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Boden

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Europäische Bodenschutzpolitik

In die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll ein Indikator zum Schutz des Bodens aufgenommen werden. "Indikator Bodenschutz"

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Thünen-Agrar-GIS - eine georeferenzierte Datenbank mit Informationen zur Landnutzung

Fernerkundungsinformationen zur Beobachtung landwirtschaftlich genutzter Böden in Deutschland

Aktuelle Publikation

Gute fachliche Praxis

Boden ist Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und Standort für die Erzeugung gesunder Lebensmittel. Über 90 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion hängen unmittelbar vom Boden ab, das zeigt seine große Bedeutung für die Ernährungssicherung.

Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, die immer knapper wird. Daher ist eine nachhaltige Sicherung der Produktionsfunktionen, insbesondere durch emissionsarme Produktionsprozesse und eine möglichst hohe Rohstoffeffizienz notwendig. Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung mit zahlreichen Maßnahmen, um die Nutzung der Böden durch die Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten. Deshalb engagiert sich Deutschland national und international für den Bodenschutz auch unter den Bedingungen des Klimawandels.

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Frau steht in einer Grube umgeben von interessierten Besuchern Exkursion der Bodenspezialisten der Bundesländer in Sachsen-Anhalt, Quelle: M. Senger

Bodenschutz und Landwirtschaft

Ein Beitrag von Marion Senger, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hannover - Vorsitzende der Bodenspezialisten der Bundesländer

Der Schutz des Bodens ist eine Querschnittsaufgabe und umfasst viele Bereiche. Die Arbeitsgruppe der "Bodenspezialisten der Bundesländer" wurde in den Nachkriegsjahren zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit gegründet, da die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion zur Ernährungssicherung hohe Priorität hatte.

Aus Finanzmitteln des Marshallplans wurden deshalb ab 1952 Fachleute eingestellt, die sich speziell der Erhaltung, Förderung und standortgemäßen Nutzung der Bodenfruchtbarkeit widmen sollten, wobei der "American Soil Conservation Service" eine gewisse Vorbildwirkung hatte. In den 60er Jahren wurden diese Stellen in die Länderhaushalte überführt und die Bediensteten zusätzlich mit weiteren landbaulichen Aufgaben betraut. Nach der Wiedervereinigung kamen die Bodenspezialisten der neuen Bundesländer hinzu und brachten die mit der Bodenbewirtschaftung in Ostdeutschland verbundenen Erfahrungen und Aufgaben ein.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung unterstützt die Arbeitsgruppe und wird von den Bodenspezialisten beraten. Diese werden von den Bundesländern entsandt und kommen aus der Landwirtschaftsverwaltung und den landwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen des Bundes und der Länder und sind dort mit Fragen standortangepasster Bodenbewirtschaftung, des Bodenschutzes und der Agrarökologie befasst. Die Bodenspezialisten sind der Fachgruppe I "Pflanzenernährung, Produktqualität und Ressourcenschutz" des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) angegliedert.

Die Aufgaben der Arbeitsgruppe liegen im Informations- und Erfahrungsaustausch, der Abstimmung und gegebenenfalls Positionierung zu den Themen:

  • standortangepasste, umweltschonende Bodenbewirtschaftung in der Landwirtschaft
  • Bodenansprache im Feld
  • Einschätzung von Risiken für die Bodenfunktionen durch die landwirtschaftliche Nutzung
  • Umsetzung gesetzlicher Regelungen bei der Bodennutzung im landwirtschaftlichen Betrieb

Konkrete Themen sind z. B.:

  • standortangepasste Verfahren zum Schutz der Böden vor Verdichtung und Erosion
  • Intensität der Bodenbearbeitung in Abhängigkeit von Standort und Fruchtfolge
  • Methoden zur Beurteilung der Bodenstruktur im Feld

Die Zielsetzung "Förderung und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit" zieht sich wie ein roter Faden durch die Aufgaben, mit denen "Bodenspezialisten" beschäftigt waren und sind. Nach der Sicherung der Erzeugung einer ausreichenden Nahrungsmittelmenge sind heute hohe Nahrungsmittelqualität und die Schonung der Umweltressourcen Leitbilder zukunftsfähiger Landwirtschaft. Dazu gilt es, den Landwirten umweltschonende und betriebswirtschaftlich sinnvolle Verfahren der Bodenbewirtschaftung anzubieten. An der Umsetzung dieses Ziels wirken die Bodenspezialisten in ihren Bundesländern mit.

Erfolgreiche Lösungswege für die Verbindung von Ressourcenschutz, Bodenfruchtbarkeit und Einkommenssicherung im landwirtschaftlichen Betrieb erfordern boden- und standortkundliches Wissen gepaart mit landwirtschaftlichem Sachverstand. Diesem Anspruch wollen die "Bodenspezialisten" gerecht werden.

Frau steht in einer Grube In den Boden geschaut - Pararendzina aus flachem schutthaltigem Carbonatschluff über Kalkstein, Quelle: M. Senger

Aktuelle Entwicklungen in der EU-Agrarpolitik, insbesondere die zukünftige Bedeutung von Umweltstandards und Agrarumweltindikatoren für den landwirtschaftlichen Betrieb werden die Arbeitsgruppe in Zukunft stärker beschäftigen. Die mit dem technischen Fortschritt und zunehmender Rationalisierung einhergehenden Veränderungen in der Bodenbewirtschaftung und ihre Auswirkungen auf die Böden bleiben ein Dauerthema.

Jedes Jahr treffen sich die Bodenspezialisten der Bundesländer zu ihrer Jahrestagung und zum Erfahrungsaustausch in einem anderen Bundesland. 2015 war die Tagung in Sachsen-Anhalt, im Mittelpunkt stand das Erosionsschutzkonzept des Landes. Es wurden Grundlagen, Vorgehensweisen und Maßnahmen zum Erosionsereignis Riestedt, das nach heftigen Regenereignissen ausgelöst worden ist, dargestellt. Dabei wurde deutlich, dass die Bodenschutzgesetzgebung allein nicht ausreichend ist. Vielfältige Rechts- und Verwaltungsbereiche sind betroffen, es gibt hierzu derzeit kein standardisiertes Vorgehen. Im weiteren Tagungsverlauf wurden Projekte in der südsibirischen Kulundasteppe vorgestellt, bei denen Bodendegradation untersucht und Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen entwickelt wurden. Der Vortragsveranstaltung schloss sich eine Exkursion an. Unter anderem wurde die Versuchsstation Bad Lauchstädt besucht, die 1895 gegründet wurde und dem Umweltforschungszentrum (UFZ) angegliedert ist. 1902 wurde der Statische Düngeversuch angelegt, der bis heute besteht.

Stand:
01.12.15

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

Woche der Umwelt: Boden und Landnutzung - Konkurrenz um eine knappe Ressource

Bundesminister Christian Schmidt bei einer Podiumsdiskussion

Der Schutz natürlicher Ressourcen hat im Fokus der diesjährigen "Woche der Umwelt" am 7. und 8. Juni am Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten gestanden. Auch Bundesminister Schmidt brachte sich in das besondere Forum ein.

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Gute fachliche Praxis - Bodenfruchtbarkeit

Cover des aid-Heftes 'Bodenfruchtbarkeit'

Die Broschüre stellt alle Aspekte der Bodenfruchtbarkeit vor. Zu Beginn steht eine Abhandlung über die zeitliche Wandlung des Begriffs, mit den Komponenten "natürlich" und "kulturbedingt" von Albrecht Thaer bis heute. Es folgen die Einflussgrößen der Bodenfruchtbarkeit und wie diese durch das Bodenmanagement zu beeinflussen sind. Verfasst wurde die Broschüre von 24 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Beratung.

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Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz

Cover des aid-Heftes 'Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz'

In dieser Broschüre sind die neuesten Erkenntnisse für die Bodenbearbeitung, den Erosionsschutz und den Erhalt der organischen Substanz umfassend dargestellt.

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Tagungsband "Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum "Jahr des Bodens"

Am 18. und 19. Juni 2015 veranstaltete die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Würzburg eine Tagung mit dem Thema "Schwere Maschinen, enge Fruchtfolgen, Gärreste – eine Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit?"

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Publikationen

Sonderdruck - Den Boden im Blick

Cover des Sonderdrucks "Den Boden im Blick"

Dieser Sonderdruck enthält einen Auszug aus der Ausgabe 4-2015 von B&B Agrar, der Zeitschrift für Bildung und Beratung des aid infodienstes.

Tagungsband "Kongress zum Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum Kongress Jahr des Bodens

Am 16. November 2015 veranstaltete der Zentralverband Gartenbau e.V. zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Tagung mit dem Thema "Gesunder Boden –Gesunder Gartenbau"

Broschüren vom aid infodienst e.V.

Magazin "lebens.mittel.punkt" der i.m.a - Auzug aus Heft 1/2015

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