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Frauenhände mit Tablet Quelle: stock.adobe.com/pingpao

Digitalisierung und Erwerbschancen von Frauen auf dem Land

Inwieweit beeinflussen neue Technologien die Jobsituation von Frauen, die im ländlichen Raum leben? Und: Wie können Chancen in Zukunft genutzt werden? Fragen wie diese standen im Zentrum des Forschungsprojekts FEMDIGIRURAL.

Das Projekt wurde vom BMEL über das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) gefördert.

Im Rahmen des Forschungsprojekts untersuchten die Agrarsoziale Gesellschaft e. V., die Hochschule Neubrandenburg und das Berliner Institut SÖSTRA GmbH den Stand der Digitalisierung im ländlichen Raum sowie deren Auswirkungen auf die Erwerbssituation von Frauen auf dem Land. Die Erhebungen erfolgten exemplarisch in fünf Landkreisen und in fünf Branchen.

Mit den Untersuchungen wurde im Auftrag des BMEL eine Forschungslücke bearbeitet. Regional Verantwortliche wie auch Branchen- und Unternehmensvertreter/-innen haben beim Thema Digitalisierung die Geschlechterfrage kaum im Blick. Wenn überhaupt wird unterstellt, dass die Digitalisierung Frauen per se den Zugang zu männertypischen Branchen und Tätigkeitsbereichen erleichtert und ihnen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestattet. Konzepte für das Gelingen gibt es nicht. Es wird zumeist an tradierte Rollenmuster angeknüpft und diese werden fortgeschrieben.

Die bundesweite Online-Erhebung unter Frauen in ländlichen Regionen ergab:

  • Digitale Technologien sind vor allem in ihrer Form als Basistechnologien (PC, Laptop, Tablets) im Arbeitsalltag der Frauen angekommen. Technologien, die Kern von "Arbeiten 4.0" sind, sind eine Ausnahme.
  • Bereits die Nutzung der Basistechnologien führt zu neuen Herausforderungen und Beanspruchungen. Diese bringen kaum eine Einkommenserhöhung oder beruflichen Aufstieg. Nur ein Teil der Frauen verbindet mit der Digitalisierung eine höhere Arbeitsplatzsicherheit.
  • Frauen auf dem Land sehen in der Digitalisierung aber auch Potenzial, um überhaupt erwerbstätig zu sein, um dem Wunschberuf nachgehen zu können und um berufliche Alternativen zu finden. Digitalisierung ermöglicht ihnen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  • Für einen Teil der Frauen leistet die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag, um im ländlichen Raum leben zu können. Die Digitalisierung kann ländliche Räume für Frauen und ihre Familien attraktiver machen. Das sollte Anlass sein, verstärkt die spezifischen Ressourcen und Chancen der Digitalisierung für den Verbleib bzw. die Rückkehr oder den Zuzug von Frauen und ihren Familien in Landregionen aufzudecken und nach Ansätzen zu suchen, diese in ihrer Wirkung zu verstärken.

Das Projektteam hat zudem Handlungsempfehlungen erarbeitet. Diese konzentrieren sich

  • auf das Schaffen von Rahmenbedingungen für verbesserte Erwerbschancen von Frauen im ländlichen Raum im Kontext der Digitalisierung sowie
  • auf das Erschließen von mehr Chancen für Frauen im Erwerbsleben durch die Digitalisierung.

Die gewonnenen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen werden nun durch Vorträge und Publikationen in fachwissenschaftliche Diskurse eingebracht. Sie leisten so einen wertvollen Beitrag zur Ausgestaltung einer zielgerichteten Politik für ländliche Räume.

Stand:
17.07.18

Publikationen

Bundesprogramm Ländliche Entwicklung - Ideen und Impulse für die Zukunft unserer ländlichen Räume

Cover der Broschüre "Bundesprogramm Ländliche Entwicklung"

Unser Ziel ist die Zukunftsfähigkeit ländlicher Regionen. Unser Bundesprogramm Ländliche Entwicklung ist eines der Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen. Wir vernetzen Partner, probieren Neues aus, wir zeichnen gute Ideen aus und schaffen Wissen. Wie das geht, erfahren Sie in der Broschüre.

Digitale Perspektiven für das Land

Cover der Broschüre

Beim Thema Digitalisierung im ländlichen Raum geht es um mehr als technische Standards. Vor allem stehen clevere Ideen im Mittelpunkt, mit denen sich Raum und Zeit überbrücken lassen: Lange Wege zum Arzt? Apps auf Smartphone und Tablet bringen die Sprechstunde direkt nach Hause. Weite Fahrten zur Arbeit? Telearbeit schafft neue Optionen für junge Eltern, aber auch für Menschen, die sich auf dem Land engagieren wollen. Digitale Innovationen können helfen, wegfallende Infrastruktur zu ersetzen – und neue Impulse für das Dorfleben zu setzen.

Wir zeigen, welche Chance darin liegen kann, digitale Lösungen fürs Land voranzubringen – Lösungen, die Nutzerinnen und Nutzer mitnehmen und ihnen neue, attraktive Perspektiven für ihren Alltag in ländlichen Regionen eröffnen.

Modellvorhaben Land(auf)Schwung - Regionen in Aktion

Cover der Broschüre "Modellvorhaben Land(auf)Schwung - Regionen in Aktion"

Das Modellvorhaben Land(auf)Schwung hat sich zum Ziel gesetzt, den demografischen Wandel aktiv zu gestalten, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und die Beschäftigung im ländlichen Raum zu sichern. Land(auf)Schwung bietet hierfür ein Experimentierfeld zur Erprobung neuer Lösungswege.

Soziale Dorfentwicklung

Titelbild des Flyers "Soziale Dorfentwicklung - Modellprojekte im Bundesprogramm Ländliche Entwicklung"

Um Dorfgemeinschaften bei der Gestaltung neuer Wege für ein soziales Miteinander zu unterstützen, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich "Soziale Dorfentwicklung". Ziel ist, innovative Lösungsansätze zu erproben und praxistaugliche Konzepte bundesweit bekannt zu machen.

Das Bewusstsein für die dörfliche Lebenskultur, der Erhalt des Charakters der ländlichen Gemeinden, die Einbindung verschiedener gesellschaftlicher Grupen und Generationen stehen im Zentrum der geförderten Projekte. Für eine erfolgreiche soziale Dorfentwicklung ist das aktive Mitwirken der im Ort lebenden Menschen unverzichtbar.

Die Förderung der Modellprojekte ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE).

Mehrfunktionshäuser - alles unter einem Dach

Titelbild des Flyers "Alles unter einem Dach! Mehrfunktionshäuser Modellprojekte im Bundesprogramm Ländliche Entwicklung"

Um Dorfgemeinschaften bei der Errichtung von Mehrfunktionshäusern zu unterstützen und die Nahversorgung im ländlichen Raum zu sichern, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich "Regionalität und Mehrfunktionshäuser". Ziel ist, innovative Lösungsansätze zu erproben und praxistaugliche Konzepte bundesweit bekannt zu machen. Mehrfunktionshäuser vereinen zum Beispiel Dorfladen, Landarztpraxis, Pflegestützpunkt, Vereinstreffpunkt, Bücherei, Gemeindeamt, Café, Post oder Bank unter einem Dach. Auf diese Weise tragen sie zur Sicherung der Nahversorgung und lokaler Dienstleistungen auf dem Land bei. Gleichzeitig schaffen sich Dorfgemeinschaften mit Mehrfunktionshäusern einen Treffpunkt, der Begegnungen fördert und das tägliche Miteinander im Ort stärkt.

Die Förderung der Modellprojekte ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE).

  • Leitfaden "Land(auf)Schwung"
  • Ländliche Entwicklung aktiv gestalten - Leitfaden zur integrierten ländlichen Entwicklung (PDF, 3 MB, barrierefrei)
  • Ländliche Regionen verstehen - Fakten und Hintergründe (PDF, 9 MB, barrierefrei)
  • Zum Thema

    Logo

    Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Initiative ergriffen, die ländliche Entwicklung voranzubringen, damit ländliche Regionen heute wie in Zukunft vital und attraktiv bleiben.

    mehr: …

    Modellvorhaben LandZukunft

    Logo des Internetportals LandZukunft

    Mit dem Modellvorhaben LandZukunft wurden neue Wege in der ländlichen Entwicklung erprobt, mit denen auch andere Regionen dem demographischen Wandel trotzen und eine drohende Abwärtsspirale durchbrechen können.

    mehr: Modellvorhaben LandZukunft …

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