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In die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll ein Indikator zum Schutz des Bodens aufgenommen werden. "Indikator Bodenschutz"

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Boden ist Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und Standort für die Erzeugung gesunder Lebensmittel. Über 90 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion hängen unmittelbar vom Boden ab, das zeigt seine große Bedeutung für die Ernährungssicherung.

Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, die immer knapper wird. Daher ist eine nachhaltige Sicherung der Produktionsfunktionen, insbesondere durch emissionsarme Produktionsprozesse und eine möglichst hohe Rohstoffeffizienz notwendig. Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung mit zahlreichen Maßnahmen, um die Nutzung der Böden durch die Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten. Deshalb engagiert sich Deutschland national und international für den Bodenschutz auch unter den Bedingungen des Klimawandels.

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Stauwasserboden – Boden des Jahres 2015

Ein Beitrag von Gerhard Milbert, Kuratorium Boden des Jahres, Krefeld

Das Kuratorium 'Boden des Jahres' stellt jedes Jahr am Weltbodentag - am 5. Dezember - den neu gekürten Boden des Jahres vor. Boden des Jahres 2015 ist der Pseudogley, der Stauwasserboden.

Stauwasserboden Stauwasserboden im Kottenforst bei Bonn, Quelle: Geologischer Dienst NRW

Das Kuratorium ist ein Gremium der bodenkundlichen Fachverbände: Bodenkundliche Gesellschaft, Bundesverband Boden und Ingenieurtechnischer Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling. Die Aktion wird vom Umweltbundesamt unterstützt. Jedes Jahr übernimmt ein Bundesland mit seinem Landwirtschafts- oder Umweltministerium die Schirmherrschaft und richtet den Weltbodentag in seiner Landesvertretung in Berlin aus.

Brauchen wir wirklich auch noch einen Boden des Jahres?

Inzwischen gibt es mehr als 40 Aktionen des Jahres, vom Nutztier des Jahres über den Käfer des Jahres bis zur Allee des Jahres. Trotz dieser „des-Jahres-Inflation“ ist der Boden des Jahres eine wichtige Aktion. Wir haben inzwischen für Luft, Wasser und alle Naturkörper, die wir sehen, ein gutes Bewusstsein für ihre Bedeutung und Schutzwürdigkeit entwickelt. Dieses fehlt aber noch für den Teil der Natur, den wir mit unseren Füßen (be)treten und den wir nicht unmittelbar wahrnehmen, unseren Boden. Dabei ist der Boden der mit Abstand belebteste Teil unserer Natur. Obwohl es inzwischen eine Vielzahl von Aktionen zur Verbesserung des Bodenbewusstseins gibt, ist der Schutz des Bodens und seiner lebenswichtigen Funktionen in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht ausreichend verankert.

Stauwasserböden und Landwirtschaft, passt das zusammen?

In Jahr 2015 hat das Kuratorium den Stauwasserboden zum Boden des Jahres gekürt und das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) hat die Schirmherrschaft übernommen. Während Grundwasserböden ganzjährig mit Wasser erfüllt sind, das lediglich im Verlauf der Jahreszeiten mit seinem Abstand zur Bodenoberfläche schwankt, ist der Wasserstand in Stauwasserböden im Jahresverlauf (Foto 1) und in Abhängigkeit von der Witterung sehr unterschiedlich.

Innerhalb des ersten Bodenmeters folgt unterhalb einer meist gut wasserdurchlässigen Schicht eine dichte, undurchlässige Bodenschicht, die das Niederschlagswasser im Boden staut. Da dieses Wasser nicht nach unten versickern kann, vernässen Stauwasserböden vor allem im Winter und Frühjahr. Im Verlauf des Sommers verbrauchen die Pflanzen einen Teil des Wasservorrates, ein anderer Teil verdunstet über die Bodenoberfläche. Auf diese Weise wechseln sich in Stauwasserböden Nassphasen mit Sauerstoffarmut im Boden mit Feuchtphasen, die besonders günstig für das Pflanzenwachstum sind, und Trockenphasen mit Wassermangel ab.

Kühe auf einer Weide Foto 2: Stauwasserboden werden meist als Grünland genutzt, Quelle: Geologischer Dienst NRW

Stauwasserböden sind witterungs- und klimasensibel und reagieren "empfindlich" auf eine falsche Bewirtschaftung wie Entwässerung oder Bodenverdichtung. Stauwasserböden wollen behutsam genutzt werden. Ideal sind sie als Waldstandorte mit Stieleichen-Hainbuchenwäldern und Stieleichen-Birkenwäldern. Als landwirtschaftliche Nutzung kommt vor allem eine Grünlandnutzung in Frage (Foto 2). Stauwasserböden unter Ackernutzung sind in der Regel entwässert.

Eine nicht an die Bodeneigenschaften des Stauwasserbodens angepasste Bodennutzung verschlechtert die Bodeneigenschaften für eine landwirtschaftliche Nutzung. Heute wird die Bodennutzung und Bodenbearbeitung eher durch die technischen Möglichkeiten gesteuert als durch Bodeneigenschaften. Oftmals befahren und bearbeiten zu schwere Maschinen Böden unabhängig von ihrem jeweiligen Zustand, egal ob nass, feucht oder trocken (Foto 3). Diese Fehler werden sowohl bei landwirtschaftlich als auch bei forstlicher Nutzung und insbesondere im Rahmen von Bauarbeiten gemacht.

Wie komme ich an Informationen zum jeweiligen Boden des Jahres?

Auf der Seite: www.boden-des-jahres.de sind umfangreiche Informationen zum jeweiligen Boden des Jahres, seinen Eigenschaften sowie über die Böden der Vorjahre zusammengestellt. Zum Stauwasserboden werden unter ‚Staumeldungen‘ tagesaktuelle Messungen zur Bodenfeuchte, Bodentemperatur, pH-Wert, Redoxpotenzial sowie ein Tagesfoto bereitgestellt. Die Messstation zum Stauwasserboden steht im Kottenforst bei Bonn. Alle Bundesländer sowie zahlreiche Natur- und Umweltverbände bieten Veranstaltungen und Informationsmaterial an. Eine Wanderausstellung des Landes Nordrhein-Westfalen zum Stauwasserboden ist ganzjährig unterwegs. Auch auf der Agritechnica in Hannover (7.11 – 14.11.2015) sind Teile der Ausstellung zu sehen.

Flyer und Poster zum Boden des Jahres sowie Informationen zur Präsentation „Boden des Jahres 2016“ können angefordert werden unter:

Flyer und Poster zum Boden des Jahres

Informationen zur Präsentation "Boden des Jahres 2016"

Stand:
02.11.15

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

Woche der Umwelt: Boden und Landnutzung - Konkurrenz um eine knappe Ressource

Bundesminister Christian Schmidt bei einer Podiumsdiskussion

Der Schutz natürlicher Ressourcen hat im Fokus der diesjährigen "Woche der Umwelt" am 7. und 8. Juni am Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten gestanden. Auch Bundesminister Schmidt brachte sich in das besondere Forum ein.

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Gute fachliche Praxis - Bodenfruchtbarkeit

Cover des aid-Heftes 'Bodenfruchtbarkeit'

Die Broschüre stellt alle Aspekte der Bodenfruchtbarkeit vor. Zu Beginn steht eine Abhandlung über die zeitliche Wandlung des Begriffs, mit den Komponenten "natürlich" und "kulturbedingt" von Albrecht Thaer bis heute. Es folgen die Einflussgrößen der Bodenfruchtbarkeit und wie diese durch das Bodenmanagement zu beeinflussen sind. Verfasst wurde die Broschüre von 24 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Beratung.

Bestellen beim aid infodienst

Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz

Cover des aid-Heftes 'Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz'

In dieser Broschüre sind die neuesten Erkenntnisse für die Bodenbearbeitung, den Erosionsschutz und den Erhalt der organischen Substanz umfassend dargestellt.

Bestellen beim aid infodienst

Tagungsband "Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum "Jahr des Bodens"

Am 18. und 19. Juni 2015 veranstaltete die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Würzburg eine Tagung mit dem Thema "Schwere Maschinen, enge Fruchtfolgen, Gärreste – eine Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit?"

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Publikationen

Sonderdruck - Den Boden im Blick

Cover des Sonderdrucks "Den Boden im Blick"

Dieser Sonderdruck enthält einen Auszug aus der Ausgabe 4-2015 von B&B Agrar, der Zeitschrift für Bildung und Beratung des aid infodienstes.

Tagungsband "Kongress zum Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum Kongress Jahr des Bodens

Am 16. November 2015 veranstaltete der Zentralverband Gartenbau e.V. zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Tagung mit dem Thema "Gesunder Boden –Gesunder Gartenbau"

Broschüren vom aid infodienst e.V.

Magazin "lebens.mittel.punkt" der i.m.a - Auzug aus Heft 1/2015

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