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Chemische Stoffe und Produktsicherheit

Bekleidung, Reinigungs- und Pflegemittel, Kosmetik und Spielzeug: all das sind Beispiele für verbrauchernahe Produkte. Nur sichere Produkte dürfen auf den Markt gebracht werden. Von den Marktüberwachungsbehörden wird die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften überwacht.

Textilien: Regelungen zum gesundheitlichen Schutz

Die meisten Hilfsstoffe, die während der Herstellung von Textilien eingesetzt werden, sind im fertigen Produkt nicht mehr enthalten.

Spinn- und Webhilfsmittel, Reinigungs- oder Bleichmittel werden bei der Verarbeitung eingesetzt, verbleiben jedoch nicht im fertigen Kleidungsstück. Andere Stoffe, die in der Kleidung bleiben sollen, können sich aus der Kleidung lösen und durch die Haut in den Körper gelangen.

Dazu gehören Textilfarbstoffe oder Veredelungsharze. Sie können wie auch Elasthan und Gummistoffe bei manchen Verbraucherinnen und Verbrauchern Unverträglichkeiten oder Allergien auslösen. Nickel ist nach wie vor der häufigste Auslöser für eine Kontaktallergie und kann in Verschlüssen oder Knöpfen enthalten sein.

Um Verbraucherinnen und Verbraucher vor schädlichen Stoffen zu schützen, ist z. B. in der europäischen Verordnung zur Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (REACH-Verordnung, VO (EG) Nr. 1907/2006), für die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit federführend ist, die Verwendung von bestimmten Stoffen in diesen Produkten geregelt. So ist die Verwendung von Azofarbstoffen, die durch Hautbakterien in krebserzeugende primäre aromatische Amine gespalten werden, in Textilien oder Lederprodukten mit Hautkontakt verboten. Ebenso finden sich hier Regelungen zu Kontaktallergenen wie Nickel oder Dimethylfumarat (DMF).

Restgehalte von Chrom (VI) können in chromgegerbtem Leder, z.B. für Schuhe, enthalten sein. Chrom (VI) wirkt sensibilisierend und kann daher bei dem Träger eine Kontaktallergie auslösen. Entsprechend der deutschen Bedarfsgegenständeverordnung darf deshalb Chrom (VI) in Bedarfsgegenständen aus Leder mit Hautkontakt, zu denen auch Bekleidungsgegenstände gehören, nicht nachweisbar sein. Im März 2015 ist eine entsprechende Beschränkung von Chrom (VI) in Lederwaren und Lederteilen mit Hautkontakt nach der REACH-Verordnung in Kraft getreten.

Für Bekleidungsgegenstände gilt, dass grundsätzlich nur sichere Produkte auf den Markt gebracht werden dürfen.

Hersteller und Importeure müssen im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht in eigener Verantwortung sicherstellen, dass die Produkte sicher sind. Die Einhaltung der geltenden Vorschriften wird von den zuständigen Behörden der Bundesländer kontrolliert.

Was muss wie gekennzeichnet werden?

Nach der europäischen Textilkennzeichnungsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1007/2011), für die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zuständig ist, sind bei Textilien die Fasern zu kennzeichnen: "100 % Baumwolle" zum Beispiel, oder "50 % Polyester, 50 % Baumwolle".

Dabei sind auch nichttextile Teile tierischen Ursprungs anzugeben. Damit soll den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Information über die Faserzusammensetzung der Textilerzeugnisse zur Verfügung gestellt werden. So können z. B. bei Wolle oder Rohseide auch Allergien gegen die Fasern selbst vorkommen. Auch Tierhaarallergiker sollten vor dem Kauf von Textilien aus Tierhaar das Etikett prüfen.

Freiwillige Kennzeichnung

Siegel dienen dazu, bestimmte Produkteigenschaften, Qualitäts- oder Herstellungsmerkmale gesondert herauszustellen. Sie sind daher eine Art Markenzeichen derjenigen, die diese Produkte herstellen oder vertreiben. Insofern können Textilsiegel Orientierung beim Kauf bieten.

Damit Siegel zu einer informierten Kaufentscheidung beitragen können, ist es wichtig, dass diese Siegel einfach und verständlich sind, auf fundierten und nachgeprüften Kriterien beruhen, auf nachvollziehbare und überprüfbare Qualitätsstandards setzen sowie einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt haben. Informationen zur Bewertung von Siegeln sind bei den Verbraucherverbänden erhältlich.

So hat die Verbraucherinitiative e.V. mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Bewertung von Textilsiegeln hinsichtlich allergierelevanter Aussagen vorgenommen und die Ergebnisse unter www.label-online.de veröffentlicht.

Stand:
17.07.15

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