BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Anbau von heimischen Hülsenfrüchten wächst

BMEL-Kongress "Hülsenfrüchte - Wegweiser für eine nachhaltigere Landwirtschaft" zeigt positive Wirkung der Eiweißpflanzenstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Hülsenfrüchte sind wahre Alleskönner: Schmackhaft und gesund bereichern sie als Bohne, Lupine oder Erbse unsere Ernährung, umwelt- und klimaschonend sorgen sie als Klee, Luzerne oder Wicke für eine nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Böden und stärken die Artenvielfalt.

Auf dem BMEL-Kongress "Hülsenfrüchte - Wegweiser für eine nachhaltigere Landwirtschaft", der zurzeit im Rahmen des Internationalen Jahres der Hülsenfrüchte in Berlin stattfindet, konnte eine positive Bilanz für heimische Hülsenfrüchte gezogen werden:

Löffel mit bunten Hülsenfrüchten in Bohnenform und dem Schriftzug Logo des Internationalen Jahres der Hülsenfrüchte 2016, Quelle: FAO

75 Prozent mehr Ackerbohnen, Lupine, Erbsen wachsen seit 2014 auf unseren Äckern. Die Sojabohnenfläche hat sich seit 2012 mehr als verdreifacht. Das ist ein großer Erfolg für die Eiweißpflanzenstrategie des BMEL und ein wichtiger Beitrag für mehr Klimaschutz und Artenvielfalt. Denn der vermehrte Anbau von Stickstoff bindenden Hülsenfrüchten und die entsprechende Erweiterung von Fruchtfolgen können wichtige Beiträge in ganz Europa leisten, Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung nachhaltiger zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund brachte das BMEL 2012 die Eiweißpflanzenstrategie auf den Weg und setzte sich bei den Verhandlungen über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik gemeinsam mit vielen anderen erfolgreich dafür ein, dass Flächen, auf denen Stickstoff bindende Pflanzen angebaut werden, als ökologische Vorrangflächen im Rahmen des Greenings anerkannt werden können.

Ziel der Eiweißpflanzenstrategie des BMEL ist es, die Wettbewerbsnachteile heimischer Eiweißpflanzen zu verringern, Forschungslücken zu schließen und erforderliche Maßnahmen in der Praxis zu erproben und umzusetzen.

Der BMEL-Kongress möchte über die bisher erreichten Erfolge und Ergebnisse der Eiweißpflanzenstrategie informieren und gleichzeitig diskutieren, welche Schritte noch erforderlich sind und welche Herausforderungen bestehen. Vom 3. bis 4. November 2016 diskutieren Akteure entlang der jeweiligen Wertschöpfungskette miteinander und sorgen im Dialog für den notwendigen Wissenstransfer.

Hintergrund:

Leguminosen haben die Besonderheit, dass ihre Wurzeln eine Symbiose mit Bakterien (Rhizobien) eingehen. Diese sind in der Lage Stickstoff aus der Luft zu binden und den Leguminosen zur Bildung von Eiweiß oder nachfolgenden Kulturen als Pflanzennährstoff zur Verfügung zu stellen. Sie haben somit eine positive Wirkung auf die Umwelt.

Der Leguminosenanbau hat in Deutschland aufgrund seiner geringen Wettbewerbsfähigkeit bis 2013 stetig abgenommen. Die Gründe dafür waren vielfältig: Sie reichen von höheren physischen und monetären Erträgen bei den Konkurrenzfrüchten Getreide, Mais, Zuckerrüben und Raps über ein komplexeres Anbaumanagement, über stärker schwankende Erträge, mangelnde Vermarktungs- und Aufbereitungsmöglichkeiten bis hin zum agrarpolitischen Förderrahmen. In der Folge schwanden produktionstechnische Kenntnisse, Züchtungsfortschritte bei neuen Sorten waren gering und auch die Verfügbarkeit von geeigneten und wirksamen Pflanzenschutzmaßnahmen sowie spezifischen Aufbereitungs- und Verarbeitungsprozessen nahmen ab. Es entstand eine Negativ-Spirale sich weiter verringernder Wettbewerbsfähigkeit heimischer Eiweißpflanzen.

Vor diesem Hintergrund will die Eiweißpflanzenstrategie des BMEL dazu beitragen, dass die Fruchtfolgen mit Leguminosen auf mittlere Sicht monetär mindestens ebenso gut abschneiden wie Fruchtfolgen ohne Leguminosen, in denen ausschließlich Getreide, Mais, Zuckerrüben, oder Raps angebaut werden.

Und dies wirkt: Daraus ist für 2015 eine Zunahme des Anbaus der genannten Körnerleguminosen im Vergleich zu 2014 um 68.000 Hektar auf ca. 160.400 Hektar (+74 Prozent) zu ersehen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat die Anbaufläche auch 2016 nochmals zugenommen und liegt bei ca. 187.700 Hektar. Ein Teil der für 2016 ausgewiesenen Flächenzunahme resultiert daraus, dass die - ebenfalls wachsende - Sojabohnenfläche (15.200 Hektar) 2016 erstmals gesondert statistisch erfasst und unter den Hülsenfrüchten subsummiert wurde. Zuvor wurde die Anbaufläche von Sojabohnen vom Deutschen Sojaförderring geschätzt. Nach diesen Angaben hat sich die Sojabohnenfläche seit 2012 mehr als verdreifacht.

Zum Thema

Ackerbohne, Erbse & Co. - Die Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Förderung des Leguminosenanbaus in Deutschland

Cover der Broschüre 'Eiweißpflanzenstrategie des BMEL

Mit der Eiweißpflanzenstrategie des BMEL sollen – unter Berücksichtigung der internationalen Rahmenbedingungen – Wettbewerbsnachteile heimischer Eiweißpflanzen (Leguminosen wie Ackerbohne, Erbse und Lupinenarten sowie Kleearten, Luzerne und Wicke) verringert, Forschungslücken geschlossen und erforderliche Maßnahmen in der Praxis erprobt und umgesetzt werden.

Sonderdruck: "Eiweißpflanzen als Anbaualternative"

Cover der Broschüre Sonderdruck: Eiweißpflanzen als Anbaualternative

Dieser Sonderdruck enthält einen Auszug aus der Ausgabe 4-2016 von B&B Agrar, der Zeitschrift für Bildung und Beratung des aid infodienstes.

Links

Unternavigation aller Website-Bereiche