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Der Film als Text: Bildbeschreibung des Films und O-Töne

Fischerei in Deutschland - Verantwortliche Nutzung natürlicher Ressourcen

BildSprechertext / O-Töne
BMELV-Logo 

Titelgrafik

FISCHEREI IN DEUTSCHLAND

Verantwortliche Nutzung natürlicher Ressourcen

 
Allgemeine FischereiDie Meere sind eine der größten Nahrungsquellen des Menschen. Fischerei gehört in Deutschland zur Tradition und Kultur. Doch die Meere sind nicht unerschöpflich. Ihre natürlichen Ressourcen müssen maßvoll und mit Verantwortung genutzt werden.

Grafik Europa

Fischkutter

Susanne

Cuxhaven an der Nordsee.

Der Fischkutter "Susanne".

Cuxhaven: Bestückung des Fischkutters "Susanne"

mit Eis, Netzen, etc.

 

Fischkutter "Susanne" auf See

Fischer Manfred Rahr und seine Mannschaft machen das Schiff klar zur Fangfahrt. Zwei Netze werden mit großen Winden sorgfältig aufgewickelt. Und der Lagerraum randvoll mit Eis bestückt. Kapitän Rahr prüft alles, bevor er das Kommando zum Auslaufen gibt. Er fährt seit über 40 Jahren zur See.

O-Ton Fischerkapitän

Auf Brücke des Fischkutters "Susanne"

O-Ton:  Für mich persönlich gibt es eigentlich nichts besseres als Fischer zu sein. Du hast hier sehr viel Verantwortung, das ist auch klar. Du hast hier einen Millionenbetrieb unter den Füßen, den du vernünftig führen musst. Und du hast immer die Verantwortung den Jungs gegenüber. Und von daher ist das schon manchmal richtig stressig.
Arbeiten an Deck und Netz des Fischkutters

Die Mannschaft macht das Schiff klar zum Fischfang. Ein harter Job - immer Seegang und Wetter ausgesetzt.

Eric Keßler hat gerade seine Ausbildung zum Facharbeiter Deck abgeschlossen und liebt seinen Beruf.

O-Ton Jungfischer

Auf Deck des Fischkutters "Susanne"

O-Ton: Ich bin damit aufgewachsen und es macht mir Spaß. Ich kenne nichts anderes. War mit drei Jahren zum ersten Mal auf See mit meinem Opa. Und seitdem wollte ich immer Fischer werden.

Grafik Nordeuropa

Fischkutter

Susanne

Die "Susanne" fährt von Cuxhaven auf die Nordsee Richtung Shetland Inseln. Hier liegen jetzt im Herbst gute Fanggründe.

Elektronische Ausstattung des Kutters

 

Auf der Brücke des Kutters gibt es viel Elektronik, vor allem zum Aufspüren der Fischschwärme. Der Echolot-Monitor zeigt an, was sich unter dem Schiff befindet – bis zum Meeresboden.

Die Fangfahrt geht auf Seelachs, einen Raubfisch, der nah am Meeresboden lebt. Doch die Suche nach den Fischschwärmen erfordert viel Wissen um das Verhalten der Tiere – und Erfahrung.

O-Ton Fischerkapitän

Auf Brücke des Fischkutters "Susanne"

O-Ton: Der Fisch geht hoch bei schlechtem Wetter oder wenn der Wind dreht: geht hoch, schwimmt irgendwo hin und setzt sich dann irgendwann, wenn es wieder einigermaßen ruhig ist, ab. Und den Fleck musst du finden. Die sitzen konzentriert. Weil Seelachs ein Schwarmfisch ist – und wir fischen hauptsächlich Seelachs.

Elektronische Anzeigen

ohne Fischschwarm

Auf seinem Echolot kann Kapitän Rahr einzelne Fischarten unterscheiden. Und damit recht genau auf seine Zielart fischen. Doch es ist noch kaum ein Fisch zu sehen.

O-Ton Fischerkapitän

Auf Brücke des Fischkutters "Susanne"

O-Ton:  Im Normalfall machen die Geräte mit Sicherheit 40 bis 50 Prozent aus. Und der Rest ist Erfahrung. Wenn kein Fisch da ist, dann kannst du noch so viele und gute Geräte an Bord haben, da hilft dir nichts. Und im Moment ist nichts da und von daher nützt das alles nichts.
Kutter auf See 

Kapitän und Mannschaft in Action

Netze aussetzen

Einige Seemeilen weiter hebt sich die Stimmung. Die Monitore zeigen erste Fischschwärme an.

Der Kapitän lässt das rund eineinhalb Kilometer lange Netz aussetzen.

  

Grafik Nordeuropa

Fischkutter

Susanne

 

Forschungsschiff

Walther Herwig III

In der südlichen Nordsee ist das Forschungsschiff Walther Herwig III unterwegs.

Forschungsschiff "Walther Herwig III" auf Fahrt

Dr. Sell und Crew auf Forschungsschiff

 

Jedes Jahr ermitteln die Anrainerstaaten der Nordsee die Entwicklung ihrer Fischbestände. Die Crew aus 12 Forschern und 22 Seeleuten arbeitet auf den wochenlangen Fahrten eng zusammen. Meeresbiologin Dr. Anne Sell ist die Fahrtleiterin.

Sie untersucht im Rahmen eines internationalen Forschungsprogramms die Meeresökologie und die Auswirkungen der Fischerei.

Ein Netz wird von Bord der "Walther Herwig III" gelassen

 

UW Aufnahmen Netzverhalten

Mit Fischernetzen werden repräsentative Fangproben genommen. Bei manchen Fahrten werden auch neue Netzarten getestet. Um zu sehen, wie sich unterschiedliche Netzformen unter Wasser verhalten und sich auf den Fangerfolg und den Schutz der Jungfische auswirken.

O-Ton Dr. Anne Sell

Meeresbiologin

O-Ton:  Der Grundsatz des ganzen Programms dieser Forschungsuntersuchung ist, die Fischbestände aber auch die Biodiversität im Meer zu beurteilen: Was ist da, wie viel ist da und wie können wir das erhalten.
Ein "Hol" wird an Bord geholt, sortiert, gezählt, gewogen etc.Im Labor werden die Fische systematisch vermessen, gewogen und erfasst. Ein typischer Fang.

O-Ton Dr. Anne Sell

Meeresbiologin am vTI

 

O-Ton: Das sind hier so die typischen Fische der Nordsee: Beispiel Scholle. Hering und Sprott, das sind die kleineren hier. Kliesche ist ein ganz typischer Fisch, der Plattfisch, der hier überhaupt am häufigsten ist in der südlichen Nordsee.

Wir wollen wissen, wie viele junge Fische nachwachsen, also Rekrutierung nennt sich das. Und das wird auch bestimmt anhand des Verhältnisses von laichreifen Tieren zu Jungtieren.

Wissenschaftler in Action

 

So können die Entwicklungen der Fischarten fürs nächste Jahr abgeschätzt werden.

Matschproben vom Meeresboden

Aussieben an Deck

Um auch die Lebensgemeinschaften am Meeresboden zu untersuchen werden Proben mit einer kleinen Baggerschaufel entnommen.

Wasserproben, Hydrographische Messungen,

Analysen zu Wasserphysik /–chemie

Und mit Wasserproben ermittelt Dr. Sell Temperatur- und Umweltveränderungen.

Kleiner Laborraum:

Abzählen, Messungen, Mikroskop

Alle Forschungen dienen dem Ziel, die Meere als Ökosysteme zu verstehen und das Maß für eine nachhaltige Nutzung zu ermitteln.

O-Ton Dr. Anne Sell

Meeresbiologin am vTI

O-Ton: Nachhaltigkeit bedeutet, dass man ein System so bewirtschaftet oder erhält, dass es sich langfristig stabilisiert halten kann. Dass man z.B. einem Fischbestand nur so viel entnimmt, wie auch gleichzeitig wieder nachwachsen kann. Und im sogenannten Ökosystemansatz geht es darum auch zu gucken, wie die Wechselwirkungen zwischen den Arten sind und ob die Lebensräume und die Beutetiere der Fische mit erhalten sind.

Wissenschaftler in Action

 

Die Forscher vom von-Thünen-Institut wissen um die Bedeutung ihrer Expedition für Europas Fischer.

O-Ton Dr. Anne Sell

Meeresbiologin am vTI

O-Ton: Die Funktion der Forschung, die wir hier betreiben, besteht auch darin, dass Fangempfehlungen gegeben werden. Also dass auf wissenschaftlicher Basis Empfehlungen für die Quoten des nächsten Jahres gegeben werden.

Wissenschaftler in Action

Walther Herwig III unterwegs

Diese Empfehlungen fließen ein in die Festlegung der Fangquoten in der Europäischen Union. Jeder Fischer bekommt dann seine jährliche Quote, also die Maximalmenge eines Fischbestandes, die er fangen darf.
  

Grafik Nordeuropa

Fischkutter

Susanne 

Die "Susanne" auf Fischzug vor den Shetland Inseln.

 

Einholen des Netzes

 

Rund alle sechs Stunden wird das Netz eingeholt. Für Kapitän und Mannschaft immer ein Moment der Spannung. Nur bei vollen Netzen lohnt sich der Einsatz. 

O-Ton Fischerkapitän

Auf Brücke des Fischkutters "Susanne"

O-Ton: Früher haben wir gefischt, was wir wollten. Konnten wir auch, durften wir auch. Dann ist das irgendwann eingeführt worden, dass die Quoten kamen, was ich für vernünftig halte. Du kannst heute nichts rausholen, ohne dass das irgendwie registriert ist. Es ist schon für die Nachhaltigkeit gut, was da gemacht wurde oder wird.

Einholen des Netzes. Netz gerissen!

Kapitän und Mannschaft reagieren

Doch irgendetwas stimmt diesmal nicht.

Das Netz ist gerissen! Am Meeresgrund müssen Steine hinein geraten sein. Eine Herausforderung für die ganze Mannschaft.

O-Ton Jungfischer

An Deck des Fischkutters "Susanne" beim Netzeflicken

"Das ist einmal lang gerissen, die Seite und die Seite. Da müssen wir beide Teile jetzt wieder zusammenbringen. Das Netz in die Mitte, und außen die dicke Lasche."

Netzeflicken bei Tag und Nacht

 

Ohne Netz kein Fischfang. Das kaputte Netz muss wieder zusammengeknotet werden. Masche für Masche, in Handarbeit. Das wird Stunden dauern. Solange wird das Ersatznetz ausgesetzt. Bevor die ganze Mannschaft das kaputte Netz flickt, bis tief in die Nacht.
  

Fischereischutzboot Seefalke auf Fahrt

Fischereischutzboot Seeadler auf Fahrt

Aufschrift "Fischereischutz"

Fischereischutzboote kontrollieren die Fischkutter auf See.

Grafik Europa

Fischkutter Susanne

 

Fischereischutzboot

Seefalke

 

Fischereischutzboot

Seeadler

In den deutschen Hoheitsgewässern sind das unter anderen die Seefalke in der Nordsee.

Und die Seeadler in der Ostsee.

 

 

FSB

Offiziere auf der Brücke der Seefalke

Offizier FSB Seefalke auf der Brücke

72 Meter lang. 20 Knoten schnell.

20 Mann Besatzung, darunter 3 Inspektoren.

Sie überwachen die Einhaltung der fischereirechtlichen Vorschriften. 

In der Nordsee auf der Seefalke ist Fischerei-Inspektor Lasse Schröder im Dienst.

O-Ton FSB-Offizier Seefalke

 

O-Ton: Wir mache Maschen- und Fangkontrollen. Und kontrollieren auf den Fischereifahrzeugen, ob die Bestimmungen der EU eingehalten werden.
FSB SeeadlerIn der Ostsee kontrolliert das Team des "Seeadlers" vor der vorpommerschen Küste.

Offiziere auf der Brücke der Seeadler

FSB Offizier Seeadler auf der Brücke

Der nautische Offizier Erwin Borchardt war früher selbst Fischer. Heute kontrolliert er als Fischerei-Inspektor die Einhaltung der Fangmengen.

O-Ton FSB-Offizier Seeadler

Auf Brücke des FSB Seeadler

 

O-Ton: Die erlassenen Regeln zum Fischereischutz werden mit aller Konsequenz durchgesetzt um die Nachhaltigkeit der Fischerei zu gewährleisten.

Brücke FSB

Radar, Multipilot u.a. Technik

 

Modernste Technik und satellitengestützte Positionsanzeigen helfen bei der Fischereiüberwachung.

O-Ton FSB-Offizier Seefalke

Auf Brücke des FSB Seefalke

O-Ton: Die Seefalke ist ausgerüstet mit einem integrierten Schiffsnavigationssystem. Auf unserem Radarschirm sehen wir die Echos der Fischkutter und können dadurch bestimmen, in welche Richtung sie fahren und mit welcher Geschwindigkeit.

Kutter in Sicht

Brücke FSB: Anfunken Kutter

Stichprobenartig werden Fischkutter zur Kontrolle ausgewählt.

O-Ton FSB-Offizier Seefalke

 

O-Ton: Kapitän, wir würden gerne zur

Kontrolle kommen. Wir kommen dann zur Inspektion an Bord.

O-Ton FSB-Offizier Seeadler

 

O-Ton: In einer halben Stunde geht’s los. Wir machen uns fertig und schicken dann das Boot.
Teams Seefalke und Seeadler machen sich für den Einsatz fertig. Einschiffen, Übersetzen 
Kontrolleur geht zum KutterkapitänDie Inspektorenteams wollen sicherstellen, dass keine illegale Fischerei stattfindet. Sie prüfen Fangmengen, Lizenzen und ob der Fischer seinen Fang korrekt dokumentiert hat.

Dokumentenkontrolle

Elektronisches Logbuch

Dazu schauen sie auch ins elektronische Logbuch, eine Internetdatenbank, in die jeder Fischer täglich seine Fänge einträgt.

O-Ton FSB-Offizier Seeadler

Auf Fischkutter "Blauwal"

O-Ton: Also ich kontrolliere hier A die Dokumente, die er hat. Und B hat er ja hier das elektronische Logbuch. Und wir können diese Daten bei uns an Bord auch im Vorfeld schon sehen und wissen, was der Fischer hier an Bord hat.
Hol und HievDer Fischer hat Dorsche und Schollen gefangen. Jetzt darf er das Netz erst im Beisein der Inspektoren hieven.

Gang der Inspektoren in den Fischraum

FSB-Offizier Seefalke im Fischraum

Offizier Schröder geht mit seinem Kollegen unter Deck zur Fischraumkontrolle.

O-Ton FSB-Offizier Seefalke

Im Eisraum auf Fischkutter

 

O-Ton: Wir sind hier auf der Suche nach untermaßigem Fisch in diesen Fischkisten. Deswegen kontrollieren wir die. Und wir nehmen das bei verschiedenen Fischarten vor. Hier bei Scholle. Und wir werden gleich noch eine Kiste Seezungen kontrollieren. Und bisher sieht das ganz gut aus.
MaschenkontrolleAn Deck wird noch stichprobenartig geprüft, ob die Netzmaschen die gesetzlich vorgeschriebenen Größen haben. Die Inspektoren sind zufrieden.
Abfahrt Seeadlerteam / Seefalketeam 

O-Ton FSB-Offizier Seeadler

Auf Brücke des FSB Seeadler

 

O-Ton: Unsere Arbeit trägt Früchte. Wir sehen das an den Zahlen der Verstöße, die sind in den letzten Jahren zurückgegangen. Und dann hat sich der Fischbestand stabilisiert.
Abfahrt FSB 

Grafik Nordeuropa

Fischereischutzboot

Seefalke

+

Fischereischutzboot

Seeadler

 

Fischkutter

Susanne

Der Fischkutter "Susanne" hat nach einigen Tagen auf See endlich Glück. Vor Norwegen wurden Seelachsschwärme geortet.
Unterwasseraufnahmen vom Seelachs im Netz vor dem EinholenDas Netz ist voll. Der "Hol" wird eingeholt.

Netz ist voll

Hiev auf die "Susanne"

Team beim Netzeinholen + Leeren

 

Mit einem kräftigen Ruck wird der Netzboden geöffnet. Die Fische rutschen über eine Rampe in den Verarbeitungsraum.

Für die Mannschaft heißt es nun alle Mann unter Deck. Der Fang muss sofort verarbeitet werden.

Verarbeiten in Fabrik

Verschicken in Eiskisten

 

Die Fische werden sortiert und maschinell ausgenommen. Dann geht es direkt in die Kisten mit Eis. So lagern sie bei Null Grad bis zur Anlandung.

O-Ton Jungfischer

Im Eislager des Fischkutters "Susanne"

O-Ton: Ist jeden Tag etwas anderes. Jeder Hol ist anders. Man weiß nie, was drin ist. Wie ein Überraschungsei ist das.
Jungfischer trägt Logbuchdaten einJeder Fang wird gleich ins elektronische Fischereilogbuch eingetragen. So genau wie möglich. Bei Kontrollen dürfen die Angaben nicht mehr als zehn Prozent abweichen.
 Für Kapitän Rahr von der "Susanne" heißt es nun wieder auf seine Erfahrung setzen: Nur mit einem vollen Schiff lohnt es sich zurückzukommen.

O-Ton Fischerkapitän

Auf Brücke des Fischkutters "Susanne"

O-Ton: Wir gehen jetzt dahin, wo wir in den letzten Jahren immer um diese Jahreszeit gefangen haben. Ist nur ein Versuch, mehr ist es nicht. Immer weitersuchen.
Kutter unterwegs 

Grafik Nordeuropa

Fischkutter

Susanne

 

Hafen

Hanstholm

Spätestens nach zehn Tagen Fangfahrt läuft der Kutter zur Anlandung des Fisches in einen nahe gelegenen Hafen ein: Hanstholm in Dänemark.

Anlanden in Hanstholm

Verwiegen, Registrieren, Verladung

Der Fang wird gewogen, registriert und gleich verladen. Mit dem Kühltransporter geht er in die Verarbeitung.

Grafik Nordeuropa

Hafen

Hanstholm

 

Fischverarbeitung

Bremerhaven

Nach Bremerhaven.

 

QualitätskontrolleFischerei und -verarbeitung sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Und geben Arbeit für rund 40tausend Menschen.

Betrieb zur Fischverarbeitung

Anlieferung von Fischkisten

Über 80 Prozent des in Deutschland verarbeiteten Fisches wird importiert, aus aller Welt.

Verarbeitungsschritte:

Zerlegen, Filettieren, Zerschneiden, Sortieren

Der Seelachs gehört zu den am häufigsten gegessenen Fischarten. Der angelieferte Fisch wird auf seine Qualität überprüft, automatisch filetiert und in fertige Portionen geteilt.
Managerin auf KontrollgangUm sicherzugehen, dass der Fischimport nicht aus überfischten Regionen stammt, sind Teile der Fischverarbeitenden Wirtschaft eine Selbstverpflichtung eingegangen, sagt Katharina Hempel, Managerin in einem Fischverarbeitungsbetrieb.

O-Ton Katharina Hempel

Produktmanagerin

O-Ton: Großteile der deutschen Fischwirtschaft haben sich verpflichtet, nur aus nachhaltigen Beständen einzukaufen, um die Ressourcen zu schonen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und auch noch morgen Fisch fischen zu können.

Fischverarbeitung

Fischprodukte

Und um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Informationsangebote der Hersteller sollen die Nachhaltigkeit belegen:
O-Ton Katharina Hempel, ProduktmanagerinO-Ton: Der Verbraucher hat verschiedene Orientierungshilfen, um sich über das Thema Nachhaltigkeit zu informieren. Eine Möglichkeit, das zu tun, ist zum Beispiel über das Internet der Herstellerseite oder auch über die Verpackung selbst, denn auf jeder Verpackung finden sie die Herkunft des Fisches. Und andere Orientierungshilfen sind z. B. das Bio-Siegel oder auch das MSC-Siegel.

Etikettierung mit Angaben zu Herkunft

MSC-Siegel auf Packung

Nachhaltigkeitssiegel wie zum Beispiel das blaue MSC-Siegel des "Marine Stewartship Council" sind sichere Zertifizierungsnachweise für eine Bestandssichernde Fischerei.
Fischstäbchenproduktion

Diese Siegel gibt es für fast alle Fischprodukte. Auch für Fischstäbchen - das beliebteste Fischprodukt in Deutschland.

Hier werden in einem Bremerhavener Werk gefrorene Blöcke aus Seelachsfilets zu den typischen Stäbchen geschnitten. Mit würziger Sauce überzogen, paniert und frittiert. Bevor sie wieder schnellgefrostet  und verpackt werden. Kontrollen sichern die Qualität. Rund eine Million Fischstäbchen laufen hier jeden Tag vom Band.

  
Aquakultur AußentotaleWeil natürliche Ressourcen die hohe Nachfrage nach Fisch nicht decken können, werden leicht zu kultivierende Fischsorten in Aquakulturen gezüchtet. In Deutschland besonders beliebt: Forellen.
Fluss EderForellenzuchten gibt es vor allem dort, wo Flüsse das ganze Jahr über große Mengen sauberes, sauerstoffreiches und kaltes Wasser heranführen.

Grafik Deutschland

Aquakultur

Fritzlar/Hessen

Aquakulturanlage

Forellen

So wie hier in Hessen. Bei Fritzlar, am Fluss Eder.  Zwischen Naturteichen gelegen, werden in 18 langen Fließkanälen Forellen herangezogen, vom Setzling bis zum Speisefisch. In den Zuchtbecken sortiert nach Alter und Größe.

Forellen brauchen permanent frisches Flusswasser. Fischwirtschaftsmeister Hermann Rameil erklärt den Kreislauf.

O-Ton Fischzüchter

 

O-Ton: Wir entnehmen unser Wasser circa 500 Meter oberhalb von unserem Betrieb. Das Wasser läuft unterirdisch in den Fischzuchtkanal, versorgt die Fische mit frischem Wasser. Das Wasser wechselt sechs bis sieben Mal am Tag. Wird am Ende des Kanals gesammelt. Der Turbinengraben versorgt unser Wasserkraftwerk. Da erzeugen wir unseren eigenen Strom. Und dann läuft das Wasser zurück in das Flusssystem.

Aufzuchtanlage Jungfische

Jungfische in Becken

In kleinen Durchflusswannen zieht der Betrieb auch seine eigenen Jungfische auf – mit eigenem Quellwasser.
O-Ton FischzüchterO-Ton: Dies ist unsere Quellwasseranlage für unsere Brut und für unsere Setzlinge. Quellwasser ist einfach nötig, weil Quellwasser die beste Wasserqualität hat und man erzielt die größte Schlupfrate bei den Eiern.
EierbrutanlageHier werden jedes Jahr rund eine Million Forelleneier ausgebrütet. Der Fischzüchter trägt die Verantwortung, dass die Fische gesund bleiben. Alles wird streng kontrolliert.
O-Ton FischzüchterO-Ton: Die Fische werden regelmäßig untersucht, zwei bis drei Mal vom Fischgesundheitsdienst. Da kommt ein Fischdoktor, schaut sich die Haltungsmethoden an. Und da wir eine artgerechte Besatzdichte wählen, haben wir keine Probleme.
PelletfütterungIn den Zuchtteichen werden die Forellen gefüttert  mit Pellets aus Eiweiß und Ballaststoffen.  Computergesteuert wird das Futter verteilt. Für die Fische immer ein aufregender Moment.
O-Ton FischzüchterO-Ton: Seit einigen Jahren haben wir unsere Fütterung auf Vollautomatik umgestellt. Wir füttern unsere Forellen mittlerweile sechs Mal am Tag. Wir erreichen dadurch einen sehr guten Futterquotienten. Mittlerweile produzieren wir mit einem Kilo Forellenfutter ein Kilo Fisch.

Abfischen von Forellen aus Zuchtteich

 

Nach eineinhalb Jahren Wachstum, mit rund 350 Gramm, haben die Forellen eine typische Portionsgröße erreicht. Und werden je nach Nachfrage abgefischt.

Automatisches Forellen-Schlachten

 

 

Hofladen

Die Fische werden betäubt, geschlachtet und ausgenommen. Entgrätet, geräuchert oder filetiert werden sie im Hofladen verkauft oder direkt an die Kunden in der Region ausgeliefert.

O-Ton Fischzüchter

 

O-Ton Die Vorteile der Direktvermarktung: der Kunde erzielt ein tagesfrisches Produkt, er kriegt das Produkt direkt vom Erzeuger. Wir erzielen einen höheren Preis, als wenn wir das dem Großhandel abgeben würden, es wird also im Grunde genommen eine Handelsstufe ausgeschaltet.

Auslieferung Forellen

Aquakultur

So erzeugen Aquakulturen große Mengen von Forellen und anderen Zuchtfischen. Und decken den größten Teil der Nachfrage nach diesen Arten.
  

Grafik Deutschland

Binnenfischerei

Müritz/Mecklenburg

Wo es die natürlichen Ressourcen zulassen, bewirtschaften Binnenfischer und Angler die Seen und Flüsse in Deutschland.
Binnenfischer an der MüritzBinnenfischer arbeiten traditionell seit Jahrhunderten nachhaltig – um den Fischbestand und damit ihre Lebensgrundlage dauerhaft zu erhalten. Wie hier bei den Müritzfischern in Mecklenburg, beim Einholen von Stellnetzen und Reusen.

Binnenfischer bei der Arbeit

Im Hintergrund: Tourismus an der Müritz

 

Das Erlebnis der Fischerei und lokale Spezialitäten werden besonders von vielen Urlaubern gesucht. Für Binnenfischer sind Touristen wichtige Kunden.

Anlanden von Fang, Verarbeitung

Fischverkaufsstand, Räucherei

Die Direktvermarktung ist überall ein Teil des Fischerberufs: Von der Verarbeitung und dem eigenen Räuchern bis zum Verkauf.
AnglerFischen als Freizeitsport betreiben die Angler. Sie sind meistens mehr Kunden als Konkurrenten der Binnenfischer. Und profitieren von gut gemanagten Fischbeständen.
Gaststätte. Angler-Gäste kaufen Fischgerichte und essenFisch ist reich an Protein, Jod und gesunden Fettsäuren und gehört zu einer ausgewogenen Ernährung des Menschen.

Grafik Deutschland

Küstenfischerei

Sassnitz/Rügen

Auch die Küstenfischerei am Meer zieht viele Touristen an.

Sassnitz Hafen.

Halb-gedeckte und offene Fischerboote

Wie hier im Hafen von Sassnitz auf Rügen. Von hier aus werden vor allem Hering, Schollen und Dorsch gefangen. Mit Fischerbooten, die meist kleiner sind als an der Nordsee. Ihre Fangfahrten dauern oft nur von Sonnenaufgang bis zum Nachmittag.

Fischkutter

Outro-Collage

Über eine Million Tonnen Fischprodukte liefert die Fischwirtschaft in Deutschland jedes Jahr. Und trägt damit wesentlich zu unserer Ernährung bei. Im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik setzt sich Deutschland für eine weltweit nachhaltige und verantwortliche Nutzung der Ressourcen ein. Nur so kann der Reichtum der Meere auch für zukünftige Generationen erhalten werden.
Fischkutter Susanne auf Fangfahrt 

(ABSPANN)

Autor: Walter Kaul

Kamera: André Götzmann

Schnitt: Nino Mello Wagner

Grafik: Sebastian Glowinski, Jan Trottnow

Color Grading: Jan Trottnow

Produzent: Walter Kaul

Produktionsleitung: Stefanie Nowak

Sprecher: NN

Tonmischung: Karsten Ray

Tontechnik: Sebastian Ehrig, Romek Watzlawik

Musik: Proudmusiclibrary

 

O-Ton FischerkapitänJeder Tag ist hier anders. Kein Tag ist wie der andere. Und das reizt einen. Das merken die Jungs auch.
O-Ton JungfischerIst mein Traumjob. Kann’s nur jedem raten, auszuprobieren, wenn man Lust hat. Ist wie eine Familie für mich.
Fischkutter Susanne auf Fangfahrt 

Wir danken für die freundliche Unterstützung:

 

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Dr. Anne Sell

 

Fischereischutzboot Seefalke, BLE Cuxhaven, Lasse Schröder

Fischereischutzboot Seeadler, BLE Warnemünde, Erich Borchardt

 

Kutterfisch-Zentrale, Cuxhaven

Fischkutter Susanne, Cuxhaven, Manfred Rahr, Eric Keßler

Fischkutter Blauwal, Sassnitz

 

Deutsche See, Fischmanufaktur Bremerhaven, Katharina Hempel

Frosta Tiefkühlkost, Werk Bremerhaven

 

Fischzuchtbetriebe Rameil, Fritzlar, Hermann Rameil

Die Müritzfischer, Fischerei Müritz-Plau, Waren/Müritz

u.v.a.

Ein Film im Auftrag des

Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

© BMELV 2011

Informationen zum Thema Fischerei unter

www.bmelv.de

www.portal-fischerei.de

www.msc.org/de

Zum Thema

BMEL-Forschung: Meeresressourcen nachhaltig nutzen

Ostseedorsch

Lange Zeit galt die Ostsee als überfischt. Mittlerweile erholen sich die Fischbestände wieder, sodass die EU-Kommission in ihrem letzten Bericht zumindest teilweise Entwarnung geben konnte: Nur noch 41 Prozent statt bisher 86 Prozent der Bestände sind konkret bedroht. Grund für die positive Entwicklung sind strenge Fangquoten.

Zur externen Website: BMEL-Forschung: Meeresressourcen nachhaltig nutzen …

Fischerei in Deutschland - Verantwortliche Nutzung natürlicher Ressourcen

Startbild für das Video "Fischerei in Deutschland"

Das BMEL setzt sich für eine nachhaltige Fischerei in unseren Gewässern, in der EU und weltweit ein. Der Info-Film zur Fischerei in Deutschland gibt Einblick in den Alltag von Menschen in Berufen rund um den Fisch und erläutert, warum es so wichtig ist, die natürlichen Ressourcen unserer Meere, Flüsse und Seen verantwortlich zu nutzen.

Bestellung und Streaming bei den Landesfilmdiensten möglich.

zum Video: Fischerei in Deutschland - Verantwortliche Nutzung natürlicher Ressourcen …

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