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Pflanzenschutzmittel

In den Medien wird ebenso häufig über Pestizide berichtet wie über Pflanzenschutzmittel. Wo liegt der Unterschied? Das europäische Pflanzenschutzrecht stellt dies klar. Pflanzenschutzmittel werden gegen Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse verwendet und gehören zur Gruppe der Pestizide. Weitere Pestizide sind die Biozid-Produkte, zu denen zum Beispiel Mittel gegen Ameisen auf der Terrasse gehören.

Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher und auch für Landwirte und Gärtner wäre es wünschenswert, man bräuchte gar keine Pflanzenschutzmittel. Wir brauchen aber Pflanzen und pflanzliche Produkte in einer bestimmten Menge und Qualität für die Ernährung von Mensch und Tier, für die Energiegewinnung und für unser Wohlbefinden. Menge und Qualität werden nicht nur durch die verfügbare Fläche für den Anbau dieser Produkte begrenzt, sie werden maßgeblich auch durch den Befall mit Schädlingen und Krankheiten beeinflusst. Bei der überwiegenden Mehrheit der Kulturen und Fruchtarten sind daher Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig. Gibt es keine geeigneten nicht-chemischen Maßnahmen, werden chemische Pflanzenschutzmittel gebraucht.

Rückstände in Lebensmitteln

Rückstandshöchstgehalte werden gesetzlich festgesetzt

Rückstände von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen auf Ernteprodukten lassen sich selbst bei bestimmungsgemäßer, sachgerechter Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht immer völlig vermeiden.

Es werden daher für jeden Wirkstoff gesetzliche Rückstandshöchstgehalte für Lebensmittel und Futtermittel festgelegt, die nicht überschritten werden sollen. Diese Höchstgehalte werden für jedes Lebensmittel individuell festgesetzt.

Rückstandshöchstgehalte werden auf europäischer Ebene festgesetzt. Für die Höhe der erlaubten Rückstände gilt das Minimierungsgebot:

Niemals über der gesundheitlich vertretbaren Grenze, aber auch nicht höher als zur Bekämpfung des Schaderregers nötig.

Dies hat zur Folge, dass die Mehrzahl der festgesetzten Rückstandshöchstgehalte weit unter der gesundheitlich vertretbaren Grenze liegen. Es besteht also eine hohe Sicherheit für den Verbraucher.

Die gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte werden in zwei Schritten abgeleitet:

  1. Zunächst wird anhand von Versuchen auf Äckern ermittelt, in welcher Höhe Rückstände bei sachgerechter Anwendung auftreten. Wenn Rückstände in Futtermitteln auftreten können, gehören auch Fütterungsversuche mit Nutztieren zur Untersuchung, um festzustellen, ob Rückstände in Fleisch, Milch oder Eier gelangen können.
  2. Dann wird dieser Wert im Rahmen einer Risikobewertung daraufhin geprüft, ob das Essen des geprüften Lebensmittels den Menschen so belastet, dass ein chronisches oder akutes gesundheitliches Risiko entsteht.

Nur wenn diese beiden Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher ausgeschlossen sind, wird der Rückstandshöchstgehalt für die Festsetzung in der EU-Verordnung vorgeschlagen.

Für alle Pflanzenschutzmittelwirkstoffe, die in den Listen der EU-Verordnung nicht mit einem Höchstgehalt aufgeführt sind, gilt ein genereller Höchstgehalt von 0,01 Milligramm je Kilogramm, es bleibt also nichts ungeregelt. Für Wirkstoffe, die in der Europäischen Union nicht angewendet werden dürfen, deren Rückstände aber in importierten Erzeugnissen auftreten, werden auch Rückstandshöchstgehalte festgesetzt. Es gelten dabei die gleichen Sicherheitsanforderungen wie für die anderen Werte.

Rückstandshöchstgehalte werden ständig an neue Erkenntnisse und an neue Anwendungssituationen angepasst.

Inhalt des Dossiers

Publikationen

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor

Cover der Broschüre 'Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor'

Die Broschüre "Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor" zeigt, wie das Kontrollsystem vom Acker bis zum Teller funktioniert und was sich in den letzten Jahren in Sachen Pflanzenschutz getan hat.

Driftmindernde Technik - Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit abdriftmindernden Flachstrahldüsen

Titelblatt: des  Flyers

Bei der Spritzanwendung können Pflanzenschutzmittel durch Abdrift auf benachbarte, nicht zu behandelnde Flächen gelangen. Die Abdrift kann u. a. durch die Verwendung von abdriftmindernder Technik deutlich reduziert werden.

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Titelblatt des Flyers "Anwendung von Pflanzenschutzmitteln"

Verhalten in unmittelbarer Nähe zu Wohnbebauungen, Gärten oder Wegen

Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz (Flyer)

Deckblatt des Faltblatts zu den Demonstrationsbetrieben integrierter Pflanzenschutz

Eine wichtige Maßnahme des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz (NAP) ist die "Demonstration neuer integrierter Pflanzenschutzverfahren". In diesem Zusammenhang wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz“ finanziert.

Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Titelseite der Broschüre Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland umfassend und auf hohem Sicherheits- und Schutzniveau geregelt. Die wichtigsten Instrumente sind die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und die mit ihrem Vertrieb und ihrer Anwendung verbundenen gesetzlichen Regelungen. Der von der Bundesregierung am 10. April 2013 beschlossene Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) enthält Maßnahmen, die die bestehenden Regelungen zum Pflanzenschutz weiter unterstützen. Generelles Ziel des NAP ist die weitere Reduktion von Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können.

Insbesondere ist die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu begrenzen, damit unnötige Anwendungen dieser Pflanzenschutzmittel unterlassen und nichtchemische Pflanzenschutzmaßnahmen verstärkt eingesetzt werden. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen die Förderung von Innovationen im Pflanzenschutz und die Weiterentwicklung der Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes.

Weitere Publikationen

Zum Thema

Kirschessigfliege


Kirschessigfliege sitzt auf einer Kirsche Quelle: BLE

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), stammt ursprünglich aus Asien. Innerhalb kurzer Zeit ist sie zu einer enormen Bedrohung für den europäischen Obst- und Weinbau geworden. Sie befällt im Gegensatz zu anderen Arten derselben Gattung gesunde Früchte und verfügt über ein sehr breites Wirtspflanzenspektrum, ein enormes Vermehrungspotential und einen kurzen Entwicklungszyklus.

Weitere Informationen:

Kirschessigfliege: Management gegen Schäden

Julius-Kühn-Institut: Wissensportal Drosophila suzukii (Kirschessigfliege)



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