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Pflanzenschutzmittel

In den Medien wird ebenso häufig über Pestizide berichtet wie über Pflanzenschutzmittel. Wo liegt der Unterschied? Das europäische Pflanzenschutzrecht stellt dies klar. Pflanzenschutzmittel werden gegen Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse verwendet und gehören zur Gruppe der Pestizide. Weitere Pestizide sind die Biozid-Produkte, zu denen zum Beispiel Mittel gegen Ameisen auf der Terrasse gehören.

Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher und auch für Landwirte und Gärtner wäre es wünschenswert, man bräuchte gar keine Pflanzenschutzmittel. Wir brauchen aber Pflanzen und pflanzliche Produkte in einer bestimmten Menge und Qualität für die Ernährung von Mensch und Tier, für die Energiegewinnung und für unser Wohlbefinden. Menge und Qualität werden nicht nur durch die verfügbare Fläche für den Anbau dieser Produkte begrenzt, sie werden maßgeblich auch durch den Befall mit Schädlingen und Krankheiten beeinflusst. Bei der überwiegenden Mehrheit der Kulturen und Fruchtarten sind daher Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig. Gibt es keine geeigneten nicht-chemischen Maßnahmen, werden chemische Pflanzenschutzmittel gebraucht.

Europäische Union: Gleiche Standards

1991 wurde mit der europäischen Pflanzenschutzmittel-Richtlinie die Grundlage für eine einheitliche Prüfung und Bewertung gelegt. Ziel war es, gleiche Wettbewerbsbedingungen in der EU zu schaffen und gleichzeitig ein einheitliches hohes Schutzniveau für Verbraucher und Umwelt zu gewährleisten.

Tragendes Element dieser Harmonisierung ist eine Positivliste mit Wirkstoffen, die in Pflanzenschutzmitteln zulässig sind. Dazu werden die Wirkstoffe in einem Verfahren bewertet, bei dem die Behörden aller Mitgliedstaaten und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beteiligt sind. Entspricht ein Wirkstoff den Anforderungen der Richtlinie, wird er in diese Positivliste aufgenommen. Dies ist Voraussetzung für die nationale Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, die diesen Wirkstoff enthalten. Von den etwa 1.000 vor 1993 auf dem Markt befindlichen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen sind seither eine erhebliche Anzahl vom europäischen Markt verschwunden. Die Positivliste enthält derzeit etwa 300 Einträge; etwa 120 weitere Wirkstoffe befinden sich derzeit in der Prüfung.

Die handelsfertigen Pflanzenschutzmittel benötigen eine Zulassung der jeweiligen nationalen Behörden. Der Grund dafür ist, dass sich die landwirtschaftlichen Verhältnisse, Verfahren und die Umweltbedingungen zwischen Skandinavien und Mittelmeer ganz erheblich unterscheiden. Zudem gibt es sehr unterschiedliche Kulturpflanzen, verschiedene Schadorganismen und unterschiedliche Klimazonen.

Das verbindende dieser nationalen Zulassungen ist, dass die Behörden alle nach EU-weit einheitlichen Vorgaben arbeiten. Diese Harmonisierung betrifft

  • die Unterlagen, die ein Antragsteller für eine Zulassung einreichen muss,
  • die Verfahren, um Pflanzenschutzmittel zu bewerten und Risiken abzuschätzen,
  • die Zulassungskriterien,
  • die Vorschriften zur Kennzeichnung und Verpackung von Pflanzenschutzmitteln.

Zulassungen, die in einem Mitgliedstaat erteilt werden, gelten nicht unmittelbar auch in anderen Mitgliedstaaten. Nach dem Prinzip der gegenseitigen Anerkennung können die Mitgliedstaaten aber ausländische Zulassungen in einem vereinfachten Verfahren übernehmen. Nötig ist dazu allerdings ein Antrag des Zulassungsinhabers.

Stand:
05.12.13

Inhalt des Dossiers

Publikationen

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor

Cover der Broschüre 'Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor'

Die Broschüre "Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor" zeigt, wie das Kontrollsystem vom Acker bis zum Teller funktioniert und was sich in den letzten Jahren in Sachen Pflanzenschutz getan hat.

Driftmindernde Technik - Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit abdriftmindernden Flachstrahldüsen

Titelblatt: des  Flyers

Bei der Spritzanwendung können Pflanzenschutzmittel durch Abdrift auf benachbarte, nicht zu behandelnde Flächen gelangen. Die Abdrift kann u. a. durch die Verwendung von abdriftmindernder Technik deutlich reduziert werden.

Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz (Flyer)

Deckblatt des Faltblatts zu den Demonstrationsbetrieben integrierter Pflanzenschutz

Eine wichtige Maßnahme des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz (NAP) ist die "Demonstration neuer integrierter Pflanzenschutzverfahren". In diesem Zusammenhang wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz“ finanziert.

Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Titelseite der Broschüre Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland umfassend und auf hohem Sicherheits- und Schutzniveau geregelt. Die wichtigsten Instrumente sind die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und die mit ihrem Vertrieb und ihrer Anwendung verbundenen gesetzlichen Regelungen. Der von der Bundesregierung am 10. April 2013 beschlossene Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) enthält Maßnahmen, die die bestehenden Regelungen zum Pflanzenschutz weiter unterstützen. Generelles Ziel des NAP ist die weitere Reduktion von Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können.

Insbesondere ist die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu begrenzen, damit unnötige Anwendungen dieser Pflanzenschutzmittel unterlassen und nichtchemische Pflanzenschutzmaßnahmen verstärkt eingesetzt werden. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen die Förderung von Innovationen im Pflanzenschutz und die Weiterentwicklung der Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes.

Weitere Publikationen

Zum Thema

Kirschessigfliege


Kirschessigfliege sitzt auf einer Kirsche Quelle: BLE

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), stammt ursprünglich aus Asien. Innerhalb kurzer Zeit ist sie zu einer enormen Bedrohung für den europäischen Obst- und Weinbau geworden. Sie befällt im Gegensatz zu anderen Arten derselben Gattung gesunde Früchte und verfügt über ein sehr breites Wirtspflanzenspektrum, ein enormes Vermehrungspotential und einen kurzen Entwicklungszyklus.

Weitere Informationen:

Kirschessigfliege: Management gegen Schäden

Julius-Kühn-Institut: Themenportal Drosophila Suzukii (Kirschessigfliege)



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