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Text im Vordergrund: Reduktions- und Innovationsstrategie - Fragen und Antworten, im Hintergrund ein Kühlregal im Supermarkt Quelle: BMEL

Fragen und Antworten zur Reduktions- und Innovationsstrategie

Was ist das Ziel der nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten?

Die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten verfolgt das übergeordnete Ziel, eine gesunde Lebensweise zu fördern. Sie möchte dazu beitragen, den Anteil der Übergewichtigen und Adipösen in der Bevölkerung zu senken und die Häufigkeit von Krankheiten zu verringern, die durch Ernährung mitbedingt werden – wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2.

Die Strategie baut auf dem wissenschaftlichen Grundkonsens auf, dass ein übermäßiger Konsum von Zucker, Fetten und Salz mitverantwortlich ist für das Auftreten nichtübertragbarer Krankheiten. Gleichzeitig wird auf die Tatsache reagiert, dass der Konsum von Zucker, bestimmten Fetten und Salz in Deutschland trotz umfangreicher Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen und bereits erreichter Fortschritte nach wie vor deutlich über den wissenschaftlichen Empfehlungen liegt. Mit der Strategie setzt das BMEL ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrages um und orientiert sich auch an Handlungsempfehlungen auf EU-Ebene.

Welche Maßnahmen sind angedacht, um Zucker, Salz und Fette in Fertigprodukten zu reduzieren?

Die Grundsatzvereinbarung zwischen dem BMEL und den teilnehmenden Wirtschaftsverbänden erklärt gemeinsam das übergreifende Ziel, die Energieaufnahme der Verbraucherinnen und Verbraucher zu senken. Zugleich soll die die Nährstoffversorgung im Blick behalten werden. Dafür werden alternativ oder kombiniert der Zucker- und Fettgehalt von Produkten verringert und Packungsgrößen verkleinert. Außerdem soll die Aufnahme von Salz und trans-Fettsäuren in der Bevölkerung weiter reduziert werden.

Es wurden Arbeitspakete zu verschiedenen Themenfeldern (z. B. Transparenz, Monitoring, speziell an Kinder gerichtete Lebensmittel) gebildet und konkrete Maßnahmenvorschläge eingebracht . Daran waren interessierte Stakeholder beteiligt.

Die Strategie soll bis zum Jahr 2025 im Wege eines transparenten Prozesses umgesetzt werden. Es wurde bereits begonnen, produkt- und branchenbezogene Prozess- und Zielvereinbarungen zu entwickeln. Dies wird in den nächsten Wochen und Monaten fortgeführt. Die Vereinbarungen fließen als konkrete Beiträge der Ernährungswirtschaft ein.

Neben der Reduktion des Gehalts von Zucker, Fetten und Salz sollen zahlreiche weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Fragen der Produktaufmachung oder Werbung für speziell an Kinder adressierte Produkte. Einzelne Wirtschaftsbranchen haben zudem zugesagt, über Sensibilisierungs- und Ausbildungskampagnen das Problembewusstsein bei den Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu schärfen. Die Bundesregierung wird weiter über Informationskampagnen dazu beitragen, die Ernährungskompetenz der Verbraucherinnen und Verbraucher zu verbessern.

Die Herausforderungen (wie z.B. die technologische Umsetzbarkeit) sollen in Forschungsprojekten und durch die Förderung von Innovationsvorhaben in Angriff genommen werden. Die Forschung zur sogenannten "Reformulierung", das heißt die Änderungen von Rezepturen von Lebensmitteln, umfasst dabei unter anderem Fragestellungen zur Anwendung neuer Technologien, zur Sicherheit und Haltbarkeit reformulierter Produkte und nicht zuletzt zur ernährungsphysiologischen und geschmacklichen Qualität der "neuen" Lebensmittel. Dabei berücksichtigt das BMEL insbesondere die Belange des Handwerks sowie kleiner und mittlere Unternehmen, die bei einer praktikablen Umsetzung unterstützt werden sollen.

Wie wurde die Strategie erarbeitet?

Die Strategie basiert auf der Kooperation aller Beteiligten. Sie ist das Ergebnis aus Gesprächen und Runden Tischen zwischen dem BMEL, Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaftsverbände, der gesundheitlichen Fachgesellschaften, des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, des GKV-Spitzenverbandes und wissenschaftlicher Einrichtungen. Die Beteiligten haben sich gemeinsam auf die Handlungsfelder geeinigt und zu spezifischen Fragen und Herausforderungen konkrete Maßnahmenvorschläge entwickelt. So konnte eine gemeinsame Basis gefunden werden, die in die Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung mit den maßgeblichen Wirtschaftsverbänden mündete.

In den kommenden Wochen und Monaten wird das BMEL in Kooperation mit den jeweiligen Wirtschaftsverbänden die branchen- bzw. produktbezogenen Prozess- und Zielvereinbarungen abschließen. In diesen sollen die spezifischen Schritte, Maßnahmen und Reduktionsziele festgelegt werden. Auch die Umsetzung dieser Vereinbarungen soll in einem dialogorientierten Prozess zwischen dem BMEL und den Wirtschaftsverbänden erfolgen, begleitet durch ein wissenschaftsbasiertes Monitoring sowie ein übergeordnetes Begleitgremium aus Wissenschaft, Verbraucherorganisationen, Wirtschaft, Krankenkassen und gesundheitlichen Fachgesellschaften.

Wie wird die Strategie nun umgesetzt?

Die Strategie soll bis zum Jahr 2025 im Rahmen eines transparenten Prozesses umgesetzt werden. In den kommenden Wochen und Monaten sollen die ersten konkreten branchen- oder produktbezogenen Prozess- und Zielvereinbarungen der Wirtschaftsverbände vorliegen. Mit deren Umsetzung soll ab Anfang 2019 begonnen werden. Parallel dazu wird der Prozess zur Kabinettsabstimmung für das Konzeptpapier zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie eingeleitet.
Auf Basis der zu verabschiedenden Prozess- und Zielvereinbarungen starten Politik und Lebensmittelwirtschaft gemeinsam einen Prozess, der auf Jahre angelegt sein wird. In dessen Verlauf können – bei Fehlentwicklungen – die gewählten Maßnahmen situationsabhängig angepasst werden.

Neben der Reduktion des Gehalts von Zucker, Fetten und Salz sollen zahlreiche weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Fragen der Produktaufmachung oder Werbung für speziell an Kinder adressierte Produkte. Einzelne Wirtschaftsbranchen haben zudem zugesagt, über Sensibilisierungs- und Ausbildungskampagnen das Problembewusstsein bei den Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu schärfen.

Die Bundesregierung wird weiter über Informationskampagnen dazu beitragen, die Ernährungskompetenz der Verbraucherinnen und Verbraucher zu verbessern. Auch Gesundheitsverbände und Verbraucherverbände haben ihre Unterstützung zugesagt.

Sind Zucker, Salz und Fette generell schädlich?

Zucker, Salz und Fette sind Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung und nicht generell schädlich. Zu viel zugesetzte Zucker, Kochsalz und bestimmte Fette sowie mangelnde Bewegung tragen jedoch dazu bei, dass nicht-übertragbarer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes mellitus Typ 2 entstehen können. Im Vergleich zu den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Werten ist der Verzehr von Zucker, Fetten und Salz in Deutschland zu hoch. Es gibt einen wissenschaftlichen Grundkonsens, dass die Reduktion von Zucker, bestimmten Fetten und Salz sowie der Gesamtkalorien dazu beitragen kann, nicht übertragbaren Krankheiten zu verringern. So wird zugleich eine gesündere Ernährungsweise gefördert. Die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiierte Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Wie wird bewertet, ob in den Fertigprodukten weniger Zucker, Salz und Fette enthalten sind?

Die Ziele und Maßnahmen müssen messbar und überprüfbar sein. Daher wird die Umsetzung der Strategie durch ein engmaschiges Monitoring begleitet. Mit dessen Hilfe soll festgestellt werden, ob sich die Grundsituation im Zeitverlauf ausreichend verbessert hat, ob problematische Ausweichreaktionen festzustellen sind und ob Bedarf zur Nachsteuerung oder weiterer Handlungsbedarf besteht. Das Monitoring wird in den Bereichen Produkte sowie Ernährung und Gesundheit erfolgen. Deutschland verfügt über ein sehr umfängliches, größtenteils schon etabliertes Monitoringsystem, das eine exzellente Basis bildet.

Außerdem soll die Umsetzung der konkreten produkt-bzw. branchenbezogenen Prozess- und Zielvereinbarungen durch ein übergeordnetes Gremium begleitet werden. In diesem werden neben dem BMEL auch Personen aus Wissenschaft, Krankenkassen, Wirtschaft, Verbraucherverbänden und gesundheitlichen Fachgesellschaften vertreten sein. Im Herbst 2019 soll eine erste Bewertung der eingeleiteten Maßnahmen zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten erfolgen.

Warum wird keine Zuckersteuer eingeführt?

Es mag einfach und verlockend klingen, die Zuckersteuer auch in Deutschland einzuführen. Das BMEL hält dies aber nicht für den richtigen Weg, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern einen gesunden Lebensstil nahe zu bringen. Auch wenn in anderen Ländern durch die Einführung einer Steuer kurzfristige Effekte auf das Kauf- und Konsumverhalten bei zuckergesüßten Getränken beobachtet werden, sind langfristige Effekte bisher nicht geklärt. So ist noch unklar, ob die Einführung der Steuer wirklich auf Dauer den Konsum verändert. Ebenfalls ist nicht bekannt, ob angesichts möglicher Ausweichreaktionen tatsächlich das übergeordnete Ziel, das heißt die Reduzierung von Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten, erreicht werden kann.

Mit seiner Ernährungspolitik verfolgt das BMEL einen ganzheitlichen Ansatz der durch ein enges Monitoring die Entwicklungen ständig im Blick behält, um einen langfristigen, nachhaltig gesundheitsförderlichen Lebensstil zu ermöglichen. Ein hierzu beitragendes Ernährungsverhalten lässt sich vor allem durch Transparenz, Information und Ernährungskompetenz erreichen – verbunden mit Angeboten, die die gesunde Wahl erleichtern.

Die nationale Reduktions- und Innovationsstrategie von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten ist ein Element dieses ganzheitlichen Ansatzes, um der in Deutschland lebenden Bevölkerung eine gesunde Ernährung zu erleichtern.

Stand:
26.11.18

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