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Pflanzenschutzmittel

In den Medien wird ebenso häufig über Pestizide berichtet wie über Pflanzenschutzmittel. Wo liegt der Unterschied? Das europäische Pflanzenschutzrecht stellt dies klar. Pflanzenschutzmittel werden gegen Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse verwendet und gehören zur Gruppe der Pestizide. Weitere Pestizide sind die Biozid-Produkte, zu denen zum Beispiel Mittel gegen Ameisen auf der Terrasse gehören.

Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher und auch für Landwirte und Gärtner wäre es wünschenswert, man bräuchte gar keine Pflanzenschutzmittel. Wir brauchen aber Pflanzen und pflanzliche Produkte in einer bestimmten Menge und Qualität für die Ernährung von Mensch und Tier, für die Energiegewinnung und für unser Wohlbefinden. Menge und Qualität werden nicht nur durch die verfügbare Fläche für den Anbau dieser Produkte begrenzt, sie werden maßgeblich auch durch den Befall mit Schädlingen und Krankheiten beeinflusst. Bei der überwiegenden Mehrheit der Kulturen und Fruchtarten sind daher Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig. Gibt es keine geeigneten nicht-chemischen Maßnahmen, werden chemische Pflanzenschutzmittel gebraucht.

Eine Biene sitzt auf einer violetten Blüte Quelle: Jon Yuschock/stock.adobe.com

Mehr Bienenschutz: Neonikotinoide künftig verboten

Zu der heutigen Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel zu einem Vorschlag der EU-Kommission, die Anwendung von Neonikotinoiden massiv einzuschränken erklärt, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner:

"Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa. Wir haben in Brüssel dafür gestimmt, Neonikotinoide künftig nur noch in Gewächshäusern einzusetzen – also dort, wo sie den Bienen nicht schaden. Ich freue mich, dass die Mehrheit der Mitgliedstaaten diesen Schritt zu mehr Bienenschutz mit uns gemeinsam gegangen ist. Bienen sind systemrelevant – auch für den Erhalt unserer Landwirtschaft. Das haben wir heute mit der Abstimmung in Brüssel nochmal deutlich gemacht."

Der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel, in dem alle EU-Mitgliedstaaten vertreten sind, hat heute mit der Mehrheit der Mitgliedstaaten einem Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zugestimmt, die Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin aus der Gruppe der Neonikotinoide nicht weiter für Kulturen im Freiland zu genehmigen. Die Anwendung soll künftig auf Gewächshäuser beschränkt sein. Die Wissenschaftler der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit EFSA sehen bei den drei Wirkstoffen ein Risiko für die Bienengesundheit.

Weitreichende Einschränkung von Neonikotinoiden in Deutschland

Zum Schutz der Bienen war Deutschland bereits vorher über die geltenden EU-Vorschriften hinausgegangen:

So war die Aussaat von Mais-, Raps- und Getreide-Saatgut, das mit Clothianidin, Imidacloprid oder Thiamethoxam behandelt wurde, bereits seit 2013 grundsätzlich untersagt. Bei Wintergetreide hatte das BMEL mit der "Verordnung über das Inverkehrbringen und die Aussaat von mit bestimmten Pflanzenschutzmitteln behandeltem Saatgut" den Handel (Einfuhr und Inverkehrbringen) mit sowie das Aussäen von Wintergetreidesaatgut untersagt, das mit diesen Wirkstoffen behandelt wurde.

Stand auf EU-Ebene

Die EU-Mitgliedstaaten haben am 27. April 2018 in Brüssel mehrheitlich dem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt, die Anwendung von Neonikotinoiden massiv einzuschränken.

Künftig soll die Anwendung auf Gewächshäuser beschränkt sein. Deutschland hat diesen Beschränkungen auf Vorschlag von Bundesministerin Klöckner zugestimmt.

Stand:
15.05.18

Publikationen

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor

Cover der Broschüre 'Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor'

Die Broschüre "Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - Gesundheit geht vor" zeigt, wie das Kontrollsystem vom Acker bis zum Teller funktioniert und was sich in den letzten Jahren in Sachen Pflanzenschutz getan hat.

Driftmindernde Technik - Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit abdriftmindernden Flachstrahldüsen

Titelblatt: des  Flyers

Bei der Spritzanwendung können Pflanzenschutzmittel durch Abdrift auf benachbarte, nicht zu behandelnde Flächen gelangen. Die Abdrift kann u. a. durch die Verwendung von abdriftmindernder Technik deutlich reduziert werden.

Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz (Flyer)

Deckblatt des Faltblatts zu den Demonstrationsbetrieben integrierter Pflanzenschutz

Eine wichtige Maßnahme des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz (NAP) ist die "Demonstration neuer integrierter Pflanzenschutzverfahren". In diesem Zusammenhang wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz“ finanziert.

Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Titelseite der Broschüre Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland umfassend und auf hohem Sicherheits- und Schutzniveau geregelt. Die wichtigsten Instrumente sind die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und die mit ihrem Vertrieb und ihrer Anwendung verbundenen gesetzlichen Regelungen. Der von der Bundesregierung am 10. April 2013 beschlossene Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) enthält Maßnahmen, die die bestehenden Regelungen zum Pflanzenschutz weiter unterstützen. Generelles Ziel des NAP ist die weitere Reduktion von Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können.

Insbesondere ist die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu begrenzen, damit unnötige Anwendungen dieser Pflanzenschutzmittel unterlassen und nichtchemische Pflanzenschutzmaßnahmen verstärkt eingesetzt werden. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen die Förderung von Innovationen im Pflanzenschutz und die Weiterentwicklung der Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes.

Weitere Publikationen

Zum Thema

Kirschessigfliege


Kirschessigfliege sitzt auf einer Kirsche Quelle: BLE

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), stammt ursprünglich aus Asien. Innerhalb kurzer Zeit ist sie zu einer enormen Bedrohung für den europäischen Obst- und Weinbau geworden. Sie befällt im Gegensatz zu anderen Arten derselben Gattung gesunde Früchte und verfügt über ein sehr breites Wirtspflanzenspektrum, ein enormes Vermehrungspotential und einen kurzen Entwicklungszyklus.

Weitere Informationen:

Kirschessigfliege: Management gegen Schäden

Julius-Kühn-Institut: Themenportal Drosophila Suzukii (Kirschessigfliege)



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