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ein Wolf steht im Wald und schaut in Richtung Kamera Wolf in Bayern, Quelle: Marcella Miriello/adobe.stock.com

Der Wolf: Zwischen Schutz und Herausforderung

Der Wolf hat nach Deutschland zurück gefunden. Im Frühjahr 2000 wurden in Sachsen das erste Mal wieder freilebende Wolfswelpen geboren. Mittlerweile leben in Deutschland circa 60 Rudel mit geschätzt rund 600 Tieren.

Wir brauchen ein effektives Wolfsmanagement.

Auf Bundesebene ist es uns wichtig, einen Beitrag zum vernünftigen Umgang mit dem Wolf unter Berücksichtigung der Interessen der Weidetierhalter und der Jagd auf Augenhöhe zu erreichen. Ein besonderes Anliegen ist uns dabei die öffentliche Sicherheit, hier müssen wir klare Regeln schaffen, die eine Gefahr für den Menschen durch verhaltensauffällige Wölfe ausschließen. Im Koalitionsvertrag haben wir uns darauf verständigt, dass die Sicherheit der Bürger Priorität hat.
(Bundesministerin Julia Klöckner am 27.6.2018
mehr dazu hier)

Nach derzeitigen Entwicklungen wird mit einem weiteren jährlichen Zuwachs von 25 bis 35 Prozent gerechnet. Dieser herausragende Erfolg für den Artenschutz fordert insbesondere die Nutztierhalter heraus.

Immer wieder greifen Wölfe Nutztierherden an und reißen vor allem Schafe und Ziegen. Im Jahr 2016 wurden so mehr als 1000 Nutztiere durch Wölfe gerissen.

Auch andere Gruppen, zum Beispiel Jäger, begegnen Schwierigkeiten. Wölfe ernähren sich vor allem von Wild. In Wolfsgebieten kann es deswegen zu vermehrter Rudelbildung von Schwarz- und Rotwild kommen. Dies führt wiederum zu erschwerter Bejagung sowie entsprechenden Schäden am Baumbestand.

Umfassend geschützt

Entsprechend der europäischen Gesetzgebung ist der Wolf besonders geschützt.

Es ist verboten, die Tiere zu fangen oder sie zu töten, denn wildlebende Tier- und Pflanzenarten sollen zugunsten der biologischen Vielfalt bewahrt oder wiederangesiedelt werden.

Dies regeln nachfolgende Regelwerke:

  • Berner Konvention
  • Flora- Fauna- Habitat- Richtlinie
  • Bundesnaturschutzgesetz.

Schnell wachsende Wolfspopulation

Grundsätzlich ist die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland begrüßenswert. Entscheidend für den Anstieg der Wolfspopulation sind sowohl eine ausreichende Nahrungsgrundlage als auch ein Rückzugsgebiet zur Aufzucht seiner Jungen. Der hohe Schutzstatus der Art ist ein wesentlicher Faktor für die steigende Anzahl der Wölfe.

Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können von den Verboten des Bundesnaturschutzgesetzes im Einzelfall Ausnahmen zulassen. Auffällige Wölfe dürfen auch jetzt schon unter bestimmten Voraussetzungen der Natur entnommen bzw. getötet werden. Erforderlich dafür ist eine Situation der konkreten Gefahrenabwehr, z.B. im Interesse der öffentlichen Sicherheit oder, um erhebliche landwirtschaftliche Schäden abzuwenden. Aus Sicht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sollte der geltende rechtliche Rahmen zum Schutz vor Wolfsschäden ausgeschöpft und - falls notwendig - ausgebaut werden.

Weide- und Nutztierhaltung im Einklang mit dem Wolf

Mehr Wölfe und deren umfassender Schutz dürfen nicht zu weniger Nutztierhaltung im Freien führen. Denn Weidehaltung trägt zum Tierschutz und Erhalt von Grünland bei und ist insbesondere für ökologisch wirtschaftende Betriebe relevant.

Stichwort: Canis lupus

Der Wolf (canis lupus) ist der größte aus der Familie der Hundeartigen. Er lebt in Rudeln, bestehend aus den Elterntieren und ihren Nachkommen der letzten zwei bis drei Jahre. Da der Wolf keine natürlichen Feinde besitzt, wird seine Population nur vom verfügbaren Nahrungsangebot, Krankheiten und anderen Ereignissen, wie Verkehrsunfällen, begrenzt. In Europa ernährt sich der Wolf vor allem von Wild. Immer wieder kommt es aber auch zu Übergriffen auf Nutztierherden.

Dafür sind Präventionsmaßnahmen notwendig. Im Umgang mit dem Wolf muss eine für alle Beteiligten sachgerechte Lösung gefunden werden, die ökologisch sinnvoll und gesellschaftlich akzeptiert ist. Das BMEL führt daher Gespräche mit Betroffenen und Vertretern der Weidetierhalter zur Erarbeitung von Lösungsansätzen zwischen Wolfsschutz und Nutztierhaltung. Auch auf europäischer Ebene setzt sich das BMEL aktiv für eine Entschärfung der Konfliktsituation und einen angemessenen Interessenausgleich zwischen der Weidetierhaltung und dem Artenschutz ein.

Die Länder sind in der Pflicht

Herdenschutz und Umsetzung der artenschutzrechtlichen Regelungen ist grundsätzlich Ländersache. Der Bund legt lediglich Empfehlungen für Herdenschutzmaßnahmen vor. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat 2016 eine Dokumentations- und Beratungsstelle für das Wolfsmanagement eingerichtet (www.dbb-wolf.de) eingerichtet für die

  • Beratung der Länder,
  • bundesweite Sammlung von Daten zur Ausbreitung des Wolfes (Wolfsmonitoring),
  • Zusammenstellung und Aktualisierung der Länderregelungen zur Schadensprävention und -kompensation.

Präventionsmaßnahmen

Landwirte können der ansteigenden Wolfspopulation mit geeigneten Herdenschutzmaßnahmen begegnen. Dafür eignen sich vor allem:

  • Herdenschutzhunde
  • Elektrozäune
  • Wildgatterzaun
  • Behirtung

Doch die Präventionsmaßnahmen sind kostenintensiv, zeitaufwändig und können nicht in allen Fällen umfassenden Schutz garantieren. So kostet die Anschaffung eines Herdenschutzhundes etwa 4.000 Euro und die artgerechte Haltung des Hundes weitere 1.000 Euro pro Jahr. Vor allem Halter von kleineren Viehbeständen können diese finanziellen Belastungen kaum leisten. Prinzipiell können Herdenschutzmaßnahmen wie der Bau von Zäunen gefördert werden - dies ist jedoch abhängig von den jeweiligen Beihilferegelungen der Länder.

Studie zu Kosten von Herdenschutzmaßnahmen

Bislang fehlen belastbare Zahlen zu den Kosten und der Wirtschaftlichkeit von Herdenschutzmaßnahmen. Daher fördert das BMEL ein Forschungsprojekt der VDL und des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL). Diese befragen je Landesverband drei bis vier Betriebe mittels Fragebogen über Kosten und Nutzen von Herdenschutzmaßnahmen. Mit den Erkenntnissen können die zuständigen Länder die Schutzmaßnahmen gezielt planen und ggf. fördern.

Pressemitteilung vom 27.6.2018 zum Thema

Stand:
28.06.18

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