BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Internationaler Leitfaden für verantwortliche landwirtschaftliche Lieferketten vorgestellt

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Welternährungsorganisation FAO haben am 11. März 2016 in Paris einen Leitfaden für verantwortliche landwirtschaftliche Lieferketten vorgestellt. Er enthält Empfehlungen für Unternehmen, die entlang der internationalen Lieferkette für landwirtschaftliche Produkte tätig werden.

Der neue Leitfaden mit dem Titel "OECD-FAO Guidance for Responsible Agricultural Supply Chains" konkretisiert die bereits bestehenden OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen mit ihren allgemeinen Empfehlungen für verantwortungsbewusste Geschäftstätigkeit multinational tätiger Unternehmen. Er trägt durch Konkretisierungen gezielt der spezifischen Verantwortung von Unternehmen in Lieferketten für landwirtschaftliche Produkte Rechnung.

"Es ist heute für die Unternehmen unabdingbar, Verantwortung für die Zulieferkette zu übernehmen. Die Ernährungsindustrie trägt als Abnehmer für die Art der Gewinnung von Rohstoffen und Produktionsbedingungen hohe Verantwortung. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigen Unterstützung dabei, ihre Verantwortung zu übernehmen und die negativen Auswirkungen zu vermeiden. Der Leitfaden unterstützt die weiteren Aktivitäten des BMEL im Bereich nachhaltiger Rohstoffe, wie beispielsweise das Forum nachhaltiger Kakao oder Forum nachhaltiges Palmöl."

(Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt)

Diese schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sondern tragen auch dazu bei, Arbeitsstandards und die Produktionsqualität zu erhöhen. Sie können zudem die landwirtschaftliche Produktion fördern, indem sie dazu beitragen, neue Technologien in die landwirtschaftliche Produktion einzuführen. Hierbei kommt ihnen eine besondere Verantwortung zu.

Die Empfehlungen des Leitfadens sollen einen Beitrag dazu leisten, dass die Unternehmen in Lieferketten für landwirtschaftliche Produkte

  • ihre Unternehmensverantwortung wahrnehmen,
  • bereits existierende Standards mit Blick auf Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Gesundheit, das Recht auf Nahrung, Landrechte, Umwelt und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, gute Unternehmensführung, Tierwohl sowie Technologie und Innovation beachten und
  • negativen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit vorbeugen.

Der neue "Guidance for Responsible Agricultural Supply Chains" ist seit Oktober 2013 von OECD und FAO in einem Multistakeholder-Verfahren zusammen mit Regierungsvertretern, der Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen ausgearbeitet worden. Eine deutsche Version ist in Vorbereitung. Die Bundesregierung hat die Arbeit am Leitfaden begleitet und unterstützt.

Nationale Kontaktstelle

Jede Regierung, die sich den OECD-Leitsätzen angeschlossen hat, ist verpflichtet, eine Nationale Kontaktstelle (NKS) einzurichten.

Aufgabe der NKS ist es,

  • den Bekanntheitsgrad und die Anwendung der OECD-Leitsätze zu erhöhen,
  • mit den NKS anderer Staaten zusammenzuarbeiten,
  • Anfragen zur Anwendung der OECD-Leitsätze zu beantworten und
  • bei Beschwerden über mögliche Verstöße gegen die OECD-Leitsätze eine Vermittlung zwischen den Parteien anzubieten, um einvernehmlich ein gemeinsames Verständnis zur Umsetzung der OECD-Leitsätze zu erreichen.

Die deutsche NKS ist beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angesiedelt und entscheidet jeweils mit dem Auswärtigen Amt (AA), dem Bundesministerium der Finanzen (BMF), dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem BMEL. Das BMEL wird die Verantwortung für fachliche Fragen des Leitfadens für verantwortliche landwirtschaftliche Lieferketten übernehmen.

Stand:
25.08.16

Zum Thema

Landwirtschaft stärken, Ernährung sichern - weltweit.
15 Jahre Bilateraler Treuhandfonds mit der FAO

Titelseite der Broschüre

Vor 15 Jahren wurde der Bilaterale Treuhandfonds (BTF) mit dem Ziel gegründet, durch Leuchtturmprojekte innovative Strategien zur Ernährungssicherung sowie gegen Unter- und Mangelernährung international, überregional und in Partnerländern voranzubringen.
Mit der vorliegenden Broschüre anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des BTF starten wir eine Schriftenreihe, welche die bisherigen Erfolge, unser aktuelles Engagement sowie unsere künftigen Aufgaben vorstellen wird. Denn auch in den kommenden Jahren werden wir uns mit Nachdruck für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung einsetzen.

Welternährung Verstehen

Startbild für das Video „Welternährung Verstehen“

Die Weltbevölkerung wächst. Doch die Landwirtschaft erzeugt derzeit weltweit etwa ein Drittel mehr Kalorien, als für die Versorgung aller Menschen rechnerisch notwendig ist. Das heißt: Im Grunde gäbe es genug zu essen für alle. Trotzdem muss jeder neunte Mensch hungrig schlafen gehen. Weltweit hungern noch immer rund 800 Millionen Menschen.

zum Video: Welternährung Verstehen …

Welternährung verstehen - Fakten und Hintergründe

Titelbild der BMEL-Broschüre "Welternährung verstehen"

Die Landwirtschaft erzeugt weltweit derzeit genug Lebensmittel, um zumindest rein rechnerisch alle Menschen zu ernähren. Dennoch muss jeder neunte Mensch auf der Welt jeden Abend hungrig schlafen gehen. Und das, obwohl das Recht eines jeden Menschen auf Nahrung – und zwar in ausreichender Quantität und Qualität – ein Menschenrecht ist, das im internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (VN-Sozialpakt) völkerrechtlich verbindlich verankert ist.

English version: Understanding global food security and nutrition - Facts and backgrounds

Reden

FAO-Stellenangebote

Publikationen

Presse

Pressemitteilungen

Interviews

Links

Schlagworte

Unternavigation aller Website-Bereiche