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Fruchtsaftgetränke und Co. – Hinschauen lohnt sich

Die Auswahl an Getränken ist groß: Fruchtsäfte, Fruchtnektare, Fruchtsaftgetränke, Limonaden und Brausen stellen Verbraucherinnen und Verbraucher vor die Wahl. Die Unterschiede sind jedoch erheblich.

Fruchtsäfte und Fruchtnektare

Fruchtsäfte und Fruchtnektare unterliegen der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung. Danach handelt es sich bei Fruchtsaft um das gärfähige, jedoch nicht gegorene Erzeugnis, aus reifen und gesunden Früchten. Saft, der, so wie er aus der Frucht gewonnen wird, direkt zur Abfüllung gelangt, kann mit der zusätzlichen freiwilligen Angabe "Direktsaft" versehen werden.

Die Herstellung eines Fruchtsafts ist auch auf Basis eines Fruchtsaftkonzentrates möglich. Dabei wird dem Saft zunächst Wasser entzogen und später dann wieder zugesetzt. So können insbesondere beim Transport über große Entfernungen Kosten eingespart werden. An den Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat werden hohe qualitative Anforderungen gestellt. So muss das verwendete Wasser bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es darf nicht mehr Wasser hinzugefügt werden, als zur Wiederherstellung des Saftes aus dem Konzentrat erforderlich ist.

Im Gegensatz zu Fruchtsaft enthält Fruchtnektar neben der Fruchtkomponente auch zusätzliches Wasser, Zuckerarten oder Honig. Der Mindestfruchtgehalt bzw. die Menge an zusätzlichem Wasser hängt von der Art der verwendeten Frucht ab. So liegt zum Beispiel der Mindestfruchtgehalt bei Sauerkirschnektar bei 35 Prozent, weil der saure Saft der Sauerkirsche zum unmittelbaren Genuss nicht geeignet ist. Für Pfirsichnektar ist dagegen ein Mindestfruchtgehalt von 50 Prozent vorgeschrieben. Aus manchen Früchten lässt sich aufgrund ihrer Konsistenz gar kein Fruchtsaft, sondern nur Fruchtnektar herstellen, zum Beispiel aus Bananen.

Neben solchen Anforderungen an die Herstellung und Zusammensetzung sieht die Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung auch spezifische Vorschriften für die Kennzeichnung vor. So ist Fruchtsaft, der aus Konzentrat hergestellt wird, immer mit der Verkehrsbezeichnung "Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat" zu kennzeichnen. Bei Fruchtnektar ist der Mindestgehalt an Fruchtsaft oder Fruchtmark anzugeben.

Fruchtsaftgetränke, Fruchtschorlen, Limonaden und Brausen

Fruchtsaftgetränke, Fruchtschorlen, Limonaden und Brausen gehören zu den Erfrischungsgetränken. Sie werden hinsichtlich ihrer Beschaffenheit, Zusammensetzung, des redlichen Herstellungs- und Handelsbrauch sowie der Verbrauchererwartung in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches beschrieben.

Fruchtsaftgetränke enthalten nach den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke je nach Fruchtart einen Fruchtgehalt von mindestens sechs Prozent bei Zitrusfrüchten oder Mischungen aus Zitrusfrüchten bis zu mindestens 30 Prozent bei Kernobst oder Trauben oder Mischungen daraus. Neben Wasser enthalten Fruchtsaftgetränke natürliches Fruchtaroma oder natürliches Fruchtaroma mit anderen natürlichen Aromen. Bei Fruchtsaftgetränken ist der Geschmack der angegebenen Frucht sensorisch wahrnehmbar.

Fruchtschorlen prickeln im Mund, da sie neben Fruchtsaft oder –mark und Wasser auch Kohlensäure enthalten. Weitere Zutaten für Fruchtschorlen können je nach Sorte auch natürliche Aromen oder Zucker sein. Der Fruchtgehalt von Fruchtschorlen entspricht den in der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung genannten Mindestgehalten.

Limonaden bestehen aus Wasser, Aromen und in der Regel Zitronensäure. Sie weisen einen Gesamtzuckergehalt von mindestens sieben Prozent auf. Bei Fruchtlimonaden ist mindestens die Hälfte des Fruchtgehaltes, wie er bei Fruchtsaftgetränken üblich ist, enthalten. Allerdings muss eine Limonade nicht im Mund prickeln, da die Zugabe von Kohlensäure nicht verpflichtend ist.
Eine Brause prickelt immer im Mund, da es sich um ein kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk handelt. Sie können auch Aromastoffe und Farbstoffe enthalten.

Die Unterschiede bei den Getränkearten sind bedeutend. Bei ihrer Kaufentscheidung können sich Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem Blick auf die genaue Bezeichnung und die Zutatenliste über die Zusammensetzung des Getränkes informieren.

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