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Zuckerwürfel Quelle: Adobestock/dule964

Fragen und Antworten zum Ende der Zuckerquote

Die Zuckerproduktion innerhalb der EU war bisher limitiert. Am 30. September 2017 endete die Zuckerquote.

Was hatte die Zuckerquote geregelt?

Die Zuckerproduktion innerhalb der EU war bisher limitiert. Es durften maximal 85 Prozent der Zuckerproduktion aus der EU stammen. Der restliche Bedarf wurde durch Importe, vor allem aus Entwicklungsländern gedeckt. Außerdem existierte eine jährliche Obergrenze der Produktion von 13,5 Millionen Tonnen.

Auch der Anteil von Glukosesirup (Flüssigzucker) war beschränkt. Maximal fünf Prozent der 13,5 Millionen Tonnen durften Glukosesirup sein.

Den Landwirten wurde für Rüben ein Mindestpreis gezahlt.

Welche Elemente der EU-Zuckermarktregelung entfallen künftig?

Zum einen entfallen die EU-Quoten für Zucker (13,53 Millionen Tonnen) und für Isoglucose (0,72 Millionen Tonnen), eine aus Stärke gewonnene Zuckerlösung. Zum anderen wird es keine Mindestpreise für Quotenrüben (26,29 Euro pro Tonne), also Rüben, die zur Erfüllung der Zuckerquote angebaut werden mehr geben. Gleichzeitig wird die Produktionsabgabe für Zucker beziehungsweise Isoglucose (12 beziehungsweise sechs Euro pro Tonne) abgeschafft, die auf die zugeteilten Quoten der Zuckerhersteller erhoben wird.

Welche Folgen hat das Ende der Quotenregelung?

Nach wissenschaftlichen Studien zur Folgenabschätzung des Endes der Quotenregelung werden unterschiedliche Effekte erwartet:

  • Es wird ein deutlicher Preisrückgang für Zucker auf dem Binnenmarkt erwartet. Dadurch wird sich der Abstand zum Weltmarktpreis verringern.
  • Innerhalb der EU wird ein Anstieg der Erzeugung erwartet. Die Importe werden zurück gehen, da der EU-Markt weniger attraktiv wird. Dies dürfte vor allem die bevorzugten Importe aus Entwicklungsländern der Initiative "Everything but Arms" (EBA-Länder) und aus den Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP-Länder) betreffen. Beide Ländergruppen haben vom bisher hohen EU-Preisniveau profitiert.
  • Die Marktanteile für Isoglucose (Zuckerlösung, die aus Stärke gewonnen wird) am Markt für Süßungsmittel werden deutlich steigen, da auch hier die Produktionsquoten entfallen.
  • Die Erzeugung von Bioethanol könnte sich rückläufig entwickeln, da der günstige Rohstoff "Nichtquotenrüben" (Rüben, die nicht zur Erfüllung der Quote angebaut werden), nicht mehr zur Verfügung steht und die Bioethanol-Erzeuger mit den Zuckerfabriken um den Rohstoff Zuckerrübe konkurrieren.
  • Der Selbstversorgungsgrad in der EU für Süßungsmittel liegt nach dem Ende der Quotenregelung bei nahezu 100 Prozent (Zucker und Isoglucose).

Was bedeutet der Wegfall der Quote für die Bauern?

Durch den Wegfall der Zuckerquoten unterliegen die Zuckererzeuger in der EU keiner Produktionsbeschränkung mehr und der Wettbewerb auf dem europäischen Markt wird deutlich verschärft werden. Infolgedessen ist auch zu erwarten, dass der Preis für Zuckerrüben tendenziell sinkt. Auch sind stärkere Preisschwankungen möglich.

Allerdings könnte der Wegfall der Quote auch Vorteile für die Bauern mit sich bringen: Profitiert die Zuckerindustrie vom unbeschränkten Export, können auch die Bauern mehr Zuckerrüben produzieren.

Wird das Ende der Zuckerquote ähnliche Folgen haben wie der Wegfall der Milchquote?

Ein Preissturz wie bei der Abschaffung der Milchquote wird nicht erwartet, denn die Produkte unterscheiden sich grundlegend. Vor allem ist Zucker kein Frischeprodukt und kann gelagert werden.

Der Zuckerpreis in der EU hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren positiv entwickelt. Außerdem hatte der EU-Zuckersektor ausreichend Zeit, um sich auf das Ende der Zuckerquote vorzubereiten. Er ist kostengünstiger und effizienter geworden.

Wie wird der Übergang vom letzten Quotenjahr 2016/17 am 30. September 2017 zum ersten liberalisierten Wirtschaftsjahr 2017/18 gestaltet?

Von den bisherigen Regelungen wird der Außenschutz erhalten bleiben, und zur Marktbeobachtung werden weiterhin Preis-, Erzeugungs- und Bestandsmeldungen erfolgen. Als Instrumente im Fall einer ernsten Marktkrise stehen die Beihilfe für die private Lagerhaltung und allgemeine Krisenmaßnahmen zur Verfügung.

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Stand:
02.10.17

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