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Transparenz auf den Agrarmärkten

Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt alle Anstrengungen für mehr Transparenz auf den internationalen Agrarmärkten, um extreme Preisausschläge und deren Folgen für die Versorgung mit Nahrungsmitteln einzudämmen.

Vor dem Hintergrund der weltweit hohen Rohstoffpreise beschlossen die Agrarminister der G20-Staatengruppe im Sommer 2011 einen Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Welternährungslage. Dazu gehören das Agrarmarktinformationssystem AMIS, das zu mehr Markttransparenz und damit zur Stärkung der Funktionsfähigkeit der Märkte beitragen soll, sowie Maßnahmen zur Steigerung nachhaltiger Agrarproduktion und zur Verringerung der Nachernteverluste.

Bei der Produktionssteigerung insbesondere in Entwicklungsländern kommt es auf nachhaltige und intelligente Investitionen an. Dies war auch Thema des 5. Berliner Agrarministergipfels im Januar 2013. Im Abschlusskommuniqué des Gipfels betonten die teilnehmenden Ministerinnen und Minister aus rund 80 Staaten der Welt die besondere Bedeutung von verantwortungsvollen öffentlichen und privaten Investitionen in die Landwirtschaft.

Die Verbesserung der Markttransparenz soll dazu beitragen, extreme Preisausschläge zu dämpfen und so Versorgungskrisen zu mildern. AMIS wird weiterhin aufgebaut, liefert aber bereits beachtliche Informationen und damit einen positiven Beitrag auch für die Politik. Im Rahmen von AMIS können sich die G20-Staaten rasch über politische Schlussfolgerungen abstimmen, wenn es die Marktsituation erfordert.

Transparenz auf den Finanzmärkten für Agrarrohstoffe

Hintergrund

Neben der Transparenz auf den physischen Agrarmärkten – über Mengen, Bestände und Preise – gilt es auch, Transparenz an den Finanzmärkten für Agrarrohstoffe zu schaffen. Agrarfinanzmärkte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie dienen den Akteuren des Agrarsektors zur Absicherung gegen Preisschwankungen und liefern ihnen Signale für die Preisgestaltung. Ein gewisses Maß an Spekulationsaktivitäten – auch von Investoren ohne konkreten Bezug zum Agrarsektor – ist für die Funktionsfähigkeit dieser Märkte notwendig, weil so Liquidität in die Märkte kommt, die Angebot und Nachfrage zusammenführt. Es muss jedoch andererseits verhindert werden, dass ein Übermaß an Spekulation die Funktionsfähigkeit dieser Märkte untergräbt.

Zur Schaffung von mehr Transparenz über die Aktivitäten von Finanzinvestoren an Agrarfinanzmärkten ist die Einführung von Berichtspflichten vorgesehen. Es soll erfasst werden, wer welches Papier zu welchem Zeitpunkt erwirbt oder verkauft. Hinsichtlich der Papiere soll eine Obergrenze für die Akteure festgelegt werden, um zu verhindern, dass sie mit zu großen Positionen die Märkte manipulieren können.

Mit der Verabschiedung der neuen Finanzinstrumente-Richtlinie MiFID (Market in Financial Instruments Directive) im Sommer 2014 setzt die EU die Beschlüsse der G20 Staats- und Regierungschefs zu mehr Transparenz und angemessener Regulierung der Agrarterminmärkte um. Derzeit werden die notwendigen Durchführungsbestimmungen durch die Kommission und die EU-Finanzmarktaufsichtsbehörde ESMA erarbeitet. Im Januar 2017 soll die Umsetzung erfolgen. Das BMEL begleitet aktiv die Ausgestaltung im Bereich der Agrarrohstoffe.

Mit dem Inkrafttreten der Finanzinstrumente-Richtlinie ist der Kampf gegen die exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Die Richtlinie wird die nützlichen Eigenschaften von Agrarterminmärkten für Verbraucher und Produzenten stärken und schädlichen Aktivitäten gleichzeitig Grenzen aufzeigen. Damit kann sich die Agrarwirtschaft auch in Zukunft gegen unerwartete Preisschwankungen absichern, wilden Spekulationen mit dem Hunger wird dagegen ein Riegel vorgeschoben.

Schwankende Lebensmittel- und Agrarrohstoffpreise

Seit 2007 kam es auf den Märkten für Agrarrohstoffe zu extremen Preisschwankungen mit Aufwärtstrend, was vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern zum Teil gravierende Versorgungsprobleme auslöste. In Schwellen- und Entwicklungsländern, in denen die Menschen bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrung ausgeben müssen, haben die Preiserhöhungen zum Teil dramatische Auswirkungen, auch aufgrund der schlechten Eigenversorgung.

Hauptursachen waren Veränderungen bei fundamentalen Angebots- und Nachfragefaktoren. Dies betrifft etwa das Bevölkerungswachstum oder das geänderte Ernährungsverhalten - vor allem in den Schwellenländern - sowie den daraus resultierenden höheren Futtergetreide- und Lebensmittelverbrauch. Großen Einfluss auf die Preisentwicklung haben witterungsbedingte Ernteausfälle in wichtigen Anbauländern, wie zur Ernte 2012 in den USA. Unterschiedlich bewertet wird, inwiefern Spekulationen durch Finanzinvestoren an Agrarterminmärkten für diese Entwicklung verantwortlich sind. Der Anteil der Investoren ohne geschäftlichen Bezug zu Agrarrohstoffen hat in der letzten Dekade deutlich zugenommen.

Stand:
02.02.15

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