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Nahrung sichern und Klima retten – Zentrale Rolle der Landwirtschaft

Mit der Verständigung über ein neues Abkommen gegen die Erderwärmung ist am 12. Dezember in Paris die Weltklimakonferenz zu Ende gegangen. 195 Staaten nahmen das Abkommen zum Klimaschutz an. Der neue Klimavertrag tritt 2020 in Kraft.

Die Staaten setzten sich in Paris das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf "weit unter" zwei Grad Celsius zu beschränken. Es sollen Anstrengungen unternommen werden, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt war zweimal zu den Verhandlungen nach Paris gereist, kommen doch Fragen der Ernährungssicherung und der Landwirtschaft eine besondere Rolle zu. Ziel des Ministers ist es, Landwirtschaft und Klimaschutz in Einklang zu bringen sowie Landwirtschaft und Landnutzung so klimafreundlich wie möglich zu gestalten. Vor diesem Hintergrund hatte Schmidt seinem französischen Amtskollegen Stéphane Le Foll zugesichert, die im Rahmen des Gipfels am 1. Dezember vorgestellte Initiative Frankreichs "4 per 1000" zu unterstützen. Die Initiative setzt darauf, Ernährungssicherung und Klimaschutz zusammenzubringen. So soll ein globales Forschungsprogramm dazu beitragen, durch verbesserte landwirtschaftliche Praktiken Bodenkohlenstoffvorräte zu erhalten und stetig zu erhöhen.

Ernährungssicherung und Klimaschutz

Bundesminister Christian Schmidt und sein französischer Amtskollege Stéphane Le Foll Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und sein französischer Amtskollege Le Foll, Quelle: BMEL

Schmidt hob in Paris die Sonderrolle der Landwirtschaft im Klimaschutz hervor. Es gebe keine Branche, die bereits heute den Klimawandel so zu spüren bekomme wie die Landwirtschaft. "Die Landwirtschaft ist der einzige Wirtschaftszweig, der durch die Bindung von atmosphärischem Kohlenstoffdioxid in langfristig festgelegte Biomasse aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. Und es ist und bleibt Kernaufgabe der Landwirtschaft, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen", sagte der Minister. Klimaschutz und Ernährung dürften deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden. Schmidt: "Die Landwirtschaft darf nicht zum Sündenbock der Klimaschützer werden."

Zugleich stellte der Minister klar, dass die Landwirtschaft ein elementares Interesse an der Klimapolitik habe. "Berechenbare klimatische Bedingungen sind Voraussetzung für Ernährungssicherung und damit für politische Stabilität. Landwirtschaft ist zentraler Schlüssel für Friedenssicherung in der Welt," sagte Schmidt in Paris.

"Jeder Sektor muss seinen Beitrag leisten"

Wie alle anderen Bereiche auch trägt die Landwirtschaft Verantwortung für den Klimaschutz. "Jeder Sektor muss seinen Beitrag leisten", betonte Schmidt. Seit 1990 wurden die Treibhausgasemissionen durch die Landwirtschaft um 23 Prozent gesenkt. Im gleichen Zeitraum wurde die landwirtschaftliche Produktion um 18 Prozent gesteigert. Einsparpotenziale der Zukunft machte der Minister in der Forschung im Bereich, Anbau, Tierhaltung und Technik aus. Weitere Potenziale ließen sich einsparen durch die Digitalisierung und Präzisionslandwirtschaft. Auch eine verbesserte Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau ist ein Thema.

"Die Herausforderung besteht darin, die Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion weiter zu steigern und gleichzeitig den Erhalt der natürlichen Ressourcen zu sichern. Klimaschutzanforderungen müssen so gestellt werden, dass Landwirtschaft weiterhin wirtschaftlich betrieben werden kann, andernfalls ist das Ziel einer klimaneutralen Landwirtschaft nicht zu erreichen", sagte Schmidt. Die Bundesregierung müsse klare gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die sowohl dem Umwelt- und Klimaschutz wie auch dem Ernährungsauftrag der Landwirtschaft Rechnung tragen.

Prämisse der nachhaltigen Erzeugung von Agrarrohstoffen

Angesichts der Verantwortung der Europäer für Produktionsstandards in der Welt, mahnte der Minister: "Unser Ziel muss es sein, nur noch 100prozentig nachhaltige Rohstoffe in Europa zu verarbeiten. In Deutschland haben wir zwei Leuchtturmprojekte zum nachhaltigen Kakao und nachhaltigen Palmöl als gemeinsame Initiativen von Wirtschaft, NGOs und Politik gestartet, die Vorbild für Europa und andere Rohstoffe sein können.“

Cover flyer 'Climate, soil, biomass – championing sustainable production of raw materials'

Veranstaltung mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im Deutschen Pavillion am 5. Dezember 2015 in Paris.

Zum Programm

Das deutsche Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) bildete auch einen Schwerpunkt der Veranstaltung "Klima, Boden, Biomasse - für eine nachhaltige Erzeugung von Agrarrohstoffen", die Schmidt am 5. Dezember im Deutschen Pavillon auf der Weltklimakonferenz eröffnete. "Palmöl ist zu einem der weltweit bedeutendsten nachwachsenden Rohstoffe geworden. Bei uns findet das Öl aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften vielfache Verwendung. Für die tropischen Erzeugerländer bietet der Palmölanbau hohe Erträge und Einkommen, die keine andere Frucht derzeit erreicht. Unser Bedarf an Palmöl darf aber nicht dazu führen, dass immer mehr kostbare Naturwaldflächen abgeholzt werden, Brandrodungen verheerende Waldbrände auslösen und Böden durch übermäßigen Pestizideinsatz vergiftet werden. Damit schaden wir dem gerade auch von Deutschland unterstützten Ziel der Einführung einer nachhaltigen und partizipativen Waldbewirtschaftung zum Schutz der verbliebenen Naturwälder, die als Schatz der Natur aber auch als bedeutender Kohlenstoffspeicher von enormer Bedeutung sind", sagte Schmidt in seiner Eröffnungsrede. Er appellierte an die Wirtschaft, nur zertifiziertes Palmöl zu importieren.

COP 21 (Conference of the Parties) in Paris war die 21. Konferenz der Vertragsstaaten zur Rahmenkonvention der Vereinten Nationen zum Klimawandel. Über 45.000 Vertreter aus 195 Ländern hatten vom 30. November bis zum 12. Dezember 2015 in Paris getagt.

Stand:
12.12.15

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