BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Thementag "Weizenforschung in Deutschland"

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) investiert rund 1,5 Millionen Euro in die Erforschung des Weizengenoms. Dies gab das Ministerium am 2. Dezember 2015 anlässlich des Thementags "Weizenforschung für Deutschland" in Berlin bekannt.

Aufgrund des Klimawandels benötigen Landwirte vor allem in den Entwicklungsländern in Zukunft Weizenpflanzen, die zunehmender Trockenheit und Hitze widerstehen können. Die Entschlüsselung des Weizengenoms soll daher den Züchtungsfortschritt bei Weizen erheblich beschleunigen und zu neuen Weizensorten führen, mit denen Erträge gesichert und sogar gesteigert werden können.

Die beteiligten Forschungsinstitute, das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben und das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU), wollen mit der Entschlüsselung des Brotweizengenoms eine Grundlage für innovative Züchtungsansätze schaffen. Das Brotweizengenom ist etwa fünfmal so groß wie das Genom des Menschen und stellt daher eine besondere Herausforderung für die moderne Forschung dar.

Da das Weizengenom aus drei sehr ähnlichen Genomen zusammengesetzt ist und in weiten Teilen keine Rekombination auftritt, ist die Erstellung einer qualitativen Referenzsequenz des Weizengenoms sehr aufwendig. Selbst moderne analytische Ansätze stoßen an ihre Grenzen, da homologe Chromosomen nur sehr begrenzt getrennt und unzureichend funktional charakterisiert werden können.

Die Bundesrepublik Deutschland ist gemeinsam mit Frankreich der größte europäische Weizenproduzent mit einer Ernte von rund 26 Millionen Tonnen Weizen im Jahr 2014.

Internationale Weizeninitiative

Die Förderung mit 1,5 Millionen Euro ist Deutschlands Beitrag zur "International Wheat Initiative", die 2011 u.a. auch von Deutschland mitbegründet wurde. Im Rahmen dieser Initiative gibt es bereits mehrere Verbundprojekte, die nun wesentlich von den Ergebnissen der Weizengenom-Forschung profitieren werden. Sämtliche Daten des neuen Projekts werden über eine offene Plattform ausgetauscht werden. Die Ergebnisse sollen dann für die praktische Pflanzenzüchtung besser nutzbar gemacht werden.

Die Internationale Weizeninitiative ist ein internationaler Zusammenschluss von inzwischen 16 Staaten. Er beschäftigt sich u.a. mit Möglichkeiten, das Ertragspotenzial zu erhöhen und zu stabilisieren aber auch damit, die Weizenproduktion nachhaltiger zu gestalten und krankheitsresistentere Sorten zu schaffen.

Erster Thementag im BMEL

Bundesminister Christian Schmidt hat es sich zum Ziel gesetzt mit seiner Forschungsinitiative "Forschung für die Praxis" den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und der landwirtschaftlicher Praxis zu stärken. Zum Thema: "Weizenforschung in Deutschland - Investitionen in die Zukunft unserer Landwirtschaft" wurde erstmals das Format eines sogenannten "Thementages" gewählt, zudem Vertreter vom BMEL, der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi) und der Forschungs- und Züchtungsallianz proWeizen eingeladen hatten. Die Idee der "Thementage" ist ein erstes Ergebnis des im Rahmen der Initiative gegründeten Begleitausschusses Agrarforschung. In diesem Ausschuss treffen sich ein bis zweimal jährlich Vertreter von Verbänden (Wirtschaft und Zivilgesellschaft) mit der Leitung des BMEL, um sich gegenseitig über aktuelle Forschungsbelange im Bereich der Agrar- und Ernährungsforschung zu informieren. Über 95 Teilnehmer aus der Forschung, dem Ministerium aber auch von Beratungsdiensten, von Pflanzenzuchtunternehmen und der landwirtschaftlichen Praxis diskutierten auf dem Thementag über die Trends in der Züchtung neuer Weizensorten bis hin zu Wegen zur Produktivitätssteigerung und dem Aspekt Weizen in der Human- und Tierernährung.

Abteilungsleiter Dr. Klaus Heider hinter dem Rednerpult Abteilungsleiter Dr. Klaus Heider, Quelle: BMEL

In seiner Einführung betonte Dr. Klaus Heider, Abteilungsleiter im BMEL, die Bedeutung des Weizens als Kulturpflanze. Sie wird weltweit auf über 215 Millionen Hektar angebaut. "Mehr denn je brauchen wir für die nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft Pflanzensorten mit einem hohen Gehalt erwünschter Inhaltsstoffe, die – auch unter wechselhaften Anbau- und Umweltbedingungen – hohe und stabile Erträge liefern, die aber auch Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe möglichst effizient nutzen", so Heider.

Stand:
03.12.15

Zum Thema

Infografik

Infografiken für den Ländlichen Raum (verweist auf: Landwirtschaftliche Erzeugnisse)

Von der Zuckerrübe bis zur Milch: Interaktiv die regionalen Schwerpunkte der deutschen Landwirtschaft kennenlernen (Klick auf das Bild).

Reden

Publikationen

Entdecke das Land - Die kleine Landfibel

Cover der Broschüre "Entdecke das Land - Die kleine Landfibel"

Obwohl wir jeden Tag die Produkte der Landwirtschaft genießen - die frische Milch, einen knackigen Salat oder einen Gemüseauflauf - kommen gerade Menschen, die in Städten leben, viel zu selten mit der Landwirtschaft in Berührung. Dabei wird 45 Prozent der Fläche in Deutschland landwirtschaftlich genutzt, in rund 300.000 landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten nahezu eine Millionen Menschen.

Landwirtschaft verstehen - Fakten und Hintergründe

Titelbild der BMEL-Broschüre "Landwirtschaft verstehen"

Wer sind unsere Landwirte? Wie arbeiten sie - und warum arbeiten sie so? Wie wird unser Getreide angebaut, wie werden unsere Kühe, Schweine und Hühner gehalten? Diese Publikation geht all diesen Fragen nach. Eine Sammlung von Fakten und Hintergründen stellt die Arbeitsweise der modernen Landwirtschaft für ein breites Publikum anschaulich dar, ohne dabei schwierige Themen auszuklammern.

English version: Understanding Farming - Facts and figures about German farming

Presse

Pressemitteilungen

Interviews

Rechtsgrundlagen

Links

Unternavigation aller Website-Bereiche