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Frau prüft Lebensmitteletikett im Geschäft Quelle: BMEL

Isoglucose in Lebensmitteln

Ende September änderte sich die EU-Marktregelung für Zucker. Experten erwarten, dass der Anteil der Verwendung von Isoglucose steigt. Was steckt eigentlich hinter Isoglucose?

Was unterscheidet Isoglucose von Haushaltszucker?

Isoglucose wird aus Mais- oder Weizenstärke hergestellt und besteht aus einem Gemisch aus den Einfachzuckern Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker), die ungebunden als Monomere vorliegen. Dadurch können verschiedene Verhältnisse von Glucose zu Fructose vorliegen. Im Haushaltszucker, der aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen wird, liegen Glucose und Fructose immer im Verhältnis 1:1 vor, da sie zu Dimeren gebunden den Zweifachzucker Saccharose bilden. Dadurch ist die Süßkraft konstant. Bei Isoglucose dagegen ist die Süßkraft von dem vorliegenden Glucose-Fructose-Verhältnis abhängig, das je nach Bedarf eingestellt wird. Die Stärke wird dabei zunächst enzymatisch in Glucose gespalten und anschließend zum vorgesehenen Teil in Fructose umgewandelt. Es entsteht entweder Fructose-Glucose-Sirup oder Glucose-Fructose-Sirup. Es gilt: Je höher der Fructoseanteil, desto höher die Süßkraft.

Schadet Isoglucose dem Menschen?

Honig, Zuckersirup, Kunsthonig, Invertzucker oder Isoglucose bestehen aus den Einfachzuckern Glucose und Fructose. Der Zweifachzucker Saccharose kommt darin fast nicht vor. Aus dem Darm des Menschen werden die Einfachzucker direkt in den Blutkreislauf aufgenommen. Die Saccharose des Haushaltszuckers muss im Gegensatz dazu erst im Darm enzymatisch gespalten werden. Die Spaltung geht aber so schnell, dass kein Unterschied im Anstieg des Blutzuckerspiegels zu erkennen ist. Auch im weiteren Verlauf der Verstoffwechselungen von Glucose und Fructose sind keine Unterschiede zu erkennen, egal aus welcher Quelle die beiden Zucker stammen.

Glucose kann im gesamten Körper als Energiesubstanz genutzt werden. Die Aufnahme führt zum Anstieg des Blutzuckerspiegels und Insulin wird ausgeschüttet. Abbau und Verwertung der Glucose ist sehr genau durch verschiedene Mechanismen reguliert. Fructose hingegen wird fast ausschließlich in der Leber insulinunabhängig verstoffwechselt. In der Vergangenheit wurde Fructose deshalb auch in Lebensmitteln für Diabetiker verwendet. Für Fructose als alleinige Zuckerquelle werden unter definierten Ausgangsbedingungen negative Wirkungen diskutiert, wie z. B. Leberverfettung, Erhöhung der Blutfettwerte oder Insulinresistenz. Allerdings stammen die meisten Ergebnisse aus Tierversuchen. Zudem wurden dabei mehr als 25 % der Nahrungsenergie über Fructose verabreicht. Solche hohen Mengen an Fruktose werden jedoch weder über Saccharose noch über Isoglucose im Rahmen der menschlichen Ernährung aufgenommen.

Da Isoglucose sich aus Glucose und Fructose zusammensetzt und die Zucker wie beschrieben verstoffwechselt werden, hat Isoglucose keine anderen gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen als anderer zugesetzter Zucker. Bei Verwendung identischer Mengen Isoglucose statt Saccharose sind die Wirkungen gleich.

Ist Isoglucose ein Dickmacher?

Der Energiegehalt von Isoglucose, Saccharose, Invertzucker oder Honig ist gleich. Die Zunahme von Übergewicht und Adipositas hat viele Ursachen und kann nicht auf einen Nahrungsbestandteil allein zurückgeführt werden. So ist weltweit eine Zunahme von Übergewicht und Adipositas zu beobachten, unabhängig davon, ob hauptsächlich Saccharose oder Isoglucose zum Süßen verwendet wird.

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