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Bisphenol A

Bisphenol A wird unter anderem bei der Herstellung bestimmter Kunststoffe und Kunstharze verwendet. Es kann daher auch in Materialien und Gegenständen enthalten sein, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

Wie auch bei anderen, in Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Kunststoff verwendeten Stoffen erfolgte die Zulassung von Bisphenol A auf Basis einer entsprechenden Risikobewertung. Zur Sicherstellung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes wurden im Rahmen der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 dementsprechend ein Höchstgehalt für den Übergang von Bisphenol A auf Lebensmittel sowie bestimmte Verwendungsbeschränkungen festgelegt.

Das Inverkehrbringen von Säuglingstrinkflaschen aus Polycarbonat, die unter Verwendung von Bisphenol A hergestellt wurden, ist aus Vorsorgegründen seit dem 1. Juni 2011 in Deutschland und EU-weit verboten.

Bestehen gesundheitliche Gefahren durch die Aufnahme von Bisphenol A?

Fragen und Antworten zu Bisphenol A in verbrauchernahen Produkten

2Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beantwortet Fragen, die zu Bisphenol A häufig gestellt werden. Zuletzt hat das BfR die Informationen am 12. Oktober 2017 aktualisiert.

Fragen und Antworten

In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl neuer Studien zu Bisphenol A abgeschlossen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine Neubewertung von Bisphenol A durchgeführt, bei der diese aktuellen Daten berücksichtigt wurden. Die Stellungnahme wurde am 21. Januar 2015 veröffentlicht: Scientific Opinion on the risks to public health related to the presence of bisphenol A (BPA) in foodstuffs (European Food Safety Authority).

Die EFSA kommt zu dem Ergebnis, dass auf Grund der derzeitigen Exposition von Bisphenol A keine gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher aller Altersgruppen ausgehen und bezieht dabei auch empfindliche Verbrauchergruppen wie Säuglinge, Kinder, Heranwachsende sowie ungeborene Kinder bei pränataler Exposition mit ein.

In ihrer Stellungnahme senkt die EFSA weiterhin die bisherige akzeptable tägliche Aufnahmemenge (tolerable daily intake, TDI) von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag auf 4 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag herab. Da noch die Ergebnisse einer Langzeitstudie erwartet werden, handelt es sich zunächst um einen temporären TDI (t-TDI). Sowohl die Aufnahme von Bisphenol A über die Nahrung als auch die Aufnahme unter Einbeziehung anderer Expositionsquellen wie Staub, Spielzeug, Kosmetika und Thermopapier liegen nach Angaben der EFSA deutlich unterhalb des von der EFSA abgeleiteten t-TDI. Ein Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht demnach auch im Hinblick auf die vorgenommene TDI-Absenkung nicht.

Welche Schlussfolgerungen wurden aus der EFSA-Stellungnahme gezogen?

Das EU-Recht wurde zwischenzeitlich aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes auf Basis der EFSA-Stellungnahme angepasst. Die Verordnung (EU) 2018/213 der Kommission vom 12. Februar 2018 über die Verwendung von Bisphenol A in Lacken und Beschichtungen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 hinsichtlich der Verwendung dieses Stoffes in Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff wurde am 14. Februar 2018 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und sieht insbesondere folgende Regelungen vor:

  • Der bisherige, in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 festgelegte spezifische Migrationsgrenzwert (SML) für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff wurde von 0,6 mg/kg Lebensmittel auf 0,05 mg/kg Lebensmittel abgesenkt (unter Anwendung eines Allokationsfaktors von 20 % zur Berücksichtigung anderer Expositionsquellen).
  • Der gleiche SML gilt auch für beschichtete und lackierte Lebensmittelkontaktmaterialien, wenn die betreffenden Lacke und Beschichtungen unter Verwendung von Bisphenol A hergestellt worden sind (betrifft v.a. Konservendosen). Damit werden auch diese Verwendungen erstmals EU-weit geregelt.
  • Bei der Herstellung von Trinkgefäßen und Flaschen aus Kunststoff, die aufgrund ihrer auslaufsicheren Ausführung für Säuglinge und Kleinkinderbestimmt sind, darf Bisphenol A nicht verwendet werden (betrifft z. B. Trinklerntassen).
  • Bei beschichteten oder lackierten Lebensmittelkontaktmaterialien, die spezifisch für bestimmte Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt sind (d. h. Lebensmittel im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 609/2013), darf ein Übergang von Bisphenol A nicht erfolgen.

Das bereits in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 geregelte Verwendungsverbot von Bisphenol A in Säuglingsflaschen aus Polycarbonat bleibt bestehen.

Die Verordnung ist am 6. März 2018 in Kraft getreten. Sie gilt ab dem 6. September 2018.

Wie geht es weiter?

Aufgrund noch ausstehender Studienergebnisse hatte die EFSA zunächst einen temporären TDI festgelegt. Die Europäische Kommission hat der EFSA daher bereits ein weiteres Mandat zur Neubewertung von Bisphenol A erteilt. Diesbezügliche Arbeiten sind angelaufen. Beispielsweise wurde ein wissenschaftliches Protokoll für die bevorstehende Neubewertung der von Bisphenol A ausgehenden Gefahren verabschiedet. Dieses Protokoll legt einen detaillierten Plan zur vorgesehenen Bewertung, deren Umfang, Methodik und Datenanforderungen fest. Einzelheiten darüber sind auf der Internetseite der EFSA verfügbar: https://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/bisphenol

Nach Abschluss dieser Neubewertung werden die EU-Regelungen zu Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien erneut überprüft und, sofern erforderlich, angepasst werden.

Stand:
06.04.18

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