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Strategien der Codex-Alimentarius-Kommission

Vier prioritäre Ziele sollen bis Ende 2019 erreicht werden

Die Codex-Alimentarius-Kommission (CAC) sieht sich als die weltweit führende Organisation für die Vereinbarung internationaler Lebensmittel-Standards, die dem Schutz der Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Sicherstellung fairer Handelspraktiken im internationalen Handel mit Lebensmitteln dienen.

Der auf der 36. Sitzung der CAC im Juli 2013 angenommene Strategieplan legt Prioritäten für den Zeitraum 2014 bis 2019 fest, innerhalb dessen strategische Vorstellungen und Ziele implementiert werden sollen. Ein detaillierter Arbeitsplan dazu enthält konkrete Maßnahmen und überprüfbare Indikatoren, anhand derer Fortschritte auf dem Weg zu den formulierten Zielen gemessen werden können.

Der Strategieplan unterstreicht die hohe Bedeutung, die die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Lebensmittelsicherheit und -qualität beimessen. Er dient zudem der Information der Mitglieder, der Nicht-Regierungsorganisationen und anderer interessierter Kreise darüber, wie die CAC im Zeitraum 2014-19 ihr Mandat erfüllen und den Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Mitglieder gerecht werden will.

Strategieplan in englischer Version

Den Wortlaut des Strategieplans in deutscher Übersetzung lesen Sie im Folgenden:

Strategieplan der Codex Alimentarius Kommission 2014-2019

Einleitung

Die Codex Alimentarius Kommission wurde 1963 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründet. Heute hat sie mehr als 180 Mitglieder, und über 200 zwischenstaatliche und internationale Nichtregierungsorganisationen sind als Beobachter akkreditiert. Hauptaufgabe der Kommission ist die Erarbeitung internationaler Lebensmittelstandards, Leitlinien und Verhaltenskodizes zum Schutz der Verbrauchergesundheit und im Interesse fairer Praktiken beim Handel mit Lebensmitteln. Ebenso unterstützt die Kommission die Koordinierung aller Arbeiten der internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen im Bereich der Lebensmittelstandards.

In Angelegenheiten der Lebensmittelsicherheit und Ernährung legt die Kommission als Risikomanager unter Anwendung der Grundsätze der Risikoanalyse ihre Standards fest und stützt ihr Vorgehen auf die wissenschaftliche Beratung durch die Gemeinsamen FAO/WHO-Sachverständigengremien und Konsultationen. Die Codex-Standards gelten auch für Fragen der Lebensmittelqualität zur Sicherstellung fairer Praktiken im Handel mit Lebensmitteln. Mit der zunehmenden Globalisierung muss die Kommission auch in der Lage sein, rechtzeitig auf neu auftretende Fragen der Lebensmittelsicherheit und andere Faktoren zu reagieren, die sich auf die Lebensmittelsicherheit und den fairen Lebensmittelhandel auswirken können, wie z.B. die Auswirkungen der Bevölkerungswanderungen, des Klimawandels und der entsprechenden Belange der Verbraucher. Von der Kommission festgelegte Lebensmittelstandards, Leitlinien und Empfehlungen gelten als Referenzwerte für Lebensmittel im Rahmen der entsprechenden WTO-Übereinkommen.

Mit diesem Strategieplan soll das Mandat der Codex-Alimentarius-Kommission im Zeitraum 2014-2019 gefördert werden. Die Auslegung des Codex-Mandats, der Standards oder Vorschriften des von der Kommission angenommenen oder genehmigten Verfahrenshandbuchs wird durch dieses Papier weder ersetzt oder erweitert, noch widerspricht es dieser.

Der Strategieplan 2014-2019

  • unterbreitet der Kommission den Leitgedanken, die Ziele und Vorgaben und geht einher mit einem detaillierteren Arbeitsplan, in dem Maßnahmen, Eckdaten und messbare Indikatoren enthalten sind, mit denen die Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele verfolgt werden können.
  • untermauert den hohen Stellenwert, den die FAO und die WHO der Lebensmittelsicherheit und -qualität beimessen und stellt sicher, dass die Kommission die ihr von der FAO und der WHO übertragenen Aufgaben erfüllt.
  • informiert die Mitglieder, die zwischenstaatlichen und internationalen nichtstaatlichen Organisationen sowie die anderen Akteure darüber, wie die Kommission ihr Mandat erfüllen und den Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Mitglieder im Zeitraum 2014-2019 gerecht werden will.

Impulsgeber für den Wandel

Die Dynamik der von der Kommission durchgeführten Normsetzungstätigkeit hat sich inzwischen drastisch verändert. Seit seiner Gründung ist nicht nur die Mitgliederzahl des Codex beträchtlich gestiegen, sondern der Codex erfährt auch eine aktivere Unterstützung durch alle Mitglieder, genauer gesagt durch die Entwicklungsländer, die einen aktiveren Beitrag zum internationalen Normungsverfahren für Lebensmittel leisten. Darüber hinaus hat sich auch das Umfeld, in dem der Codex agiert, weiter entwickelt. Lebensmittel und Lebensmittelinhaltsstoffe gehören weiterhin und zunehmend zu den weltweit umsatzstärksten Waren. Veränderungen im globalen System der Futter- und Lebensmittelwarenkette, Bemühungen um eine Ressourcenoptimierung, Fragen der Ernährungssicherheit, Innovationen in der Lebensmittelwissenschaft und der Nahrungsmitteltechnologie, Klimawandel und Verbraucherinteressen sind einige der Impulsgeber für den Wandel, den die neuen Herausforderungen für die Lebensmittelsicherheit und die Ernährung mit sich bringen. Die Kommission muss sich diesem neuen Umfeld anpassen und in der Lage sein, rechtzeitig proaktiv neu auftretende Fragen im Bereich der Lebensmittelsicherheit, Qualität und Ernährung anzugehen, damit die Verbrauchergesundheit geschützt und faire Praktiken beim Handel mit Lebensmitteln sichergestellt werden.

Strategischer Leitgedanke

Das international führende Normungsorganisation für Lebensmittel zu sein, um die Verbrauchergesundheit zu schützen und faire Praktiken beim Handel mit Lebensmitteln sicherzustellen.

Grundwerte des Codex

Bei der Verwirklichung des strategischen Leitgedankens hält der Codex an folgenden Grundwerten fest:

  • Zusammenarbeit
  • Breitenwirkung
  • Konsensbildung
  • Transparenz

Bei ihrer Arbeit ist die Kommission bestrebt zu gewährleisten, dass die Konzepte für den gesundheitlichen Verbraucherschutz und faire Praktiken beim Handel mit Lebensmitteln im Normungsprozess des Codex konsequent verfolgt werden.

Strategische Ziele

Strategisches Ziel 1: Einführung internationaler Lebensmittelstandards, die sich auf aktuelle und neu auftretende Ernährungsfragen beziehen.

Ziel 1.1: Einführung neuer und Überarbeitung bestehender Codex-Standards auf der Grundlage der von der Codex Alimentarius Kommission gesetzten Schwerpunkte.

Maßnahmen:

  • 1.1.1 Konsequente Anwendung der Kriterien für die Entscheidungsfindung und Schwerpunktsetzung in sämtlichen Codex-Komitees, um sicherzustellen, dass die Standards und Arbeitsbereiche von höchster Priorität rechtzeitig vorangetrieben werden.
  • 1.1.2 Stärkung der kritischen Überprüfung zur Verbesserung der Überwachung der Standards.

Ziel 1.2: Frühzeitige Erkennung von neu auftretenden Fragen und Mitgliederbedürfnissen und ggf. Entwicklung einschlägiger Lebensmittelstandards.

Maßnahmen:

  • 1.2.1 Entwicklung eines systematischen Ansatzes, um sich abzeichnende Fragen bezüglich Lebensmittelsicherheit, Ernährung und fairer Praktiken im Handel mit Lebensmitteln präziser ermitteln zu können.
  • 1.2.2 Im Bedarfsfall Entwicklung und Überarbeitung internationaler und regionaler Standards entsprechend der von den Mitgliedern ermittelten Bedürfnisse und der Faktoren, die sich auf die Lebensmittelsicherheit, die Ernährung und die fairen Praktiken im Handel mit Lebensmitteln auswirken.

Ziel 1.3: Stärkere Abstimmung und Zusammenarbeit mit anderen internationalen Normungsorganisationen, wobei Doppelarbeit vermieden und Möglichkeiten bestmöglich genutzt werden sollen.

Maßnahmen:

  • 1.3.1 Förderung der Zusammenarbeit mit der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) und dem Internationalen Pflanzenschutzübereinkommen (IPPC) bei der Entwicklung von Standards im Codex-Rahmen, die sich mit dem Kontinuum über die ganze Herstellungskette vom Erzeuger zum Verbraucher befassen, und die den Codex und diese Organisationen betreffen.
  • 1.3.2 Förderung der Zusammenarbeit mit anderen internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisatonen im Standardisierungsbereich zur Unterstützung der Entwicklung einschlägiger Codex-Standards und zur Schärfung des Bewusstseins, Verständnisses und der Anwendung hinsichtlich der Codex-Standards.

Strategisches Ziel 2: Sicherstellung der Anwendung von Grundsätzen der Risikoanalyse bei der Entwicklung von Codex-Standards.

Ziel 2.1: Gewährleistung einer konsequenten Anwendung von Grundsätzen der Risikoanalyse und wissenschaftlichen Empfehlungen.

Maßnahmen:

  • 2.1.1 Möglichst umfassende Anwendung wissenschaftlicher Empfehlungen der Gemeinsamen FAO/WHO-Sachverständigengremien im Bereich der Ausarbeitung von Standards im Bereich Lebensmittelsicherheit und Ernährung auf der Grundlage der "Working Principles of Risk Analysis for Application in the Framework of the Codex Alimentarius" (Arbeitsgrundsätze für die Risikoanalyse zur Anwendung im Codex-Alimentarius-Rahmen).
  • 2.1.2 Förderung der Nutzung des wissenschaftlichen und technischen Expertenwissens der Mitglieder und ihrer Vertreter bei der Entwicklung von Codex-Standards.
  • 2.1.3 Sicherstellung, dass alle einschlägigen Faktoren bei der Prüfung der Risikomanagement-Optionen im Rahmen der Entwicklung von Codex-Standards umfassend berücksichtigt werden.
  • 2.1.4 Übermittlung der Empfehlungen für das Risikomanagement an alle interessierten Parteien.

Ziel 2.2: Erreichung eines nachhaltigen Zugangs zu wissenschaftlicher Beratung

Maßnahmen:

  • 2.2.1 Unterstützung der Leitungsgremien von FAO und WHO bei der Suche nach wissenschaftlicher Beratung als oberstes Ziel und Bereitstellung ausreichender Ressourcen für die fachliche Beratung von FAO und WHO, insbesondere durch Sachverständigengremien wie z.B. JECFA, JEMRA, JMPR und JEMNU.
  • 2.2.2 Förderung einer fortgesetzten finanziellen Unterstützung für die wissenschaftliche Beratung von FAO und WHO durch die Mitglieder, insbesondere durch die Sachverständigengremien wie z.B. JECFA, JEMRA, JMPR und JEMNU.
  • 2.2.3 Sucher nach weiteren geeigneten Finanzierungsquellen für die wissenschaftliche Beratung von FAO und WHO.

Ziel 2.3: Steigerung des wissenschaftlichen Beitrags von Entwicklungsländern.

Maßnahmen:

  • 2.3.1 Ermutigung der Entwicklungsländer, durch verbesserte Möglichkeiten der Datengenerierung über Lebensmittelsicherheit und Ernährung auf Anforderung von FAO- und WHO-Sachverständigengremien Daten zu übermitteln.
  • 2.3.2 Aufforderung der FAO und WHO, Programme zu fördern, mit denen die Möglichkeiten der Entwicklungsländer, Daten zu gewinnen, zu sammeln und zu übermitteln, verbessert werden.
  • 2.3.3 Förderung einer nachhaltigen und ständigen Beteiligung von technischen und wissenschaftlichen Sachverständigen aus Entwicklungsländern an der Arbeit des Codex.
  • 2.3.4 Förderung der Einrichtung und Teilnahme an Mitgliedernetzwerken zur Verbesserung der Zusammenarbeit bei der Gewinnung von Daten, die zur Überprüfung durch die Sachverständigenausschüsse übermittelt werden können.

Strategisches Ziel 3: Steigerung der wirksamen Beteiligung aller Codex-Mitglieder.

Ziel 3.1: Erweiterung der wirksamen Beteiligung der Entwicklungsländer am Codex Alimentarius.

Maßnahmen:

  • 3.1.1 Aufforderung der Mitglieder, nachhaltige nationale institutionelle Grundlagen zur Förderung eines wirkungsvollen Beitrags zum Codex-Normungsprozess zu schaffen.
  • 3.1.2 Förderung des Einsatzes von Partnerschaftsinitiativen zur Steigerung der Effizienz der Beteiligung von Entwicklungsländern, wie z.B. Co-Hosting von Ausschüssen und Arbeitsgruppen, einschließlich der Ausarbeitung von Leitfäden, die auf der gesammelten Erfahrung aufbauen.
  • 3.1.3 Förderung der finanziellen Unterstützung des Treuhandfonds des Codex Alimentarius und der Folgeinitiative.
  • 3.1.4 Unterstützung bei der Planung und Entwicklung einer Folgeinitiative für den Treuhandfonds des Codex Alimentarius.
  • 3.1.5 Nach Möglichkeit Unterstützung der Verwendung der Amtssprachen der Kommission in den Ausschüssen und Arbeitsgruppen.

Ziel 3.2: Förderung von Programmen für den Kapazitätsausbau, die die Länder bei der Schaffung nachhaltiger Codex-Strukturen auf nationaler Ebene unterstützen.

Maßnahmen:

  • 3.2.1 FAO und WHO zur Durchführung von Programmen für den Kapazitätsausbau bewegen, die die Schaffung nachhaltiger nationaler Codex-Strukturen unterstützen.
  • 3.2.2 Aufforderung der Entwicklungsländer, Codex-Komitees und Arbeitsgruppen, die für diese von Bedeutung sind, auszuweisen und vorrangig zu behandeln.
  • 3.2.4 Sofern zweckdienlich, Nutzung der Codex-Tagungen als Forum für die wirksame Durchführung pädagogischer und technischer Maßnahmen beim Kapazitätsaufbau.

Strategisches Ziel 4: Einsatz wirksamer und leistungsfähiger Arbeitsmanagementsysteme und -verfahren.

Ziel 4.1: Streben nach einem wirksamen, leistungsfähigen, transparenten und einvernehmlichen Normungsprozess.

Maßnahmen:

  • 4.1.1 Regelmäßige Überprüfung der Arbeitsabläufe und -verfahren der Codex Alimentarius Kommission und ihrer Nebenorgane, um sicherzustellen, dass Hindernisse für die Normungsarbeit festgestellt und gegebenenfalls beseitigt werden können.
  • 4.1.2 Bewertung der Vorteile und, sofern kosteneffizient, Umsetzung neuer Technologien, durch die die Codex-Mitteilungen, der Arbeitsablauf und das Aufgabenmanagement verbessert werden.
  • 4.1.3 Bewertung der Vorteile und, sofern kosteneffizient, Umsetzung neuer Technologien, durch die die Beteiligung der Mitglieder in den Komitees und Arbeitsgruppen verbessert wird.
  • 4.1.4 Sicherstellung einer rechtzeitigen Verteilung aller Arbeitspapiere des Codex in den Arbeitssprachen des Komitees/der Kommission.
  • 4.1.5 Terminierung von mehr Arbeitsgruppensitzungen in Verbindung mit den Sitzungen des Komitees.

Ziel 4.2: Verbesserung der Fähigkeit, beim Normungsprozess zu einer Einigung zu gelangen.

Maßnahmen:

  • 4.2.1 Verbesserung des Verständnisses der Codex-Mitglieder und Delegierten für die Bedeutung der Arbeit des Codex und seines konsensbildenden Ansatzes.
  • 4.2.2 Verbesserung der Kompetenzen der Vorsitzenden der Arbeitsgruppen und Komitees, zu einem Konsens zu gelangen, durch Networking, Schulung und Workshops.
Stand:
03.01.14

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