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Querschnitt durch den Boden: Erde und Gras Quelle: Okea - Fotolia.com

Böden für die Ernährungssicherung und das Klima

Böden sind durch ihre Fähigkeit Kohlenstoff zu speichern ein elementarer Baustein, um die Klimaschutzziele von Paris zu erreichen. Gleichzeitig sind gesunde und fruchtbare Böden die Grundlage unserer Landwirtschaft und Nahrungsmittelversorgung.

Im Rahmen der Klimaverhandlungen im Jahr 2015 wurde die Initiative "4 per 1000" von Frankreich initiiert. Bundesminister Schmidt war einer der Erstunterzeichner der gemeinsamen Erklärung der Initiative. Ziel von "4 per 1000" ist, die globalen Bodenkohlenstoffvorräte weltweit jährlich um 4 Promille zu erhöhen. Mit dieser Erhöhung soll ein Teil der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen kompensiert werden.

Jahrestagung "4 per 1000"

Jetzt hat die erste internationale Konferenz der Initiative am Rande der COP 23 stattgefunden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) war Gastgeber der Veranstaltung mit etwa 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der Staatssekretär im BMEL Dr. Aeikens sagte anlässlich der Veranstaltung: "Die Bewahrung und standortangepasste Optimierung der Humusvorräte im Boden ist im Interesse eines jeden Flächenbewirtschafters wie auch der Gesellschaft insgesamt. Daher behandelt diese Konferenz existenzielle Fragen für uns alle. Genau an diesem Punkt setzt die Initiative an. Ihr übergeordnetes Ziel ist die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung für eine wachsende Weltbevölkerung und die globale Bekämpfung von Hunger."

Bisher haben 220 Organisationen die Absichtserklärung zur Unterstützung der Initiative unterzeichnet. Kernbestandteile sind die Etablierung eines internationalen Forschungsprogramms sowie eines Aktionsprogramms für konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Bodenkohlenstoffvorräte. Erreicht werden kann die zusätzliche Einbindung von organischer Bodensubstanz überwiegend durch verbesserte landwirtschaftliche Praktiken. Dazu zählt z. B. die Bodenbearbeitung zu ändern oder das Anbauspektrum zu steigern.

Dauergrünland und Moore als Kohlenstoffspeicher

"4 per 1000" steht aber nicht nur für einen jährlichen Zuwachs, sondern auch für den Erhalt und Schutz kohlenstoffreicher Böden. Besonders das Dauergrünland speichert durch ganzjährige Begrünung und intensive Durchwurzelung deutlich mehr Kohlenstoff als Ackerflächen. Der Erhalt von Dauergrünland ist deswegen zum Bestandteil der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) geworden und auch im deutschen Klimaschutzplan 2050 fest verankert.

Auch die Rolle der Moore ist von Bedeutung für das Klima. Moore gehören – noch vor den Wäldern – zu den größten Kohlenstoffspeichern mit etwa einem Drittel der weltweiten Bodenkohlenstoffvorräte. Die nachhaltige Nutzung und der Schutz von Mooren haben für das BMEL einen hohen Stellenwert.

Erkenntnisse aus der Forschung erforderlich

Wie hoch die organischen Kohlenstoffvorräte in landwirtschaftlich genutzten Böden sind, muss man wissen, um abzuschätzen zu können, welche Maßnahmen an welchem Standort den größten Nutzen für Ertragsfähigkeit und Klimaschutz haben. Zur Klärung dieser Frage hat das BMEL eine deutschlandweite Inventur veranlasst.

Im Rahmen der COP 22 in Marrakech hat das BMEL eine Klimaschutz-Förderinitiative zur Bodenbewirtschaftung veröffentlicht. Darin werden 12 Projektideen mit 52 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Beratung mit einem Finanzvolumen von etwa 13 Millionen Euro gefördert.

Stand:
16.11.17

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