eine Tierart wie der Wolf seine alten Stammgebiete wieder besiedelt. Auf der anderen Seite hat er keine natürlichen Feinde bei uns. Und das heißt für mich ganz klar: Wie bei Rehen und Wildschweinen müssen wir auf die Anzahl und Größe der Population achten und zur Not – entsprechend der geltenden Rechtslage – eingreifen. Zum Wohle der anderen Tiere und zum Wohle der Menschen.

Sehr verehrte Gäste, 2017 ist für Deutschland und Europa ein bedeutsames Jahr. Ob der neue Präsident in den Vereinigten Staaten oder ungeahnte politische Entwicklungen wie der Brexit – vor uns liegen ganz neue Verhandlungen, ganz neue Debatten, ganz neue Ausgestaltungen von Handelsbeziehungen und Wirtschaftsinteressen. Und vor uns liegt die Pflicht zum überlegten Handeln. Auch und gerade für die Land- und die Ernährungswirtschaft! Umso mehr müssen wir wissen, wo wir stehen, was wir wollen und wohin wir wollen.

  • Ernährungssicherung ist ein weltweites Thema,
  • Klimaschutz ist unabdingbar für unser Überleben,
  • Landwirtschaft ist ein globaler Wirtschaftsfaktor,
  • sichere und gesunde Lebensmittel sind Grundlage unseres Erfolges in der Welt.

Sie, liebe Bäuerinnen und Bauern, gehören in die Mitte der Gesellschaft, Sie bilden das Fundament, auf dem wir alle stehen. Wir haben allen Grund, stolz auf Sie zu sein.

In diesem Sinne erkläre ich die Internationale Grüne Woche 2017 für eröffnet!

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