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Mindesthaltbarkeit und Lebensmittelverschwendung

Unser Essen ist zu gut für die Tonne, solange Nahrungsmittel gesundheitlich unbedenklich und geschmacklich gut sind. Die Verschwendung von Lebensmitteln ist ethisch nicht zu rechtfertigen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt Aktivitäten, die dazu beitragen können, die Lebensmittelverschwendung zu vermindern. Im Jahr 2012 hat das Ministerium die Initiative "Zu gut für die Tonne" ins Leben gerufen und wird diese auch weiter fortsetzen, denn die nötigen Verhaltensänderungen brauchen einen langen Atem. Zahlreiche erfolgreiche Maßnahmen und Projekte wurden bereits umgesetzt, die Sensibilität bei diesem wichtigen Thema geschärft. Ein Baustein war und ist die richtige Anwendung und Aufklärung zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Dank der Initiative und umfassender Aufklärungsaktivitäten – in Supermärkten, in Zeitungsanzeigen, im Internet – wissen die Menschen: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfalls- und Wegwerfdatum.

Mit Blick auf das Ziel der Vermeidung von Lebensmittelabfällen sind zudem

  • konkrete Auflistungen/Ergänzungen weiterer Lebensmittel mit Ausnahmen vom MHD,
  • ein Kriterienkatalog sowie
  • Leitlinien für die Lebensmittelunternehmer

denkbar, die eine einheitliche Handhabung der Kennzeichnung in der Praxis sicherstellen würden.

Die Europäische Kommission hat sich im Rahmen der Roadmap Ressourceneffizienz (September 2011) zum Ziel gesetzt, die vermeidbaren Lebensmittelabfälle bis 2020 auf die Hälfte zu reduzieren. "Gerade wir in Europa müssen uns kritisch fragen, was wir tun können, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Lebensmittel stehen uns tagtäglich in einer ungeheuren Vielfalt zur Verfügung. So selbstverständlich, dass die Wertschätzung für unsere Mittel zum Leben oft verloren gegangen ist. So landen Tag für Tag viel zu viele wertvolle Lebensmittel achtlos im Müll. Das wollen und das müssen wir ändern", so Minister Schmidt.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist kein Wegwerfdatum

Das MHD ist kein Verfallsdatum und vor allem kein Wegwerfdatum. Es ist das Datum, bis zu dem das betroffene Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen (z. B. ausreichend gekühlt) seine spezifischen Eigenschaften behält - Beispiel: der lockere Klecks Sahne auf dem Pudding. Das MHD wird vom Hersteller festgelegt. Wenn das MHD eines Lebensmittels überschritten ist, so muss das klar und allgemein verständlich kenntlich gemacht werden. Die Ware darf jedoch weiterhin in Umlauf gebracht werden, wenn sich das Unternehmen, das die Ware abgibt, davon überzeugt hat, dass das Lebensmittel sicher ist.

Anders das Verbrauchsdatum: Das Verbrauchsdatum gilt für mikrobiologisch leicht verderbliche Lebensmittel, also z. B. Hackfleisch. Nach Ablaufs dieses Datums darf das Lebensmittel aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.

Unter anderem im Rahmen der BMEL-Initiative "Zu gut für die Tonne" zur Wertschätzung von Lebensmitteln setzt sich das BMEL für das richtige Verständnis und die richtige Handhabung des MHD in der Praxis ein.

Initiative "Zu gut für die Tonne"

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt sich dafür ein, die Menge der Lebensmittelabfälle in Deutschland zu reduzieren. Dafür hat das BMEL die Initiative „Zu gut für die Tonne“ ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, dass weniger Lebensmittel auf dem Müll landen. Mittlerweile habe sich Partner aus fast allen Gesellschaftsbereichen und der Wirtschaft mit konkreten Projekten dem bundesweites Engagement gegen Lebensmittelverschwendung im Rahmen der Kampagne "Zu gut für die Tonne" angeschlossen, darunter Städte und Kommunen, Schulen, Krankenhäuser, Tafeln, der Verein Slow Food, der Einzelhandel, die Gastronomie und die Kirchen. Auch viele Verbraucherinnen und Verbraucher hat die Initiative erreicht. Durch das breite Bündnis gegen Lebensmittelverschwendung soll das von der Europäischen Union angestrebte Ziel erreicht werden, die Menge der unnötigen Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2020 zu halbieren.

Zum Start der Kampagne hatte das BMEL im März 2012 eine Studie über Lebensmittelabfälle in Deutschland vorgestellt. Danach entsorgen Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte jährlich knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel als Abfall. Der Großteil dieser Lebensmittelabfälle (61 Prozent) entsteht in Privathaushalten, gefolgt von Großverbrauchern wie Gaststätten oder Kantinen sowie der Industrie (jeweils rund 17 Prozent). Von den Privathaushalten werden laut der Studie bundesweit jedes Jahr rund 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt. Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm weg. 65 Prozent dieser Lebensmittelabfälle wären völlig oder zumindest teilweise vermeidbar. Der Wert der vermeidbaren Lebensmittelabfälle wird pro Kopf auf jährlich 235 Euro geschätzt.

Gemeinsam mit den Partnern wurden auf verschiedenen Ebenen und unterschiedliche Weise Ideen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen umgesetzt: So sind etwa Lebensmittelhersteller, Handel und Großverbraucher gefordert, Abfälle nachhaltig zu vermeiden und verstärkt kleinere Packungen ins Sortiment aufzunehmen, um so auf die veränderten Lebens- und Konsumgewohnheiten der Verbraucher zu reagieren. In Schulen und Kindergärten soll künftig verstärkt für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln geworben werden. Im Lebensmitteleinzelhandel ist eine bundesweite Aufklärungsaktion über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) angelaufen. Der größte kommunale Klinikbetreiber in Deutschland, Vivantes, hat die Summe der Lebensmittelabfälle bei der Versorgung der Patienten innerhalb von zwölf Monaten um bis zu zehn Prozent reduziert. Die "Zu gut für die Tonne!"-App des Bundesernährungsministeriums gibt Verbrauchern neben kreativen Ideen für Resterezepte auch Tipps zum Einkauf, zur richtigen Aufbewahrung und Verwertung von Lebensmitteln. Seit ihrer Veröffentlichung ist die App mehr als 790.000 Mal heruntergeladen worden und gilt damit als die bisher populärste App der Bundesregierung.

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