BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

2. Internationale Konferenz für Ernährung der Vereinten Nationen (ICN2) in Rom

Bundesminister Christian Schmidt sprach sich auf der Welternährungskonferenz in Rom dafür aus, die Vision einer Welt ohne Hunger und Mangelernährung mit aller Kraft und Entschiedenheit zu verwirklichen und begrüßte die dort verabschiedete Rom-Deklaration und den dazugehörigen Aktionsplan als wegweisend.

Die Rom-Deklaration ("Rome Declaration on Nutrition") beschreibt wesentliche Ursachen für Hunger, Mangel- und Fehlernährung und deren gesundheitliche, soziale und ökonomische Auswirkungen sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft und Staaten. Sie formuliert eine gemeinsame Vision zur Überwindung aller Formen nicht ausgewogener Ernährung.

Verbunden mit der politischen Erklärung sind zehn so genannte Handlungsverpflichtungen ("Commitments to action"), die ein breites Spektrum abdecken - von der Aufforderung Hunger und Mangelernährung zu beenden über das Ziel Wachstumsverzögerung und Auszehrung bei Kindern unter 5 Jahren zu reduzieren bis hin zu einer verbesserten Politikkoordinierung.

Der Aktionsplan ("Framework for Action") zeigt freiwillige Handlungsoptionen auf, wie die in der politischen Erklärung niedergelegten Ziele erreicht werden können.

Beide Papiere rücken nachhaltige Nahrungsmittelsysteme und die Bekämpfung aller Formen von Unter-, Mangel- und Fehlernährung in den Mittelpunkt. Auch konnte das Recht auf Nahrung, wie von Deutschland gefordert, in beiden Dokumenten prominent verankert werden.

Rede von Bundesminister Schmidt auf der Welternährungskonferenz

Bundesminister spricht vor dem Plenum Quelle: BMEL

"Die Rom Deklaration beleuchtet die drängendsten Herausforderungen und bekräftigt unseren Willen, diese entschieden anzugehen. Der Aktionsplan bietet ein ganzes Set an Optionen und Strategien, um die Vision der Konferenz ICN2, eine Welt ohne Hunger und Mangelernährung, zu verwirklichen", unterstrich Bundesminister Schmidt in seiner Rede vor dem Plenum und betonte, es sei wichtig, dass durch die Internationale Ernährungskonferenz, Mangelernährung in all ihren Formen endlich sektorenübergreifend und weltweit in den öffentlichen und politischen Fokus gerückt werde.

Wichtige Vorarbeit dazu habe auch die vom BMEL veranstaltete Konferenz "Politik gegen Hunger" im Sommer 2014 in Berlin geleistet. Thematisch standen dort die Prinzipien für verantwortliche Investitionen in die Landwirtschaft und Nahrungsmittelsysteme (RAI Principles) im Mittelpunkt, die im Oktober 2014 vom Welternährungsausschus einstimmig verabschiedet wurden und auf die nun auch die Rom-Deklaration verweist.

Schmidt forderte von allen beteiligten Nationen eine verbindliche Umsetzung der verabschiedeten Ziele. Es gehe darum, die in der Rom-Deklaration und dem Aktionsplan beschriebenen Chancen zu ergreifen. Die Ergebnisse der Welternährungskonferenz sind in die Verhandlungen zur post-2015-Agenda einzuspeisen und Ernährungssicherung und ausgewogene Ernährung dabei prominent zu verankern.

Ernährungssicherung ist mehr als Hungerbekämpfung

Mit Ernährungssicherung wird in der Regel die Bekämpfung von Hunger und kalorischer Unterernährung assoziiert. Es geht aber um mehr: Neben den 795 Millionen Menschen, die derzeit hungern, leiden 2 Milliarden Menschen an einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Weitere 1,4 Milliarden Menschen sind übergewichtig oder gar adipös - und das zunehmend auch in sich entwickelnden Ländern. Insgesamt ist somit etwa die Hälfte der Weltbevölkerung nicht angemessen ernährt. Entscheidend für eine ausgewogene Ernährung der Menschen weltweit ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die Qualität der Ernährung in den Mittelpunkt stellt. Deutschland setzt sich mit seinem Nationalen Aktionsplan IN FORM schon seit 2008 dafür ein, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund komme es darauf an, eine Vielfalt an bezahlbaren und ernährungsphysiologisch hochwertigen Lebensmitteln zu produzieren, sagte Bundesminister Schmidt. Die Land- und Ernährungswirtschaft spiele dabei überall auf der Welt eine Schlüsselrolle.

Stärkung landwirtschaftlicher Strukturen vor Ort

"Wir müssen für eine nachhaltige Stärkung der landwirtschaftlichen Strukturen vor Ort eintreten", betonte Schmidt und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die gute bilaterale Projektarbeit mit der FAO.

Seit dem Jahr 2002 unterstützt das BMEL durch einen Bilateralen Treuhandfonds (BTF) Projekte der FAO zur Überwindung von Hunger und Unterernährung. Hauptschwerpunkt des Fonds ist die Förderung der Ernährungssicherung und der Landwirtschaft in ländlichen Räumen auf der Basis des Rechts auf Nahrung. Mit einem jährlichen Budget von 9,1 Millionen Euro wurden über den Bilateralen Treuhandfonds seit 2002 über 115 Millionen Euro für insgesamt mehr als 97 Projekte zur Verfügung gestellt.

Stand:
20.06.15

Zum Thema

Landwirtschaft stärken, Ernährung sichern - weltweit.
15 Jahre Bilateraler Treuhandfonds mit der FAO

Titelseite der Broschüre

Vor 15 Jahren wurde der Bilaterale Treuhandfonds (BTF) mit dem Ziel gegründet, durch Leuchtturmprojekte innovative Strategien zur Ernährungssicherung sowie gegen Unter- und Mangelernährung international, überregional und in Partnerländern voranzubringen.
Mit der vorliegenden Broschüre anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des BTF starten wir eine Schriftenreihe, welche die bisherigen Erfolge, unser aktuelles Engagement sowie unsere künftigen Aufgaben vorstellen wird. Denn auch in den kommenden Jahren werden wir uns mit Nachdruck für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung einsetzen.

Welternährung Verstehen

Startbild für das Video „Welternährung Verstehen“

Die Weltbevölkerung wächst. Doch die Landwirtschaft erzeugt derzeit weltweit etwa ein Drittel mehr Kalorien, als für die Versorgung aller Menschen rechnerisch notwendig ist. Das heißt: Im Grunde gäbe es genug zu essen für alle. Trotzdem muss jeder neunte Mensch hungrig schlafen gehen. Weltweit hungern noch immer rund 800 Millionen Menschen.

zum Video: Welternährung Verstehen …

Welternährung verstehen - Fakten und Hintergründe

Titelbild der BMEL-Broschüre "Welternährung verstehen"

Die Landwirtschaft erzeugt weltweit derzeit genug Lebensmittel, um zumindest rein rechnerisch alle Menschen zu ernähren. Dennoch muss jeder neunte Mensch auf der Welt jeden Abend hungrig schlafen gehen. Und das, obwohl das Recht eines jeden Menschen auf Nahrung – und zwar in ausreichender Quantität und Qualität – ein Menschenrecht ist, das im internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (VN-Sozialpakt) völkerrechtlich verbindlich verankert ist.

English version: Understanding global food security and nutrition - Facts and backgrounds

Reden

FAO-Stellenangebote

Publikationen

Presse

Pressemitteilungen

Interviews

Links

Schlagworte

Unternavigation aller Website-Bereiche