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Biofach 2016: Schmidt sieht großes Potenzial im Biomarkt

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sieht weiter großes Potenzial im Biomarkt für die Einkommen der Landwirte. Das machte der Minister zum Auftakt der "Biofach 2016" deutlich. Die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel findet bis zum 13. Februar in Nürnberg statt.

Schmidt stellte zur Messeeröffnung klar: Sein Ziel sei es, den Ökolandbau in Deutschland voranzubringen, denn die Zahlen zeigten, Bio werde bei den Verbraucher immer beliebter. Die Perspektiven, die insbesondere der deutsche Bio-Mark bietet, gelten als außerordentlich gut. So lag der Umsatz von Bio-Lebensmitteln in Deutschland 2015 bei 8,62 Milliarden Euro. Erstmals seit 2008 verzeichnete der Markt damit wieder ein zweistelliges Wachstum (plus elf Prozent).

Das spiegelt das zur Biofach veröffentlichte aktuelle Ökobarometer - eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Ministeriums zum Konsum von Biolebensmitteln - wider: Ein Viertel der Menschen in Deutschland achtet demnach beim Einkauf von Lebensmitteln gezielt auf Bio-Produkte. 24 Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher greifen beim Einkauf häufig oder ausschließlich zu Bio-Lebensmitteln, weitere 46 Prozent tun dies gelegentlich. Wie die Umfrage zeigt, sind artgerechte Tierhaltung und die Unterstützung heimischer Betriebe durch den Kauf von regionalen Produkten die wichtigsten Beweggründe beim Kauf von Bio-Lebensmitteln. Das Bio-Lieblingsprodukt der Deutschen ist das Ei, dicht gefolgt von Gemüse und Obst, der Kartoffel und Fleisch.

Logo Biofach 2016 Quelle: Nürnberg Messe

„Das wachsende Interesse der Verbraucher an Bio-Produkten bestätigt, wie wichtig unser Einsatz für die Ausweitung der Bio-Anbauflächen und für mehr Tierwohl in Deutschland ist. Auf eines müssen sich die Käufer dabei verlassen können: Wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein", kommentierte Schmidt die Ergebnisse des Ökobarometers. Dafür drängt der Bundesminister in Brüssel auf eine zügige Umsetzung der EU-Ökoverordnung. Ziel sind verbindliche Öko-Standards vor allem auch für Drittlandimporte. Dabei betonte Schmidt nochmal, dass Öko mehr als nur Grenzwerte bedeutet. Vielmehr stamme das große Verbrauchervertrauen aus dem ganzheitlichen Ansatz von der Tierhaltung angefangen über die Veredelung bis zum Endprodukt.

Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau

Der Ökolandbau ist nach den Worten Schmidts neben dem konventionellen Landbau bereits eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft. Noch nutzten die deutschen Landwirte die Möglichkeiten des Ökomarktes aber zu wenig. Gemeinsam mit den Ländern, den relevanten Verbänden und der Wissenschaft werde er die Voraussetzungen schaffen, dass beim Ökolandbau ein Flächenanteil von 20 Prozent erreicht werde. Auch aus diesem Grund habe er im vergangenen Jahr die Zukunftsstrategie Ökologische Landbau initiiert, die er mit praxistauglichen Rahmenbedingungen begleiten wolle - in Brüssel und Berlin. Der Ökolandbau brauche maßgeschneiderte Unterstützung. Letztlich entscheide aber jeder einzelne Bauer selbst, ob er seinen Betrieb ökologisch bewirtschaften wolle oder nicht. Der Ökolandbau werde nicht per Gesetz verordnet.


In seiner Rede zur Messeeröffnung ging der Minister auch auf die Bedeutung der globalen Verantwortung mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit ein: Ernährung sichern, natürliche Ressourcen bewahren und Klima schützen - das seien die großen Herausforderungen unserer Zeit. Mit dem Leitmotiv "Organic 3.0" nimmt der größte internationale Bio-Kongress im Rahmen der Biochfach-Messe das weltweite "Handeln für mehr Bio" in den Fokus. Damit übernehme die ökologische Landwirtschaft Verantwortung, um die globalen Herausforderungen anzugehen, urteilte Schmidt.

Vom 10. bis zum 13. Februar versammelt sich in Nürnberg der internationale Bio-Sektor zu seiner alljährlichen Messeschau: Auf der Biofach, die als Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel gilt, und der Vivaness, der internationalen Fachmesse für Naturkosmetik präsentieren sich in diesem Jahr über 2.500 Aussteller aus 77 Ländern.

Stand:
10.02.16

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