BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Chemische Stoffe und Produktsicherheit

Bekleidung, Reinigungs- und Pflegemittel, Kosmetik und Spielzeug: all das sind Beispiele für verbrauchernahe Produkte. Nur sichere Produkte dürfen auf den Markt gebracht werden. Von den Marktüberwachungsbehörden wird die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften überwacht.

Schutz der Verbraucher vor krebserzeugenden Stoffen

Aufgrund der Initiative Deutschlands hat die Europäische Kommission am 6. Dezember 2013 die Beschränkung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Verbraucherprodukten in eine verbindliche Rechtsnorm umgesetzt.

Nach der Verordnung (EU) Nr. 1272/2013 dürfen ab Dezember 2015 Erzeugnisse, deren Gehalt an bestimmten, als krebserzeugend eingestuften PAK einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet, nicht mehr für die allgemeine Öffentlichkeit in Verkehr gebracht werden, wenn sie Teile enthalten, die bei normaler Verwendung mit der Haut oder der Mundhöhle in Berührung kommen.

In den letzten Jahren ermittelten mehrere Bundes- und Länderbehörden sowie unabhängige deutsche Verbraucherschutzorganisationen hohe Gehalte an PAK beispielsweise in Spielzeug, Plastikschuhen und Werkzeuggriffen. Auch wenn eine deutliche Mehrheit der untersuchten Produkte nur gering oder nicht belastet war, wurden bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Proben zum Teil sehr hohe PAK-Belastungen gefunden. PAK-freie Alternativen sind zwar verfügbar, sie können jedoch teurer sein. Einige PAK haben sich im Tierexperiment als krebserzeugend herausgestellt. Auch in der Umwelt sind PAK aufgrund ihrer Langlebigkeit, ihrer Tendenz, sich in Organismen anzureichern und ihrer Giftigkeit ein Anlass zur Besorgnis.

Für Erzeugnisse wie Sport- und Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Bekleidung oder Armbänder beträgt der Grenzwert 1 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) für jede einzelne PAK-Verbindung. Für Spielzeug und Artikel für Kleinkinder oder Säuglinge wurde ein niedrigerer Wert von 0,5 mg/kg festgelegt. Diese Grenzwerte gelten ab 27. Dezember 2015 verbindlich für alle Verbraucherprodukte, die in der EU vermarktet werden. Die Europäische Kommission wird diese Grenzwerte innerhalb von zwei Jahren, also bis 27. Dezember 2017, unter Berücksichtigung von neuen Erkenntnissen überprüfen.

Was sind Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) ?

Bei polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) handelt es sich um eine Vielzahl von ubiquitär (überall, unvermeidlich) auftretenden Verbindungen, die natürlich in Kohle und Erdöl vorkommen.

Sie entstehen bei unvollständigen Verbrennungsprozessen sowie bei der Pyrolyse (thermochemischen Spaltung) von organischem Material (z.B. Kohle, Heizöl, Kraftstoff, Holz, Tabak) sowohl im industriellen als auch im privaten Bereich. Auch bei Waldbränden können PAK gebildet werden und verbleiben dann in der Umwelt.

Stand:
11.03.14

Inhalt des Dossiers

Unternavigation aller Website-Bereiche